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Chaos an den Flughäfen: „Erhebliches Problem“ für Urlaubsbranche - Reisebüro gibt Tipps

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Mann schläft in Hängematte am Strand
Die Reiselust ist zurück, wenngleich noch nicht auf dem Niveau der Vor-Corona-Zeit. Nun beeinträchtigen massive Personalengpässe die Luftfahrt. Wie reagieren die Urlaubshungrigen darauf? (Symbolbild) © AndreyPopov / IMAGO

Die Reiselust ist zurück, wenngleich noch nicht auf dem Niveau der Vor-Corona-Zeit. Nun beeinträchtigen massive Personalengpässe die Luftfahrt. Wie reagieren die Urlaubshungrigen darauf?

Erding – „Natürlich haben wir viel verloren und sind noch nicht auf dem Stand wie vor der Pandemie, aber wir sind sehr zufrieden, das Geschäft läuft jetzt sehr gut“, sagt Katrin Keller vom Reiseatelier in Erding. Außerdem habe sich Einiges nach der Pandemie verändert – vor allem seien die Preise nach oben gegangen.

„Die Engpässe an den Flughäfen stellen für die Branche und die Reisenden ein erhebliches Problem dar“, räumt Keller ein. Ihr Reiseatelier habe damit zu kämpfen, dass sehr viele Flüge gestrichen werden. „Alternativen werden meist erst sehr kurzfristig angeboten“, sagt die Geschäftsführerin.

Flughafen-Chaos: Reisebüro empfiehlt Pauschalreisen - „Kunden besser abgesichert“

Deshalb müssten sich die Kunden auf Flugstreichungen- und Änderungen sowie längere Wartezeiten, einstellen. „Wir versuchen, die Kunden so gut wie möglich zu beraten“, erklärt Keller und sagt: „Wir empfehlen derzeit eher Pauschalreisen.“ Das begründet sie damit, „dass die Kunden dabei besser abgesichert sind“.

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Ebenfalls wieder richtig Betrieb herrscht im Reisebüro Hagl in Dorfen. „Zum Glück kam es bei unseren Kunden in den vergangenen Wochen sowie während der Pfingstferien zu keinen größeren Ausfällen oder Problemen“, berichtet Inhaberin Monika Hagl.

Wie groß das Ausmaß der Flugstreichungen in den nächsten Wochen sein wird, vermag sie nicht wirklich einzuschätzen. Sie selbst hat schon erlebt, wie Kunden von Lufthansa buchstäblich sitzen gelassen worden seien. Aber das, erinnert sie sich, seien „zum Glück Pauschalreisende gewesen“: Sie hätten an einem Samstagvormittag nicht nach Mallorca fliegen, immerhin aber am Nachmittag starten können.

Chaos an den Flughäfen: Kunden kommen nicht von Gran Canaria weg

Hagl hat es aber auch schon erlebt, dass Kunden zunächst nicht von Gran Canaria weggekommen sind. „Sie sind dann noch eine Nacht dort geblieben und haben erst am nächsten Tag einen Flieger erwischt.“ Nachdem zuletzt allerdings vor allem Pauschalreisen verkauft worden seien, „hoffen wir, dass es zu keinen größeren Problemen mehr kommt“, sagt Hagl und vertritt die Auffassung, „dass sich sonst die Reiseveranstalter um Ersatz kümmern müssen“.

Die beliebtesten Ziele aktuell in ihrem Büro seien Spanien und Griechenland. Sie und ihr Team seien noch nicht ganz auf dem Niveau wie vor Corona, „aber es läuft sehr gut im Moment“.

Hagl berät ihre Kunden aufgrund der aktuellen Entwicklung besonders intensiv, etwa dass sie noch früher als sonst am Flughafen sein sollen, um schneller durch die Sicherheitskontrolle zu kommen.

Auch das Team des Reisebüros Hagl merkt, dass es schwieriger geworden ist, Fachpersonal zu finden. Deshalb würde es sich über qualifizierte Verstärkung sehr freuen.

Flug-Chaos: Urlauber sollten früher als sonst am Flughafen sein

„Es läuft gut“, bilanziert Sabine Kuliga-Lenffer, Geschäftsführerin des Holidaylands in Dorfen. Zwar hätten auch sie das Vor-Corona-Niveau noch nicht wieder erreicht, „aber die Nachfrage steigt täglich“. Am Flughafen komme es zwar zu Verspätungen und Flugausfällen, „das hält sich allerdings noch in Grenzen“, meint Kuliga-Lenffer.

„Ich habe das Gefühl, dass der Flughafen München nicht ganz so stark betroffen ist“, meint sie und ergänzt: „Natürlich gibt es Veränderungen durch die Pandemie.“ Einige Kunden seien noch verunsichert. Allerdings werde dies mit der Zeit besser, da es kaum noch Reisebeschränkungen gebe.

Auch die Veranstalter hätten reagiert und böten mit mehr Stornomöglichkeiten mehr Flexibilität für die Kunden. „Wir waren während der Pandemie nur eingeschränkt im Büro“, erinnert sich die Geschäftsführerin. Ihre Mitarbeiter waren zu 100 Prozent in Kurzarbeit, „und jede Buchung, die wir getätigt haben, war sehr beratungsintensiv“, blickt die Geschäftsfrau zurück. Aber: „Wir haben uns über jede Buchung gefreut.“

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Alicia Steber

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