Kaum mehr Flugzeuge am Himmel

Coronavirus - Flughafen München in der Krise: Lage schlimmer als nach dem 11. September?

Der Flughafen München steckt wegen des Coronavirus in einer schlimmen Krise. Echte Besserung lässt wohl deutlich länger auf sich warten als nach dem 11. September 2001.

  • Das Coronavirus hat München fest im Griff und führt zu sinkenden Flugzahlen.
  • Der Münchner Flughafen befindet sich im Krisenmodus.
  • Wie schlimm die Krise den Airport trifft, ist im Moment noch schwer abzuschätzen.

München – „Flughafen München im Krisenmodus“ überschreibt die Presseabteilung des Airports die aktuelle Situation. In der Tat gibt es hier nichts mehr schönzureden: Alle Zahlen sind im steilen Sinkflug, wie sich aus dem Freitag veröffentlichten Zwischenbericht ergibt. Es gebe „massive Verkehrsrückgänge in allen Bereichen“.

So ist die Anzahl der Starts und Landungen im März kontinuierlich zurückgegangen. In der laufenden Woche erreicht sie nicht einmal mehr zehn Prozent des Vorjahreszeitraums. Am Freitag starteten und landeten gerade einmal 90 Flugzeuge – statt der üblichen 1000. Über 100 Flugzeuge sind geparkt.

Coronavirus: Zahl der Passagiere am Münchner Flughafen sinkt stark

Die Zahl der Passagiere sank noch stärker – auf nur noch fünf Prozent des normalen Aufkommens. Das sind 6000 Passagiere statt sonst gewohnter 130 000. Die meisten Geschäfte am Airport haben geschlossen, auf den riesigen Anzeigetafeln sind gerade eine Handvoll Flüge verzeichnet. Kein Wunder also, dass der neue Flughafenchef Jost Lammers reagieren muss: mit einem Sparprogramm.

Es gelte, dem Flughafen Liquidität zu sichern. Gute Zahlen aus dem Jahr 2019 helfen dabei. Geplante Investitionen wie der Bau einer neuen Konzernzentrale unweit der Nordallee wurden zurückgestellt, ebenso der Bau eines Parkzentrums West und eines neuen Budget-Hotels ebenfalls an der Nordallee. Zudem würden Sach- und Personalkosten strikt begrenzt. Was das konkret heißt, ahnen tausende Beschäftigte am Flughafen: Kurzarbeit.

Flughafen München: Verbesserung der Lage schwierig abzuschätzen

Wann sich die Lage bessert, vermag Flughafenchef Lammers momentan nicht seriös abzuschätzen. Es werde wohl „deutlich länger“ als bei den Krisen nach dem 11. September 2001 und der Finanzkrise von 2008 dauern.

Mitten in der weltweiten Corona-Krise hat eine Influencerin eine Challenge zu dem neuen Virus ins Leben gerufen, die aus dem Ablecken von Klobrillen bestehen soll.

Wie lange soll Deutschland zuhause bleiben? Und wie kann es danach weitergehen? Der ethisch durchaus heikle Vorschlag, Risikogruppen zu isolieren, sorgt für Streit.

Rubriklistenbild: © AFP / CHRISTOF STACHE

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