Gutachten ist da

Sind die Flughafen-Detektoren wirklich gefährlich?

München - Sind die Sprengstoffsuchgeräte am Flughafen München gefährlich für die Mitarbeiter? Darüber gibt nun ein Gutachten Aufschluss.

Die Sprengstoffsuchgeräte am Münchner Flughafen gefährden die Gesundheit der Mitarbeiter laut einem Gutachten nicht. Fast 70 Detektoren, die Sprengstoff an Passagieren oder im Gepäck erkennen, waren monatelang unter Verschluss gehalten worden.

„Die Grenz- und Richtwerte wurden eingehalten“, sagte Hildegard Bäumler-Hösl von der Staatsanwaltschaft aus Landshut. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das von der Behörde in Auftrag gegeben wurde. Es deckt sich mit einer Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Detektoren wurden bereits vergangene Woche für den Betrieb freigegeben.

Die Geräte mit dem Namen Quantum Sniffer QS-B220 waren erstmals im August zum Einsatz gekommen. Es sollte bei der Umsetzung einer neuen EU-Sicherheitsrichtlinie helfen. Denn seit September müssen mehr Passagiere als bisher auf Sprengstoffspuren geprüft werden. Mittels einer simplen Wischprobe kann ein einzelnes Gerät mindestens 180 Messungen pro Stunde durchführen. Er findet auch Spuren von Kokain, LSD oder Heroin.

Um die Wartezeiten zu reduzieren, platzierte der Flughafen die Geräte direkt an der Sicherheitskontrolle. Fast 200 Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes SGM, die an den Geräten arbeiten, hatten sich seitdem krankgemeldet. Mehr als 70 von ihnen ließen sich im Krankenhaus behandeln.

Trotz der Unbedenklichkeit der Sprengstoffsuchgeräte ermittelt die Staatsanwaltschaft aber wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen unbekannt. Vor dem behördlich veranlassten Gutachten hatte eine Studie eines anderen Instituts Belastungen mit Formaldehyd und anderen giftigen Stoffen ergeben.

Laut dem Münchner Merkurwird am Montag die Bundespolizei den Flughafen auf Sicherheitsmängel untersuchen. Das habe aber nichts mit den Geräten zu tun, hieß es.

tz

Rubriklistenbild: © dpa

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