Häftling wollte seine Abschiebung verhindern

Flugbegleiterin mit Rasierklinge bedroht

Flughafen - Dramatische Minuten in einem Lufthansa-Flugzeug: Ein Abschiebehäftling hat am Dienstagvormittag versucht, eine Stewardess in seine Gewalt zu bringen, um seiner Abschiebung zu entgehen.

Der Lufthansaflug LH 1676 mit Ziel Budapest ist schon in der Luft, als es plötzlich Großalarm am Flughafen München gibt. Was ist geschehen?

Gegen 11.15 Uhr am Dienstagvormittag hebt der Airbus 321 in Richtung Budapest ab. Doch schon kurz nach dem Start eskaliert die Situation an Bord. Ein unbegleiteter Abschiebehäftling (28) versucht, eine 50 Jahre alte Stewardess in seine Gewalt zu bringen, um so seine Abschiebung nach Ungarn zu verhindern. Dort befand sich der Kosovare laut Polizei in einem Asylverfahren. 

Der Pilot setzt um 11.30 Uhr einen Notruf ab. Die Polizei spricht schnell von einer "Bedrohungslage", als das Flugzeug - eine Maschine mit 76 Passagieren an Bord - kurz nach dem Start umkehren und wieder am Flughafen München landen muss. Die Maschine wird zu einer isolierten Position zwischen Terminal 2 und dessen Satelliten gelotst. Dort steigen zuerst sämtliche Passagiere aus. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord berichtet, bleiben nur die Piloten und die Flugbegleiterin zurück, die von dem 28-Jährigen mit einer abgebrochenen Rasierklinge bedroht wird.

Mit der Hilfe eines Dolmetschers nimmt die Flughafenpolizei Kontakt mit dem Täter auf. Schlussendlich lässt sich der Mann widerstandslos festnehmen. Zuvor war berichtet worden, er habe sich mit seiner Geisel auf der Bordtoilette verschanzt.

Bei dem Kosovaren handelt es sich nach Angaben von Hans-Peter Kammerer vom Polizeipräsidium Ingolstadt um einen Asylbewerber, der seiner Abschiebung nach Ungarn entgehen wollte, wo sein Verfahren läuft. Seit vier Wochen saß er in Abschiebehaft in Passau. Er sollte ohne Polizeibegleitung fliegen – ein übliches Verfahren, wenn nichts auf Gewalt hindeutet.

Nun sitzt er am Flughafen in Haft, was mit ihm passiert, ist derzeit noch unklar. Die Frau und zwei weitere Stewardessen (36 und 50 Jahre alt) wurden leicht verletzt.

Die Passagiere wurden ins Terminal gebracht und von der Polizei befragt. Erst Stunden später konnten sie mit anderen Maschinen starten. Der Flugbetrieb wurde nach Angaben von Airport-Sprecher Robert Wilhelm nicht beeinträchtigt.

kb/ham

Rubriklistenbild: © dpa

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