Behörden sind alarmiert

Unfallserie: FTO und B388 sollen sicherer werden

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Täglicher Wahnsinn auf der FTO: Kolonnenspringer sind auf der linken Spur oft im Blindflug unterwegs.

Erding - Drei schwere Unfälle auf der B 388 und auf der Flughafentangente mit einem Toten und vier teils lebensgefährlich Verletzten in zwei Wochen sind den Behörden zu viel. Ende Juli gibt es einen Expertengipfel.

Die FTO zwischen A 92 und A 94 sowie die B 388 von Ismaning bis Taufkirchen sind die Hauptverkehrsrouten durchs Erdinger Land - und die Unfallstrecken Nummer 1. Seit Pfingsten wird die Region von einer Serie schwerer Unfälle erschüttert. Die Ämter sind alarmiert.

„Ende Juli hält die Untere Straßenverkehrsbehörde in unserem Haus eine Sicherheitskonferenz ab, in der es vor allem um die FTO und die B 388 geht“, kündigt Christina Centner, Sprecherin des Landratsamtes, auf Anfrage an. Im Herbst tage dann die Unfallkommission.

An dem Termin nimmt das Staatliche Bauamt Freising teil. Dr. Robert Braun, der dort für die Straßen im Kreis Erding zuständig ist, gibt unumwunden zu: „Die Unfälle in den vergangene Tagen lassen uns nicht kalt. Wir sehen durchaus Handlungsbedarf.“ Über Maßnahmen soll Ende Juli diskutiert werden. Grundsätzlich, so Braun, sei man für alles offen: Tempolimit, Überholverbot oder aber abschreckende Maßnahmen wie Schilder mit Aufschrift: „Unfallschwerpunkt“.

Anton Altmann, Chef der Erdinger Polizei, glaubt zwar, dass Verbote nur eingeschränkt helfen. „Wer riskant fährt, schert sich meist nicht um Schilder.“ Allerdings will er nun gegensteuern, und zwar massiv. „In nächster Zeit werden wir verstärkt kontrollieren. So sollen Streifenwagen, aber auch zivile Autos und Motorräder eingesetzt werden, um Raser und Blindflieger auf der Gegenfahrbahn aus dem Verkehr zu ziehen.

Auf der Facebookseite unserer Zeitung fordern immer mehr Leser, die FTO auszubauen. Das hat der Freistaat bereits beschlossen - vierspurig von Erding bis zum Flughafen und dreispurig bis Neuching. Den Planern wird im Netz offen eine Teilschuld gegeben. Tatsache ist, dass der Bau der FTO ein politisch heißes Eisen war. Nahezu jeder Kilometer wurde vor Gericht durchgefochten. Das Ergebnis ist eine Kompromisstrasse mit engen Kurvenradien, kurzen Ein- und Ausfädelspuren, einer schmalen Trasse oft in einem Kessel oder mit Leitplanken ohne Ausweichmöglichkeit.

Die B 388 ist in einem Abschnitt kürzlich entschärft werden: Zwischen Eichenried und Moosinning gilt jetzt Tempo 80.

Hans Moritz

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