Flughafen wieder auf Rekord-Kurs

Flughafen - So viele Passagiere wie noch nie sind im vergangenen Jahr vom Airport im Erdinger Moos abgeflogen. Und heuergeht der Steigflug weiter, glaubt Flughafenchef Michael Kerkloh – aber flacher.

Mit einem Passagierwachstum von vier Prozent und einem Prozent mehr Flugbewegungen rechnet Kerkloh für 2012. Und das obwohl die Wirtschaft schwächelt und die Konkurrenz in Frankfurt (vierte Landebahn) und Berlin (Eröffnung des neuen Flughafens im Juni 2012) ihre Kapazitäten ausgebaut hat beziehungsweise haben wird. Seinen Optimismus nimmt er aus den Verkehrszahlen 2011: 37,8 Millionen Passagiere zählte die Flughafen München GmbH (FMG) im vergangenen Jahr. Das sind über drei Millionen mehr als im Vorjahr – und das wiederum seien „so viel Passagiere wie zum Beispiel der Flughafen Bremen überhaupt hat“, rechnet FMG-Pressesprecher Ingo Anspach vor. Mit dem Passagierzuwachs von 8,8 Prozent sei München der am stärksten wachsende Flughafenstandort in Deutschland. „Frankfurt hat nur eine Steigerungsrate von 5,5 Prozent erreicht“, fügte Kerkloh hinzu und meinte: „Ohne die immer stärker zutage tretenden Engpässe in unserem Start- und Landebahnsystem wäre der Anstieg noch stärker ausgefallen.“ Eine Prozentzahl wollte er aber nicht nennen. „Das wäre unseriös.“ Das Bewegungsaufkommen stieg laut FMG um 20 000 beziehungsweise fünf Prozent auf 410 000.

Für Alex Burger vom Münchner Bündnis gegen die dritte Startbahn ist diese Zahl der Beweis, dass der Flughafen keine dritte Piste braucht. Schließlich sei der Airport weit von den Höchstmarken in den Jahren 2007 und 2008 entfernt, die bei gut 430 000 lagen. Aufgemuckt-Sprecherin Helga Stieglmeier ergänzte: „Das sind die üblichen Jubelarien der FMG.“ Da aber laut Prognose 480 000 Starts und Landungen problemlos mit dem Zwei-Bahnen-System abwickelbar seien, sei der Flughafen München von einem Bedarf für eine dritte Startbahn meilenweit entfernt.

Kerkloh geht davon aus, dass die Rekordergebnisse „in ein, zwei Jahren“ erreicht werden. Und an seinem Zeitplan für die dritte Piste hält er ebenfalls fest: im Frühjahr 2012 das Münchner Bürgerbegehren, ein Jahr später das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs sowie die endgültige Entscheidung der FMG-Gesellschafter: Und im Jahr 2016 soll schließlich die dritte Piste stehen – die Flugrouten übrigens aber deutlich früher. Die Probleme, die es in Berlin und Frankfurt gab, wolle man den Anwohnern im Erdinger Moos nicht zumuten, versicherte Kerkloh, der München als den „strahlenden Stern Europas“ bezeichnete.

Gerade der Europaverkehr habe viel zum guten Ergebnis im vergangenen Jahr beigetragenam. 22,2 Millionen Passagieren bedeuteten ein Plus gegenüber dem Vorjahr von über elf Prozent. Der Wachstumstreiber sei der Osten. Kerkloh: „Bei den russischen Flügen haben wir Zuwächse von 30 bis 35 Prozent. Auch Polen entwickelt sich sehr stark.“ Mit 5,7 Millionen Fluggästen stieg die Anzahl der Reisenden im Langstreckenverkehr gegenüber dem Vorjahr um fast sieben Prozent. Dass die Steigerung beim innerdeutschen Verkehr (zehn Millionen Fluggäste, nur bei knapp fünf Prozent liege, erklärt sich Kerkloh mit der Luftverkehrsabgabe, die die Fluggäste gleich zweimal zu entrichten hätten.“ Da könne es durchaus, dass Verkehr auf die Schiene abwandere. Eine kleine Spitze hatte der Flughafenchef dann aber auch für die Bahn noch übrig. „Das Städtepaar München - Nürnberg zu verbinden, kostete 5,3 Milliarden Euro. Mit einer weiteren Startbahn verbinden wir 200 Städtepaare – und das für nur 1,3 Milliarden Euro.

Dieter Priglmeir

Rubriklistenbild: © Werner Hennies

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