Flughafenstreit: Kirche um gesellschaftlichen Frieden besorgt

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Die evangelische Kirche sorgt sich um den gesellschaftlichen Frieden wegen des anhaltenden Streits um den Ausbau des Münchner Flughafens.

Erding - Die evangelische Kirche in Bayern sieht in der Auseinandersetzung um den geplanten Bau der dritten Start- und Landebahn am Münchner Flughafen den gesellschaftlichen Frieden gefährdet.

Die Sorgen der Menschen in der betroffenen Region müssten ernst genommen werden, verlangte der Landeskirchenrat der Protestanten am Freitag in einer Mitteilung in München.

Er forderte die Flughafenbetreiber auf, “keine irreversiblen Schritte zu gehen oder Verträge zu schließen, bevor alle gerichtlichen Verfahren abgeschlossen sind“. Im Klartext: Die Bagger sollen erst anrollen, wenn auch der letzte Prozess um das Projekt zu Ende ist. Die Flughafengesellschaft hat bisher nur zugestanden, so lange mit dem Baubeginn zu warten, bis über die Gültigkeit des Bau-Sofortvollzugs entschieden ist. Vor seiner Erklärung hatte sich der Landeskirchenrat vom Freisinger Dekan Jochen Hauer über die Stimmung in der Bevölkerung informieren lassen.

Der umstrittene Bau der dritten Startbahn war im Sommer von der Regierung von Oberbayern genehmigt worden. Die Gegner der Erweiterung kündigten daraufhin einen “heißen Herbst“ an. Zahlreiche Klagen sollen das Projekt zu Fall bringen. Mit der neuen 4000 Meter langen Piste wären auf dem Airport künftig 120 statt bisher 90 Flugbewegungen pro Stunde möglich. Die Kosten werden auf bis zu eine Milliarde Euro geschätzt. Die Fertigstellung ist frühestens 2015 zu erwarten.

dpa

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