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„Tragischer geht es nicht“: Entsetzen in Grünwald nach Flugzeugabsturz von vierköpfiger Familie

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Von: Stefan Weinzierl

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In der Thomaskirche fand am Mittwochabend ein Gedenkgottesdienst für die verunglückte Familie statt.
In der Thomaskirche fand am Mittwochabend ein Gedenkgottesdienst für die verunglückte Familie statt. © Stefan Weinzierl

Bei einem Flugzeugabsturz in Namibia ist eine Grünwalder Familie ums Leben gekommen. Nach dem tragischen Unglück ist das Entsetzen im Ort groß.

Grünwald – Das weiße Tor am Grundstückseingang, hinter dem der Weg zum Einfamilienhaus verläuft, ist verschlossen. Noch finden sich keine Gedenkkerzen oder andere Beileidsbekundungen am Eingang zum Anwesen der vierköpfigen Familie R., die am Dienstag bei einem Flugzeugabsturz im Urlaub in Namibia ums Leben gekommen ist. Doch die Nachricht vom schrecklichen Unglück verbreitet sich schnell.

Familie aus Grünwald tödlich verunglückt - Sie waren in der Nachbarschaft beliebt

Ein paar Meter weiter in der kleinen Straße im Süden Grünwalds kehrt ein Nachbar seine Garageneinfahrt. Er hat bereits am Morgen von dem Flugzeugabsturz in der Zeitung gelesen. Als er erfährt, dass es sich um seine Nachbarn handelt, schüttelt er fassungslos den Kopf. „Das war so eine nette Familie“, sagt er über das Ehepaar und dessen beider Töchter.

„Tragischer“, findet er, „geht es nicht.“ Der Vater sei oft mit dem Hund Gassi gegangen und dabei an seinem Haus vorbeigekommen, erzählt der ältere Herr. Dabei sei man immer wieder nett ins Gespräch gekommen. Auch beim traditionellen Straßenfest, das die Anwohner jährlich feiern, habe man sich getroffen.

Flugzeugabsturz in Namibia: Töchter und Eltern fest integriert in Musikschule

„Das waren ganz tolle Menschen“, sagt auch Tina Killian über Familie R.. Sie ist die Vorstandsvorsitzende der Musikschule Grünwald. Dort sind nicht nur die beiden Töchter der Familie R. über Jahre unterrichtet worden, deren Mutter war auch seit 2016 im Vorstand aktiv. Auch der Mann, erinnert sich Killian, sei bei Auftritten und Konzerten immer mit dabei gewesen.

An den Wettbewerbstagen von „Jugend musiziert“ habe oft die gesamte Familie beim Organisieren mitgeholfen. „Das ist wirklich eine sehr traurige Sache“, sagt Killian über den Absturz. Das gesamte Kollegium der Musikschule sei entsetzt gewesen, als es von dem Unglück erfahren habe. Sie selbst habe mit der Mutter gerade die letzten Monate sehr gut und intensiv zusammengearbeitet. „Es ist ein schwerer Verlust – für den Vorstand, in erster Linie aber natürlich menschlich gesehen“, sagt Killian.

Nach Flugzeugabsturz: Erster Gedenkgottesdienst in der Thomaskirche

Ob es einen Gedenkkonzert für die Verstorbenen geben wird, steht laut Killian noch nicht fest. Erst einmal will die Musikschule abwarten, wann und in welcher Form die Beerdigung für die Familie stattfinden wird. Man hält Kontakt zu Pfarrer Christian Stalter von der evangelisch-lutherischen Thomasgemeinde. Auch dort war die verstorbene Mutter seit Jahren im Kirchenvorstand engagiert.

In der Thomaskirche habe am Mittwochabend bereits ein Gedenkgottesdienst für die verunglückte Familie stattgefunden. „Ob die Angehörigen aber eine Beisetzung im engsten Familienkreis wünschen oder es eine größere Trauerfeier geben soll, wissen wir noch nicht“, sagt Killian. Die Musikschule stehe jedenfalls bereit, um gegebenenfalls einen musikalischen Beitrag zu leisten.

Bestürzung auch im Rathaus

Auch im Grünwalder Rathaus ist das schreckliche Unglück Gesprächsthema, wie Zweiter Bürgermeister Stephan Weidenbach, der Rathauschef Jan Neusiedl während dessen Urlaub vertritt, mitteilt. Auch Weidenbach hat aus der Zeitung von dem Flugzeugabsturz erfahren. „Das ist entsetzlich“, sagt er.

.In der Gemeinde sei die Kunde vom schrecklichen Tod der vierköpfigen Familie, die zusammen mit der Pilotin nach dem Absturz der Cessna nach Medienberichten im Fluss Sambesi ertrunken ist, noch gar nicht überall durchgedrungen, glaubt er. Immerhin sei die Nachricht noch ganz frisch und viele Bürger im Urlaub. Auch er weiß von der evangelischen Kirche noch nicht, wann und wie die Familie bestattet werden soll. Erst einmal müssten die Verstorbenen von Namibia nach Deutschland überführt werden, sagt Weidenbach.

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