Flugzeugtaufe: Erdings neuer fliegender Botschafter

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Mit Erdinger Weißbier aus dem Riesenglas taufte Bürgermeister-Gattin Alexandra Gotz die Embraer 195 der Lufthansa-Tochter CityLine. Aufmerksame Beobachter hinter dem Stadtwappen waren Landrat Martin Bayerstorfer, Bürgermeister Max Gotz und Münchens Lufthansa-Chef Thomas Klühr (ab 4. v. r.).

Erding - Erding hat wieder ein eigenes Flugzeug. Fast genau 20 Jahre nach der ersten Taufe eines Lufthansa-Fliegers auf den Namen der Herzogstadt prangt nun an einer nagelneuen Maschine der Schriftzug Erding.

Kurz nach der Eröffnung des Flughafens 1992 taufte Bürgermeister-Gattin Trixi Bauernfeind eine Boeing 737-500 auf den Namen Erding. 20 Jahre später wurde diese Ehre Alexandra Gotz zu teil. Die Frau von Rathauschef Max Gotz bekennt zwar, unter Flugangst zu leiden, die Taufe mit Erdinger Weißbier gelang ihr aber souverän. Danach war ihr Mann an der Reihe: Er durfte vor einer Delegation aus der Stadt und Vertretern der Lufthansa und deren Tochter CityLine den Schriftzug „Erding“ enthüllen.

Eine Embraer 195 wird nun den Namen der Kreisstadt nach ganz Europa tragen. Denn nach Angaben von Stephan Klahr, Geschäftsführer der CityLine, wird der Regionaljet im Erdinger Moos stationiert und von hier aus Ziele auf dem gesamten Kontinent ansteuern. Gestern Abend hob der moderne Düsenjet brasilianischer Herkunft ins spanische Bilbao ab.

Bilder: Flugzeugtaufe am Airport

Beim Festakt im Hangar an der Südbahn lobte der München-Statthalter der Kranich-Airline, Thomas Klühr, die guten Beziehungen zu Erding. Er erinnerte daran, dass viele der über 10 000 Mitarbeiter im Landkreis lebten „und sich hier sehr wohlfühlen“, so Klühr. Erding habe viel zu bieten. Der Manager ging auch auf die Probleme ein: „Wir sehen uns in der Verantwortung und fordern daher gemeinsam mit der Politik vor Ort den raschen Ausbau der Straßen- und Schieneninfrastruktur“.

Bürgermeister Max Gotz machte keinen Hehl daraus, dass die Taufe „ein guter Tag“ sei. „Wir sind stolz, dass ein Flugzeug auf den Namen unserer Stadt getauft wird“, erklärte er. Von der Patenschaft sei er begeistert“ gewesen. Mit Blick auf die Nachbarn in Freising, die eine Taufe aus Protest gegen die dritte Startbahn abgelehnt hatten, sagte Gotz: „Wir nutzen die Chanden, die sich durch den Flughafen ergeben. Es sei richtig, dass sich Lufthansa hier weiter entwickle.

Landrat Martin Bayerstorfer bekannte: „Uns erfüllt die Namensgebung mit Stolz. Der Jet sorgt dafür, dass Erding weltweit bekannt wird“. Der Kreischef bekräftigte zwar sein Nein zur dritten Startbahn, „das sei bedeutet aber nicht, dass wir zum Flughafen und zur Lufthansa als größter Gesellschaft ein schlechtes Verhältnis haben müssen“.

CityLine-Chef Klahr versicherte: „Diese Embraer ist auf dem neuesten Stand der Technik und dabei durchaus mit dem Riesenvogel A 380 vergleichbar. Die Airline gebe es weit 50 Jahren und biete heute 350 Flüge pro Tag an. 30 Maschinen seien im Erdinger Moos stationiert. „Wir befördern sieben Millionen Passagiere pro Jahr.“

Erdings neuer fliegender Botschafter ist 38,7 Meter lang und 10,6 Meter hoch. Die Spannweite der Tragflächen beträgt 28,7 Meter. 120 Passagiere finden in ihm Platz. Mit einer Kerosinfüllung kommt der Jet 2590 Kilometer weit und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 835 Kilometern pro Stunde.

(Hans Moritz)

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