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Neuer und Rabl erhalten „Okay“ für Forsthaus Valepp – und wollen mit Plänen „jetzt wirklich loslegen“

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Von: Tanja Kipke

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Johannes Rabl iim Forsthaus Valepp.
Will das Forsthaus Valepp mit neuem Leben erfüllen: Johannes Rabl. © THOMAS PLETTENBERG

Hoppla, sogar Grünen-Gemeinderat Gerhard Waas kann den neuen Plänen fürs Forsthaus Valepp etwas abgewinnen. Die nochmal abgespeckte Variante erhielt nun einstimmig den Segen des Schlierseer Bauausschusses.

Schliersee – Johannes Rabl hat einen weiten Weg hinter sich gebracht, seit er sich zusammen mit Fußball-Nationaltorhüter Manuel Neuer um die Übernahme des Forsthauses Valepp bewarb. Nun hat er einen weiteren Meilenstein erreicht. Ohne Gegenstimme gingen seine Pläne im Bauausschuss durch. Er hatte sie nach der Einigung mit den Naturschutzverbänden – Kernpunkt: kein Winterbetrieb – nochmal geändert.

Forsthaus Valepp: Einstimmiges Okay für Rabl und Neuer

Eine leistungsfähige Heizung braucht er nun nicht mehr, und auf eigene Personalzimmer wird verzichtet. „Das tut ein bisschen weh, aber irgendwo müssen wir den Rotstift ja ansetzen“, sagte Rabl im Bauausschuss. Die Ausgangslage: Fünf Monate weniger Betrieb bei gleichen Kosten. Letztere wurden vor einem Jahr auf vier Millionen Euro geschätzt und dürften sich entsprechend der allgemeinen Entwicklung in der Baubranche geändert haben.

Grafik des neuen Wirtschaftsgebäudes am Forsthaus Valepp
Neue Lösung: Wie bei einer Tenne soll eine Rampe zum Mehrzweckraum im neuen Wirtschaftsgebäude führen (l.). Er ersetzt die bislang im Obergeschoss geplanten Personalwohnungen.  © Schwarzenberger Architekten

Augenfälligste Neuerung: Rampe zum Obergeschoss des Wirtschaftsgebäudes

Weil Personalzimmer wegfallen – bei Bedarf sollen Mitarbeiter eines der 28 geplanten Gästezimmer beziehen – wird Platz im Obergeschoss des neuen Wirtschaftsgebäudes (unverändert circa 10 mal 17 Meter) frei. Dort wollen Rabl und Neuer den Mehrzweckraum einrichten, der bisher für die baufällige Garage etwas weiter nördlich geplant war. Letztere soll nach einer entsprechenden Sanierung nur noch als Lager und Fahrradabstellplatz dienen. Zum Mehrzweckraum, in dem zum Beispiel kleinere Gesellschaften feiern können, soll wie bei einer Tenne eine Rampe führen – die augenfälligste Neuerung. Was ebenfalls wegfällt, ist eine Sauna im rückwärtigen Anbau ans Forsthaus selbst.

Dort sind nun ein Büro und ein kleiner Aufenthaltsraum für Übernachtungsgäste vorgesehen. Wobei Rabl erneut unterstrich, dass für das Forsthaus in Sachen Bewirtung nicht mehr geplant ist als eine „Tagesgastronomie bis Sonnenuntergang, maximal bis 20 Uhr“. Unverändert auch das Ziel, den Verkehr zu reduzieren, speziell auf der Mautstraße von Rottach-Egern her. Das können Rabl und Neuer nicht allein. Mit den beteiligten Stellen, etwa Gemeinden und Landratsamt, befinde man sich in Gesprächen. „Wir wollen da was Tolles auf die Beine stellen“, versichert Rabl.

Jagerhäusl und Klausenhaus künftig Selbstversorgerhütten - auch im Winter

Kaum die Rede war bisher von zwei weiteren Gebäuden, die ebenfalls zum Erbpachtvertrag gehören: Das Jagerhäusl und das Klausenhaus, die sich gut 100 Meter nördlich beziehungsweise südlich des Forsthauses befinden. Beide möchte Rabl als klassische Selbstversorgerhütten betreiben, wohlgemerkt auch im Winter. Jeweils rund acht Personen könnten die Gebäude eine Herberge bieten.

Beispiele für auf diese Art genutzte Hütten gibt es zwischen Spitzingsee und Valepp genügend. Speziell für das Klausenhaus wird das Investoren-Duo aber extra den Geldbeutel öffnen müssen. „Das Klausenhaus ist ein enorm wichtiges Denkmal“, sagt Rabl. Errichtet wurde es 1683, also etwa 160 Jahre vor dem Forsthaus. Bezüglich einer Sanierung – kein Projekt für die nähere Zukunft – befinde er sich in Abstimmung mit dem Denkmalschutz. Kümmern sollen sich die Erbpachtnehmer auch um den Erhalt der 2013 sanierten Kapelle Maria Hilf (Baujahr 1710) gleich neben dem Klausenhaus.

Rabl will „jetzt wirklich loslegen“

Mit den nun vorgelegten Plänen, so Rabl im Ausschuss, „wollen wir jetzt wirklich loslegen“. Die größten Hindernisse scheinen aus dem Weg geräumt. Vor dem Winter wird allerdings nicht mehr viel passieren. So das Wetter es zulässt, soll das WC-Gebäude neben dem Forsthaus abgerissen werden, auf jeden Fall aber das Forsthaus-Dach (provisorisch) abgedichtet werden, damit keine weiteren Schäden entstehen. Bis in der Valepp aber das erste Bier aus dem Zapfhahn fließt, wird es wohl eher 2025 werden.

Im Bauausschuss gab es nur Fragen nach dem zweiten Fluchtweg auf der Rückseite des Wirtschaftsgebäudes. Und dass am Ende auch das bislang kritischste Bauausschuss-Mitglied Gerhard Waas zustimmte, ist für Rabl ein „großer Erfolg“, in den er aber auch „viel Arbeit“ gesteckt habe.

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