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Gemeinsam mit Manuel Neuer: Gastronom buhlt ums Forsthaus Valepp - „Ist genug für alle da“

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Von: Gerti Reichl

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Den Leeberghof hat Johannes Rabl seit 2017 gepachtet und leitet ihn auch. Nach mehrmonatiger Sanierung wird das Hotel mit Restaurant am Wochenende wieder aufgesperrt.
Den Leeberghof hat Johannes Rabl seit 2017 gepachtet und leitet ihn auch. Nach mehrmonatiger Sanierung wird das Hotel mit Restaurant am Wochenende wieder aufgesperrt. © Thomas Plettenberg

Zusammen mit Torwart-Star Manuel Neuer möchte Johannes Rabl das Forsthaus Valepp übernehmen. Gerüchte bezweifeln dessen Kompetenz als Unternehmer. Der 42-Jährige bezieht ganz offen Stellung.

Tegernsee – Die Vergabe des Forsthauses Valepp im Erbbaurecht an das Investorenteam Neuer/Rabl ist noch nicht in trockenen Tüchern. Viele Entscheidungen stehen noch aus, auf Gemeindeebene in Schliersee, bei den Bayerischen Staatsforsten und im Bayerischen Landtag, der sich noch mit einer Petition des Vereins zum Schutz der Bergwelt, mitunterzeichnet vom Bund Naturschutz Bayern sowie vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege, befassen muss . Unter den Protest mischen sich jetzt auch in Umlauf gebrachte Zweifel an der Kompetenz Rabls. Er sei nicht der Richtige für das Forsthaus Valepp, heißt es da, auch stünden „Ungereimtheiten“ in Zusammenhang mit früheren Projekten Rabls im Raum.

Konfrontiert mit den Äußerungen, redet Johannes Rabl nicht lange herum. Detailliert und offen erläutert er auf Nachfrage seine Firmenstruktur und Philosophie, die sich inzwischen auf das Tegernseer Tal konzentriert.

Manuel Neuers Pläne am Forsthaus Valepp: Johannes Rabl als zukünftiger Partner

Der Latonabrunnen im Schlosspark Herrenchiemsee, benannt nach einer griechischen Göttin, war Namensgeber für Rabls „Latona Hotels & Restaurants GmbH“, die er 2015 gründete. Nach der Rückkehr von zehnjähriger Tätigkeit im Ausland, die den gebürtigen Niederbayern zu Hotels und Resorts weltweit führte, hatte er ein neues Ziel vor Augen: die Übernahme, Aufwertung und Neuentwicklung von denkmalgeschützten Betrieben an besonderen Orten, die einst einen hervorragenden Ruf genossen, aber unrentabel und unter ihren Möglichkeiten wirtschaften. „Gastlichkeit ist wichtiger als Profit, Erlebnisse wichtiger als Statussymbole“, lautet sein Credo, das ihn nach Seeon im Chiemgau zu einem über 300 Jahre alten Anwesen führte – dem Rauchhaus. Rabl gründete mit einem Geschäftspartner die Rauchhaus Property GmbH, baute um und eröffnete das Wirtshaus 2016.

„Gastlichkeit ist wichtiger als Profit“: Manuel Neuers Geschäftspartner in der Szene kein Unbekannter

Auch am Sudelfeld wollten Rabl und sein Partner in dieser Zeit etwas „Einzigartiges“ schaffen. Wiederum mit der Latona erwarben sie das dortige „Tiroler Stüberl“. Sie gründeten den „Mountain Club Bayrischzell“ und planten, ein Basislager für Bergenthusiasten zu schaffen. Die Gemeinde Bayrischzell gab ihr Okay für den Umbau. „Wir haben allerdings gemerkt, dass es da an der Gebäudesubstanz fehlt und eine aufwendige Sanierung anstehen würde“, begründet Rabl im Rückblick die Entscheidung, warum er seinen Blick verstärkt auf den Tegernsee richtete: zum Leeberghof.

Lesen Sie auch: Schutzgemeinschaft fordert: Jetzt keine Beschlüsse zum Forsthaus Valepp

Diskussionen ums Forsthaus Valepp: Leeberghof läuft unter Rabl gut

Im Sommer 2017 konnte Rabl mit seiner Latona den Leeberghof im laufenden Betrieb von Helmut Huber übernehmen. Hierauf richtete sich sein Fokus, und so überließ er seinem damaligen Partner im Herbst 2017 die Immobilie in Seeon. Der veräußerte sie offenbar weiter. Seit geraumer Zeit ist das Rauchhaus geschlossen. „Es ist in privater Hand, wird zu Wohnzwecken und temporär als Event-Gastronomie genutzt“, weiß eine Sprecherin der Gemeinde Seeon-Seebruck.

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Die Wege trennten sich auch am Sudelfeld. Die Ansichten seien auseinandergegangen, was die Ausgestaltung der Betriebe betrifft, sagt Rabl ganz offen. Mit der Folge, dass Rabls Ex-Partner auch die Immobilie am Sudelfeld im Eigentum übernahm. Man habe geschäftlich noch Kontakt, sagt Rabl, ohne den Namen seines Ex-Partners zu nennen. Nach den Recherchen unserer Zeitung handelt es sich um den Luxus-Makler Oliver Herbst, der mit seiner Immovision Property GmbH auch Pläne für den Umbau der Sonnenalm am Sudelfeld hegt.

Erfolg am Leeberg: Manuel Neuers Geschäftspartner Johannes Rabl - „Die Zahlen geben uns recht“

Seit sechs Jahren sorgt Rabl inzwischen dafür, dass der Laden am Leeberg läuft – als langfristiger Pächter, „bis 2037, so Rabl. Ohne dass die Öffentlichkeit davon Wind bekam, vollzog sich dort bereits 2020 ein Eigentümerwechsel. Nachdem Huber im Sommer 2020 finanziell die Luft ausgegangen und vor dem Amtsgericht Wolfratshausen sogar ein Insolvenzverfahren gegen die Hotel Leeberghof GmbH eröffnet worden war, ging das traditionsreiche, im Jahr 1860 erbaute Anwesen an Klaus Gehrig über. Der Manager und ehemalige Leiter der Schwarz-Gruppe (Lidl) hatte wohl schon länger einen Fuß in der Tür. Es ist ein offenes Geheimnis, dass er einen Wohnsitz am Leeberg hat.

Rabl richtete den Leeberghof neu aus, öffnete sich auch für Wanderer und Mountainbiker, die sich auch in Sport-Klamotten im Biergarten wohlfühlen sollen. Für gehobene Gastronomie in gepflegter Atmosphäre bleibt der Leeberghof daneben weiter eine Top-Adresse. Hinzu kam, dass der die Marke „Wuidara“ erfand – Wild- und Feinkost, die er unten am See in Feinkostläden verkauft. „Die Zahlen geben uns recht“, sagt Rabl über seine Ausrichtung. Er bringt das Hotel mit 15 Zimmern auf Vordermann. Gerade eben wurde ein Wasserschaden beseitigt, der jahrelang Probleme machte. Dieses Wochenende wird der Leeberghof nach viermonatiger Schließung wieder aufgesperrt.

Synergie mit dem Lieberhof bietet Möglichkeiten zur Weiterentwicklung

Mit der Latona als Muttergesellschaft betreibt Rabl seit 2018 auch den Lieberhof an der Neureuthstraße, Betriebsstätte Nummer zwei. Bis 2039 läuft sein Pachtvertrag, den er mit Eigentümer Hans Hailer geschlossen hat. Dass Hailer, selbst Wirt der Hochfeldalm bei St. Johann in Tirol, immer wieder versucht, den denkmalgeschützten Gasthof zu verkaufen und sogar eine Baugenehmigung für ein Gästehaus am Hang unterhalb hat, bringt Rabl nicht aus der Spur. Im Gegenteil: Er legte einen Garten mit Obst, Gemüse, Imkerei und Nutztieren an und suchte Hofpaten – rund 25 sind es inzwischen.

Die Synergien zweier Betriebsstätten in einer GmbH seien es, die ihm die Möglichkeit verschaffen, den Betrieb mit rund 40 Mitarbeitern weiterzuentwickeln und zu wachsen. Wachsen am Tegernsee? Rabl: „Wenn wir hier gemeinsam an einem Strang ziehen, ist genug für alle da.“

Richtigstellung: Vorübergehend war in diesem Text eine Zwischenüberschrift zu lesen, wonach die Gemeinde an der Kompetenz von Johannes Rabl zweifle. Diese ist falsch. Es gibt keine offizielle Aussage der Gemeinde zur Kompetenz von Johannes Rabl und somit auch keine offiziellen Zweifel seitens der Gemeinde. Die Redaktion hat die fehlerhafte Zwischenüberschrift entfernt und bittet um Entschuldigung.

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