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Kein Winterbetrieb im Forsthaus Valepp am Schliersee – Umweltschützer loben Neuer und Rabl

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Von: Christian Masengarb

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Das Forsthaus in der Valepp ist seit Jahren geschlossen. Wie es samt Anbau nach der Wiedereröffnung aussehen könnte, zeigt eine Visualisierung.
Das Forsthaus in der Valepp ist seit Jahren geschlossen. Wie es samt Anbau nach der Wiedereröffnung aussehen könnte, zeigt eine Visualisierung. © tp/Animation: privat / Merkur-Collage

Umweltschützer loben Johannes Rabl und Manuel Neuer in den höchsten Tönen. Beide haben zugesagt, auf einen Winterbetrieb im Forsthaus Valepp zu verzichten.

Schliersee – Was der Bayerische Landesverein für Heimatpflege am Dienstag in einer Pressemitteilung verkündet, dürfte viele Debatten um das Forsthaus Valepp am Spitzing befrieden: Die Investoren Johannes Rabl und Manuel Neuer hätten den Naturschutzverbänden zugesagt, auf eine Winternutzung des Forsthauses zu verzichten. Ab Wintereinbruch, spätestens ab 1. Dezember, bis Palmsonntag sollen nur die kleinen Nebengebäude Jagerhäusl und Klausenhaus wie in früheren Zeiten als Selbstversorgerunterkünfte vermietet werden. Der Ausbau des Forsthauses solle daher kleiner ausfallen.

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Forsthaus Valepp: Kein Winterbetrieb - Umweltschützer loben Neuer und Rabl

Mit ihrer Entscheidung entsprechen Neuer und Rabl einer Forderung des Landesvereins für Heimatpflege sowie des Bunds Naturschutz und des Vereins zum Schutz der Bergwelt. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir in der Valepp ein Wirtshaus für alle machen wollen“, zitiert die Meldung Rabl. „Dieses Versprechen halten wir.“ Dazu passe es nicht, mit Behörden und Verbänden, die es gut mit der Valepp meinen, langwierig zu streiten.

Erfreut dürfte diese Nachricht auch die Marktgemeinde Schliersee aufnehmen. Diese hatte sich zuletzt enttäuscht gezeigt, weil der zwischen den Investoren und dem Haushaltsausschuss des bayerischen Landtags geschlossene Erbpachtvertrag ein Recht auf ein Winter-Shuttle vom Spitzingsee einschloss (wir berichteten). Dieses hatte die Gemeinde unbedingt verhindern wollen und nach eigener Aussage auch stets die Zusicherungen aller Beteiligten erhalten, keinen zusätzlichen Verkehr vom Spitzing zu schaffen. Mit dem Verzicht auf einen Winterbetrieb kommen die Rabl und Neuer Schliersee nun in diesem Punkt entgegen. Vor gut zwei Wochen hatte Rabl gesagt, es sei noch Zeit,  „das einvernehmlich zu regeln“. Dies hat er nun offenbar getan.

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Umweltschützer: „Sensationell“, Valepp „ein Vorzeigeprojekt“

Rabl hatte sein Konzept während der seit Ende 2021 laufenden Planung bereits mehrfach angepasst, um Bedenken auszuräumen. Stets betonte er, sich seiner Verantwortung für das Forsthaus bewusst zu sein und eine für alle Beteiligten gangbare Lösung anzustreben. „Ich habe Wort gehalten und unser Betreiberkonzept nochmals intensiv überdacht“, sagt er nun laut Pressemeldung. „Ich kann versichern, dass die Valepp wieder das wird, was sie einmal war.“

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Umweltverbände loben Rabl und Neuer für ihre Entscheidung. Angela Brogsitter-Finck, Sprecherin der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal, dankt den Investoren: Komme alles wie besprochen, „freue ich mich schon sehr auf die Eröffnung“. Neuer und Rabl hätten gezeigt, wie Investoren mit Kulturgut in sensiblen Bereichen umgehen sollen.

Lorenz Sanktjohanser, stellvertretender Vorsitzender des Vereins zum Schutz der Bergwelt, sagt, er sei „sehr froh“, dass die Sorgen der Verbände gehört wurden. Nun müsse die Einigung in die endgültige Baugenehmigung einfließen. Hans Kornprobst, Vertreter des Bund Naturschutz in Bayern, hielt das Entgegenkommen der Investoren, zunächst für zu gut, um wahr zu sein. Die Wendung sei sensationell, die Valepp „ein Vorzeigeprojekt“.

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