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Ilse Aigner hat erfolgreich vermittelt: Manuel Neuer kann weiter an seinem Berggasthaus planen

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Von: Klaus-Maria Mehr

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Vermittlung hat gefruchtet: Ilse Aigner mit Manuel Neuer und Johannes Rabl am Forsthaus Valepp.
Vermittlung hat gefruchtet: Ilse Aigner mit Manuel Neuer und Johannes Rabl am Forsthaus Valepp. © Archiv dak

Johannes Rabl und Manuel Neuer kommen der Übernahme des Forsthauses Valepp näher. Der Haushaltsausschuss des Landtags hat dem Erbbaurechts-Vertrag im Grundsatz zugestimmt.

München/Schliersee – Sie hatten eine ganze Menge Alarmglocken schrillen lassen, der Verein zum Schutz der Bergwelt, der Bund Naturschutz in Bayern und der Landesverein für Heimatpflege. Zusammen hatten sie im Februar eine Petition an den Landtag gerichtet, der die Vergabe des Forsthauses Valepp im Erbbaurecht verhindern sollte. Johannes Rabl, Betreiber unter anderem des Leeberghofs in Tegernsee, musste in der Folge ein hartes Stück Arbeit verrichten, um diese Alarmglocken zum Verstummen zu bringen. Er sprach mit den Petenten, mit dem Schlierseer Bauausschuss, mit dem Haushaltsausschuss des Landtags und mit der Stiftung Kulturerbe Bayern. Gegenüber allen musste er entkräften, was die Petenten ihm unterstellten – nämlich eine Luxusdestination für ein ausgewähltes Publikum errichten zu wollen. Das hatte Rabl eigenen Angaben zufolge nie vor, auch vom Nachdenken über eine Öffnung der Straße zum Spitzingsee wussten nur die Petenten.

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Nach und nach konnte Rabl die Bedenken ausräumen. Dem Schlierseer Bauausschuss legte er reduzierte Pläne vor, denen das Gremium zustimmte, andere Bedenken beseitigte er mittels teils erst in den vergangenen Wochen ausverhandelter Klauseln im Erbbaurechts-Vertrag – etwa bezüglich des gastronomischen Angebots, des Verkehrs und was Regionalität und Umweltverträglichkeit betrifft. Nun hat der Haushaltsausschuss dem Papier mit großer Mehrheit zugestimmt und die Petition für erledigt erklärt.

Rabl und Manuel Neuer können nun weiterplanen

„Ich bin sehr glücklich“, sagt Rabl. „Ich denke, heute gibt es keine Verlierer.“ Sowohl der Freistaat als auch die Petenten und Einheimischen würden bekommen, was sie wollen: ein klassisches Berggasthaus, zugänglich für jedermann mit erschwinglichen Preisen. Zum Ensemble gehören neben dem Forsthaus (28 Betten) auch das Klausenhaus, das Jägerhäusl und die Bergkapelle Maria Hilf.

Rabl spricht von einer „großen Verantwortung“, die er nun trage. Die große Aufmerksamkeit, mit der die Öffentlichkeit die Forsthaus-Vergabe verfolge, sei für ihn Ansporn, „noch sorgfältiger und noch sensibler“ an das Thema heranzugehen. „Jetzt geht die Arbeit richtig los.“

Auch Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer ist froh, dass Rabl und Neuer weiterplanen können. Bei einem Scheitern des Investoren-Duos „wäre vermutlich sehr lange nichts passiert“. Auch der Rathauschef bezeichnet manche Argumente der Petenten als „nicht sachgerecht“, sagt aber: „Eine Petition ist ein normaler demokratischer Vorgang. Es ist nicht schlecht, wenn man sich mit anderen Meinungen auseinandersetzen muss.“

Wellness beschränkt sich auf Sauna für vier Gäste

In diese Auseinandersetzung hatte sich auch die Stimmkreisabgeordnete Ilse Aigner stark eingebracht – als Vermittlerin. Sie sagt über den Beschluss des Ausschusses: „Damit wird das Forsthaus erhalten und nach langen Jahren wieder mit Leben gefüllt. Sowohl das Nutzungskonzept als auch die Regelung der Zufahrt sind vertraglich eindeutig fixiert. Der Freistaat stellt damit einen Betrieb sicher, der den allgemeinen Wünschen nach einer natur- und sozialverträglichen Nutzung entspricht.“ In einer Pressemitteilung nennt sie weitere Details. So bedürfe jede Änderung im Erbbaurechts-Vertrag (Laufzeit: 99 Jahre) der Zustimmung des Grundeigentümers, also des Freistaats. Neu auch: Gestattet ist ein kleiner Saunabereich für vier Hausgäste. Mehr Wellness darf es in der Valepp nicht geben.

Bestandteil des Vertrags wird außerdem ein Verkehrskonzept sein, das eine Schranke an der Mautstraße bei Enterrottach vorsieht. Installieren sollen sie die Bayerischen Staatsforsten. Sie soll so programmiert werden, dass nur maximal 100 Fahrzeuge in das Wandergebiet einfahren dürfen – höchstens 34 dürfen rauf zum Wirtshaus. Darüberhinaus verpflichtet sich Rabl, ein warmes Gericht inklusive Getränk zum Preis von 14,90 Euro anzubieten - auch das ist im Vertrag festgeschrieben. Er denke da an ein Gulasch oder andere Gerichte aus der bairischen Küche, sagte er unserer Zeitung auf Nachfrage. Ja nichts Abgehobenes. „Ich verkaufe lieber zehn Schweinsbraten als einen Hummer.“

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