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Ortstermin am Forsthaus Valepp: Auch Manuel Neuer war da - mit dem Radl

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Austausch vor historischer Kulisse: Johann Böhm, Vorsitzender Stiftung Kulturerbe Bayern, Manuel Neuer, Forstbetriebsleiter Jörg Meyer, Ilse Aigner, Johannes Rabl und Rainer Droste, Leiter des Bereichs Immobilien bei den Staatsforsten.
Austausch vor historischer Kulisse: Johann Böhm, Vorsitzender Stiftung Kulturerbe Bayern, Manuel Neuer, Forstbetriebsleiter Jörg Meyer, Ilse Aigner, Johannes Rabl und Rainer Droste, Leiter des Bereichs Immobilien bei den Staatsforsten. © dak

Die Initiative Kulturerbe Bayern hat ihr Interesse am Forsthaus Valepp bei einem Ortstermin bekundet und hörte sich dort die Vorstellungen von Johannes Rabl und Manuel Neuer an. Diese bekamen Unterstützung von den Bayerischen Staatsforsten.

Valepp – Manuel Neuer sorgt für überregionale Schlagzeilen im Zusammehang mit dem Forsthaus Valepp – auch wenn er zum Thema schweigt. Aber: Jetzt war er da. Und als Einziger war Manuel Neuer mit dem Fahrrad zum Ortstermin an dem historischen Gebäude gekommen. Diesmal war die Initiative Kulturerbe Bayern angereist. Wie berichtet, erwägt diese, sich um das Forsthaus zu bemühen und wollte sich die Sache erst mal vor Ort ansehen.

Es war der dritte Ortstermin in größerer Runde, und erneut erläuterte Johannes Rabl, der das Forsthaus zusammen mit Neuer im Erbbaurecht übernehmen möchte, das Konzept. Ebenfalls erneut dabei: Stimmkreisabgeordnete Ilse Aigner und die Bayerischen Staatsforsten als Verwalter des Staatseigentums Forsthaus.

Forsthaus Valepp: Rabl erteilt Kritiker-Mutmaßungen neuerliche Absage

Neuers Anwesenheit sollte offenbar ein klares Signal darstellen, dass es ihm ernst ist. Während Rabl referierte, stellte sich der Fußball-Star demonstrativ neben den Tegernseer Hotelier. Der wiederholte, was ihn und seinen Geschäftspartner antreibt: „Heimatschutz, Umweltschutz, Denkmalschutz. Das sind keine Modebegriffe. Wir befassen uns damit schon seit eineinhalb Jahren vor der Petition.“ Die Valepp als Ort „ist keine Lage, die bayerisch laut jodelt“, sagte Rabl. Entsprechend stünden bei seinem Vorhaben Ruhe und Natur im Vordergrund.

Erneute Absagen gab es an die von Projekt-Kritikern behauptete Nobelgastronomie sowie die vermeintlich geforderte Öffnung der gesperrten Straße vom Spitzingsee her. Das Gegenteil sei der Fall, so Rabl. Den Verkehr gelte es eher zu reduzieren, womöglich – Stichwort Wildtierschutz – sogar nur tagsüber zuzulassen und die Ausstattung der Zimmer (28 Betten) sei sehr schlicht. „Wir wollen eine Wirtshauskultur aufleben lassen, die niemanden ausschließt“, unterstrich Rabl. Und: „Wir brennen für dieses Projekt.“

Forsthaus Valepp: Den Bayerischen Staatsforsten pressiert‘s allmählich

Doch recht deutliche Unterstützung gab es von den Vertretern der Staatsforsten. Der Leiter des Bereichs Immobilien, Rainer Droste, zum Beispiel sagte: „Wir würden gerne mit diesem Konzept in den Landtag gehen.“ Bekanntlich entscheidet dort der Haushaltsausschuss über die Vergabe im Erbbaurecht. Es sei hilfreich, dass sich mit Rabl und Neuer „zwei Personen gefunden haben, die sich dieser Herausforderung stellen“.

Diese Herausforderung besteht unter anderem in der denkmalgerechten Sanierung, zum anderen in der Finanzierung. Seitens des Denkmalschutzes am Landratsamt sagte Kreisbaumeister Christian Boiger: „Wir begleiten das Projekt wohlwollend, schauen uns das aber runter bis zu allen Details an.“ Auch er deutete an, froh um finanzkräftige Interessenten zu sein.

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Forsthaus Valepp: Bisherige Kostenschätzung von vier Millionen wohl schon überholt

Mit etwa vier Millionen Euro bezifferte Rabl den Investitionsbedarf, wobei die Zeit in zweierlei Hinsicht gegen die Investoren spiele. Zum einen seien da die Preise im Baugewerbe, und obendrein werde der Zustand des Forsthauses ja nicht besser, je länger man wartet. Auch die Staatsforsten gaben an, dass es jetzt zügig vorwärts gehen soll.

Vor Ort wollten die Kulturerbe-Vertreter sich nicht näher zu einem möglichen Engagement äußern. Auch verstehe man sich – das hatte der Vorsitzende des Stiftungsvorstands Johann Böhm eingangs gesagt – nicht als Konkurrenz zum Bewerberduo. Droste brachte dann eine mögliche Kooperation ins Spiel, wofür sich Rabl offen zeigte. Weitere Expertise kann ja nie schaden.

Der Weg zurück nach Tegernsee hat sich für Rabl wohl kaum rentiert. Am selben Abend hörte er sich im Schlierseer Bauausschuss die Beratung über seine nachgebesserten Pläne an. Am Forsthaus selbst war der Bewerber noch „sehr, sehr optimistisch, dass die Gemeinde hinter unseren Ideen steht“.

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