Hatte Frank S. eine Vorahnung?

Todessturz am Hobbit-Berg

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Traum Neuseeland: Frank S. aus Siegertsbrunn hatte diesen Urlaub lange geplant

Siegertsbrunnn - Frank S.  wollte sich mit seinem Trip nach Neuseeland einen Traum erfüllen. Doch es sollte eine Reise ohne Wiederkehr werden.

Klettern war seine Leidenschaft. Ob in den Alpen oder in der Münchner Kletterhalle – Frank S. war ein erfahrener Bergsteiger. Ende Oktober erfüllte sich der 38-jährige Softwareentwickler aus Siegertsbrunn endlich einen Traum: drei Monate Neuseeland – Abenteuer pur. Ende November machte er sich auf zum Mount Aspiring (3033 Meter hoch) – dem bekannten Hobbit-Berg aus dem Herrn der Ringe. Doch Frank S. kehrte nicht zurück. Er stürzte 200 Meter in die Tiefe.

Der Softwareentwickler war Ende Oktober Richtung Neuseeland aufgebrochen. Drei Monate wollte der 38-Jährige durch das Land reisen, vor allem Berge besteigen. Zehn Monate hatte Frank S. den Trip geplant. Endlich ging es los. „Ich habe extra meinen Jahresurlaub und den Urlaub vom neuen Jahr für dieses Abenteuer genommen“, schrieb er erwartungsvoll auf seiner Internetseite. Am 31. Oktober hob der Flieger ab in Richtung Hobbit-Land.

Mit kleinen Interneteinträgen und Bildern hielt er seine Freunde im fernen Europa auf dem Laufenden. Bis zum 26. November. Als seine Familie über zwei Wochen nichts mehr von ihm hörte, meldete sie ihn als vermisst. Doch von Frank S. fehlte über Wochen jede Spur. Bis zum Heiligen Abend.

Da entdeckten Rettungskräfte bei einer erneuten Suchaktion im neuseeländischen Mount-Aspiring-Nationalpark die Leiche des Kletterers. Er war auf der Cascade-Saddle-Route vermutlich auf einem Schneefeld ausgerutscht und rund 200 Meter in den Tod gestürzt. Wie es zu dem Unglück kam, ist noch völlig unklar. Jedoch waren die Wetterbedingungen zum Zeitpunkt des Unglücks im Nationalpark sehr schlecht. Die offizielle Homepage warnt auch jetzt noch aufgrund des Schnees vor unsicheren Wanderungen.

Hatte Frank S. eine Todesahnung? Kurz vor seiner Reise schrieb er noch: „Wenn ihr ein oder zwei Wochen nichts von mir hört, ist es vermutlich zu spät, um Hilfe zu holen.“

Freunde können sich den Absturz von Frank S. nicht erklären. Er war erfahren, bestieg regelmäßig Berge und war äußerst fit. „Er war oft alleine unterwegs und kam immer zurück – ohne jeden Kratzer“, schreibt ein Freund im Internet. Neben langen Klettertouren radelte Frank S. täglich zu seinem Büro in München und überquerte mit dem Rad auch gerne mal die Alpen und lief beim München Marathon mit. Freunde beschreiben ihn als Menschen, der immer ein Lächeln auf den Lippen trug. Der auch gerne mit Kollegen abends ein Bierchen trank und immer hilfsbereit war.

Ein Freund des Softwareentwicklers schrieb zum Tod des 38-Jährigen: „Er war definitiv super menschlich.“

aw

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