460 Viecherl in einem Haus

Frau vertreibt Tiere auf eBay - Polizei macht grausamen Fund

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Waren auch unter den beschlagnahmten Tieren: Leopardengeckos.

Thomas Türbl hat schon viel gesehen. Aber dieser Fund war auch für den erfahrenen Fachtierarzt „gravierend“: Rund 460 Tiere vegetierten in einer Reihenhaushälfte in Gräfelfing vor sich hin.

München - „Es war kein schöner Anblick, vom Geruch ganz zu schweigen“, sagt der Mitarbeiter der Reptilienauffangstation.

Tierschützer beschlagnahmten die Tiere auf Anweisung des Veterinäramts aus der stark verschmutzten Reihenhaushälfte. Die grausige Bilanz: 14 Kornnattern, 25 Königspythons und vier Leopardgeckos, eingepfercht in kleine Plastikboxen. Der Tierschutzverein Heuwusler zählte 87 Meerschweinchen, zudem befanden sich im Haus 30 Papageien, über 150 Mäuse, mehr als 100 Ratten, vier Chinchillas, eine Frettchen-Mama mit drei Jungen, Hunde, Katzen und Hamster. „Insgesamt wurden etwa 460 Tiere aus dem Haus geholt. Es herrschte absolutes Chaos“, sagt Tierinspektor Stefan Heinrich vom Tierschutzverein München. 340 der Kleintiere wurden ins Tierheim gebracht.

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Andrea Kraus, Vorstandsvorsitzende der Heuwusler, ist schockiert. „Es war grausig – so viele Tiere auf engstem Raum! Viele Meerschweinchen hatten Parasiten, einige waren trächtig.“ Die Tierhalterin, eine junge Frau, ist den Tierschützern bereits bekannt. „Wir sind der Frau seit längerem auf den Fersen. Sie war schon in mehreren Landkreisen ansässig und vertreibt die Tiere auf eBay!“, klagt Kraus. Eine Sprecherin des Landratsamts teilt auf tz-Anfrage mit, dass das Veterinäramt von Kaufinteressenten verständigt worden sei. Möglicherweise drohen der Halterin jetzt Konsequenzen: „Gegebenenfalls noch zu veranlassende verwaltungs- oder strafrechtliche Maßnahmen, wie ein eventuell ein Halteverbot für bestimmte Tiere, werden derzeit noch geprüft“, so die Sprecherin. 

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