tz auf Hausbesuch bei dem Kabarettisten

Fredl Fesl: Ich lass mich nicht unterkriegen

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Fredl Fesl mit Ehefrau Monika: „Sie gibt mir Kraft“

Pleiskirchen - 2015 war kein einfaches Jahr für Fredl Fesl. Doch er hat es gut hinter sich gebracht - trotz seiner Parkinson-Erkrankung. Die tz besuchte Fesl zuhause.

Wenn Fredl Fesl an die vergangenen zwölf Monate zurückdenkt, lächelt er zufrieden. „Ja, das war ein gutes Jahr“, stellt der beliebte Kabarettist fest. „Zwar im Rahmen der Möglichkeiten – aber oft gab es so schöne Momente, dass ich mein Parkinson glatt für ein paar Minuten vergessen habe.“ Fredl grinst bei diesen Worten – und fügt leise an: „Dieser ganze Zuspruch der Fans, dieser Respekt – das tut mir sakrisch

guad. Danke dafür!“

Im Herbst hatte der bärtige Barde sein Buch Ohne Gaudi is ois nix herausgebracht. Und ja, die Ansammlung von Anekdoten aus seiner Jugend, aus der Zeit als Kabarett-Star verkauft sich wie warme Semmeln. Wohl auch, weil Fredl in dem Werk ganz ehrlich über sein Leiden, seine Qualen mit der Parkinson-Erkrankung spricht. Tapfer, voller Kraft. „Das Buch ist jetzt schon in der dritten Auflage“, erzählt der Urbayer daher nicht ohne Stolz. Wer Fredl Fesl kennt, weiß: Ihm geht es dabei nicht um irgendwelche Einnahmen, um das Geld – sondern darum, dass ihn die Menschen noch immer mögen. Obwohl er seit Jahren wegen dieser verdammten Krankheit nicht mehr auf der geliebten Bühne stehen kann.

„Jeden Tag, wenn ich zum Briefkasten tripple, liegen da mindestens fünf Fan-Briefe drin“, erzählt der Mann, dem Bayern – nein, die ganze Nation – den Anlass-Jodler oder die Sowosamma-Neger zu verdanken hat.

Fesl: Die Familie gibt ihm Kraft

Ja, es war ein ereignisreiches Jahr für den Künstler. Jetzt zu den Feiertagen lässt es Fredl mit seiner Frau Monika etwas ruhiger angehen: „An Silvester bleiben wir schön zu Hause. Ein paar Verwandte kommen zu Besuch – das war’s“, erzählt er. Die Familie ist Fredl wichtig. Besonders an seiner Enkelin Karolina kann er sich kaum sattsehen. Die Kleine wurde vor wenigen Tagen erst drei Jahre alt. „Sie ist ein Sonnenschein. Und Weihnachten und die ganzen Feiertage liebt sie natürlich wie alle Kinder. Sie bringt Leben rein.“

Fesl als junger Gewichtheber

Über die Feiertage geht Fredl Fesl übrigens mit seiner Frau Monika auch immer gerne zu seinem Lieblings-Griechen in Eggenfelden zum Essen. Dort ist auch das Foto oben mit dem Christbaum entstanden. „Zu Hause habe ich ja nur einen ganz kleinen Baum – den ich übrigens selber gebaut habe.“ Selber gebaut? Wie das denn? „Ich habe einfach ein Gerüst aus Eisenstangen zusammengeschweißt und da wickle ich dann jedes Jahr Zweige drum rum. Am Ende der Stangen sind Kerzenständer.“

Fürs neue Jahr wünscht sich der bayerische Barde, dass sich seine Krankheit nicht noch weiter verschlimmert – und dass er noch mal auf Reisen gehen kann. „Ich bin ja viele Male auf der Insel Gomera gewesen. Ich liebe es dort. Die letzte Zeit ging das nur wegen der Krankheit nicht mehr. Es wäre einfach gigantisch, wenn ich da noch mal hinfliegen könnte.“ Doch Parkinson macht jeden Tag für Fredl unberechenbar. „Man kann halt nichts planen. Manchmal geht es besser, manchmal ist es so schlimm, dass ich mich kaum bewegen kann und starke Zuckungen habe.“ Dann ist eine Reise natürlich unmöglich. „Aber ich lasse mich nicht unterkriegen. Keine Sorge. Das verspreche ich euch.“ Dann grinst Fredl wieder – und fügt an: „Bevor ich es vergesse: Allen tz-Lesern wünsche ich ein gutes neues Jahr.“

Armin Geier

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