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Clan-Ärger in Alpen-Freibad: „Mehrfache Bedrohungen“ - Gemeinde reagiert

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Von: Franziska Seliger

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Das Alpenwarmbad in Benediktbeuern: In der nächsten Saison ändern sich hier einige Tarife. Manche werden ganz wegfallen, neue kommen hinzu.
Nachdem sich im Benediktbeurer Alpenwarmbad Familienclans daneben benommen haben, reagiert die Gemeinde nun mit einem Sicherheitsdienst. © ARP/A

Sie bedrohten Angestellte und nahmen Glasflaschen mit in die Schwimmbecken: Nun reagiert die Gemeinde Benediktbeuern auf die Familienclans im Alpenwarmbad und engagiert einen Sicherheitsdienst.

Benediktbeuern – Familienclans haben in der jüngsten Zeit vermehrt das Alpenwarmbad in Benediktbeuern besucht und sich dort völlig daneben benommen. Das hatte Bürgermeister Anton Ortlieb bereits in der Bürgerversammlung erklärt (wir berichteten). Mittlerweile hat die Gemeinde mit der Beauftragung eines Sicherheitsdienstes reagiert.

Alpenwarmbad in Benediktbeuern: Familienclans bedrohten Angestellte

In der Gemeinderatssitzung am Mittwoch ging Ortlieb erneut auf dieses Thema ein. Wie in der Sitzung mitgeteilt wurde, haben Mitglieder der Clans unter anderem Glasflaschen mit Alkohol mit in die Becken genommen. Nachdem der Bademeister sie deswegen zurechtgewiesen habe, hätten sie ihn bedroht. Etwa mit Worten wie: „Ich warte auf dich, wenn Du nachher raus kommst.“

Und derartige verbale Bedrohungen seien kein Einzelfall gewesen. „Es waren mehrfache Bedrohungen in verschiedenen Situationen“, stellte Geschäftsleiter Michael Herrmann klar. Beispielsweise hätten wartende Gäste vor dem Freibad Drohungen ausgesprochen, als die Anlage wegen zu starken Besucherandrangs zeitweilig schließen musste und die Wartenden vor dem Eingang nicht eingelassen werden konnten.

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Clan-Ärger im Schwimmbad: Gemeinde will solches Verhalten nicht dulden

Ortlieb betonte, die Gemeinde werde ein solches Verhalten nicht dulden. Im Benediktbeurer Alpenwarmbad dürfe die Situation nicht so eskalieren, wie in Freibädern in München und anderen deutschen Städten, wo Familienclans bereits seit Längerem für Ärger sorgten.

Alpenwarmbad: Sicherheitsdienst kommt bei Badegästen sehr gut an

Um frühzeitig zu reagieren, habe man deshalb am vergangenen Sonntag erstmals und „auf Probe“ einen Sicherheitsdienst engagiert, der mit einem Mann vor Ort gewesen sei, berichtete der Bürgermeister. Bei den Badegästen sei diese Sicherheitskraft „sehr gut angekommen“, so Ortlieb – auch deshalb, weil der Mitarbeiter den Gästen beispielsweise beim Umgang mit dem Kassenautomaten geholfen habe.

„Es geht gar nicht, dass ein öffentlicher Angestellter bedroht wird“, betonte Hans-Otto Pielmeier (CSU). Er appellierte an die Gemeinde, die Situation im Freibad „im Auge zu behalten“. Auch deshalb, weil man nicht wolle, dass die Badeaufsichten aus Angst kündigten. Denn Bademeister zu bekommen, sei derzeit sehr schwer. „Sie sind ein rares Gut“, so Pielmeier. Wie berichtete, hatte sich die Gemeinde schwer getan, für die diesjährige Badesaison ausreichend Mitarbeiter zu bekommen.

Wie Herrmann sagte, werde man im Benediktbeurer Freibad zwar nicht jeden Tag einen Sicherheitsdienst brauchen. Aber zu den Stoßzeiten – also etwa an den Wochenenden – „werden wir ihn sicher wieder konsultieren“. Prinzipiell könne die Gemeinde Störenfrieden zwar jederzeit ein Hausverbot erteilen, erläuterte Herrmann. Ist die Situation aber akut aufgeheizt, würde ein solches Verbot nur dazu beitragen, die Lage noch weiter eskalieren zu lassen.

Clans kommen wohl von weiter her - Haben in anderen Bädern bereits Hausverbot

Dem Vernehmen nach handelt es sich bei den Familienclans unter anderem um Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten, die nicht unmittelbar aus der Region stammen, sondern von weiter her ins Klosterdorf fahren, weil sie in anderen Freibädern – etwa in München – bereits Hausverbot haben.

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