Landkreis Freising

Neue Fälle bekannt: Hasenpest greift weiter um sich - Amtliche Warnung

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Bereits wenige Erreger genügen, dass die Hasenpest auf den Menschen überspringt. (Symbolfoto)

Die Hasenpest ist zurück in Freising. Bei weiteren toten Feldhasen wurde die Hasenpest nun nachgewiesen. Das Veterinäramt schlägt Alarm. Menschen könnten sich infizieren.

Update, Dienstag, 1. Oktober, 17.03 Uhr:Veterinäramt und Gesundheitsamt Freising warnen weiter vor der Hasenpest, nachdem neue Fälle im Landkreis Freising aufgetreten sind: Bei weiteren toten Hasen wurde ebenfalls die sogenannte Tularämie nachgewiesen. Die bakterielle Erkrankung kommt vor allem bei wildlebenden Tieren vor. Menschen können sich insbesondere bei intensivem Kontakt mit erkrankten Tieren, deren Ausscheidungen oder Kadavern anstecken. 

Die Hasenpest kann aber auch durch Mücken- oder Zeckenstiche übertragen werden. Aufgrund der hohen Mückenaktivität in Schweden beispielsweise wurden dort in diesem Jahr schon 212 humane Tularämiefälle gemeldet.Hier sind besonders Menschen gefährdet, die viel Freizeit in der Natur verbringen, zum Beispiel Camper und Wanderer.

Update, Mittwoch, 28. August, 12.20 Uhr: Landratsamt Freising klärt über Hasenpest auf

Im Landkreis Freising ist die Hasenpest ausgebrochen: Zwei toten Hasen, die im Revier Gremertshausen (Gemeinde Kranzberg) gefunden wurden, waren mit Tularämie infiziert. Auch ein Mensch wurde bereits angesteckt. Jetzt machen sich auch Besitzer von Haustieren Sorgen. Deshalb hat das FT bei Robert Stangl, Sprecher des Landratsamtes, nachgehakt.

Welche Tiere können mit der Hasenpest angesteckt werden? 

Besonders häufig sind in Deutschland Feldhasen betroffen. Kaninchen und Nagetiere wie Mäuse, Wühlmäuse, Ratten oder Eichhörnchen können genauso wie Wildwiederkäuer, Fleischfresser und sogar Vögel ebenfalls infiziert sein. 

Das bedeutet, dass auch Hunde und Katzen nicht vor dem Erreger gefeit sind – richtig? 

Richtig, als Fleischfresser können auch sie betroffen sein. Aber die schweren Verläufe der Krankheit kommen vor allem bei Hasen vor. 

Gibt es eine Möglichkeit, Tiere gegen Tularämie zu impfen?

In Deutschland gibt es keinen für Tiere zugelassenen Impfstoff gegen Tularämie. Bei Symptomen sollte man den Tierarzt aufsuchen, und diesen dann auch auf einen möglichen Kontakt mit Wildtieren hinweisen und darauf, dass die Hasenpest im Landkreis bereits aufgetreten ist. 

Welche Schutzmaßnahmen für Tiere kann das Veterinäramt Tierhaltern empfehlen? 

Man sollte den Kontakt zu Wildtieren vermeiden – insbesondere bei offensichtlich kranken Tieren. Die auffälligsten Symptome bei erkrankten Tieren sind Schwäche, Fieber und verändertes Verhalten. Zum Beispiel verlieren Hasen ihre natürliche Scheu und Schnelligkeit.

Erstmeldung, Montag, 26. August, 14.49 Uhr: Hasenpest im Landkreis Freising

Freising – Im Landkreis Freising ist die Hasenpest ausgebrochen. Das meldete das Landratsamt Freising am Montagnachmittag. Demnach hat das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei zwei verendeten Feldhasen die sogenannte Tularämie nachgewiesen. Die toten Tiere waren im Revier Gremertshausen gefunden worden. Auch ein Mann aus dem Landkreis wurde bereits angesteckt.

Wie Amtssprecher Robert Stangl mitteilte, sei der Mann anlässlich einer Erkrankung untersucht worden. Bei dem Test seien labordiagnostisch Antikörper (IgM und IgG) gegen den Erreger der Tularämie entdeckt worden. „Auslöser für die Infektion könnte der ungeschützte Kontakt mit einem toten Kaninchen gewesen sein“, berichtet Stangl. „Eine Untersuchung des betroffenen Tiers konnte allerdings nicht erfolgen.“

Hasenpest: Vor allem Jäger gefährdert

Bei der Hasenpest handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, die vor allem bei wildlebenden Tieren vorkommt. Menschen können sich vor allem bei intensivem Kontakt mit erkrankten Tieren oder deren Ausscheidungen infizieren, aber auch beim Umgang mit Kadavern, insbesondere beim Enthäuten und Ausnehmen erlegten Wildes. Gefährdet sind daher vor allem Jäger, Köche, Metzger und Tierärzte.

„Eine Infektion ist durch das Einatmen infektiöser Stäube ebenso möglich wie durch Bissverletzungen, über unzureichend erhitzte Nahrungsmittel oder kontaminiertes Wasser“, erklärt Stangl. „Bereits wenige Erreger genügen bei Mensch und Tier, um sich anzustecken.“ Die Inkubationszeit beim Menschen beträgt in der Regel drei bis fünf Tage.

Symptome für Hasenpest sind vielfältig

Zu den vielfältigen Symptomen zählen Fieber, Lymphknotenschwellungen, Schüttelfrost, Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen. Durch Einatmen des Erregers kann es zu Husten, Brustschmerzen, Atemnot, Schweißausbrüchen, Übelkeit und Erbrechen kommen – in seltenen Fällen auch zu einer Lungenentzündung. Bei einer Infektion über den Verdauungstrakt sind Entzündungen der Mundschleimhaut und des Rachens, Schwellungen der Halslymphknoten, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfälle möglich. „Bei rechtzeitiger, gezielter Antibiotikatherapie können die eher seltenen schweren Krankheitsverläufe in der Regel vermieden werden“, betont Stangl.

Die auffälligsten Symptome bei mit Tularämie infizierten Tieren sind Schwäche, Fieber und verändertes Verhalten: Zum Beispiel verlieren Tiere ihre natürliche Scheu und Schnelligkeit, Fluchtreflexe bleiben aus. In der Regel verenden die Tiere nach wenigen Tagen. Neben Hasen können sich auch andere Tiere infizieren. Besonders gefährdet sind kleinere Nagetiere, aber auch auf Hunde oder Katzen ist Tularämie übertragbar.

Veterinäramt rät: Im Verdachtsfall Arzt hinzuziehen

Das Veterinäramt rät zur Vorsicht: In freier Natur gefundene verendete Feldhasen oder Wildkaninchen sollten keinesfalls berührt werden. Ein direkter Kontakt mit Ausscheidungen, Blut und Organen von Wildtieren muss vermieden werden. Jäger sollten beim Umgang mit erlegten Feldhasen oder Wildkaninchen Mundschutz und Einmalhandschuhe tragen und sich nach der Arbeit die Hände gründlich reinigen und desinfizieren. Im Verdachtsfall ist ein amtlicher Tierarzt hinzuziehen, das Wildbret darf nicht als Lebensmittel verwendet werden.

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