Brand im Gewerbegebiet

Rauch-Inferno in Freising: Feuerwehr kämpft bis zur Erschöpfung

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Ein Einsatz unter extremen Bedingen: Hitze und dichter Rauch setzten den Feuerwehrlern zu. 

Die Freisinger Feuerwehr kämpfte mehr als drei Stunden lang im Gewerbegebiet „Clemenssänger“ in einem wahren Rauch-Inferno gegen einen Gebäude-Brand – bis zur völligen Erschöpfung.

Freising– Es war 8 Uhr früh am Samstag, als eine 26-jährige Freisingerin entdeckte, wie aus dem Untergeschoß des großen Gebäudes, in dem die Firmen Richter und Frenzel sowie Sonepar eingemietet sind, dichter Rauch quoll. Sie verständigte über Notruf die Feuerwehr – Beginn eines kräftezehrenden Einsatzes von 57 Feuerwehrleuten. Mit mehr als einem Dutzend Fahrzeugen aus beiden Wachen war die Feuerwehr den ganzen Vormittag im Einsatz, um den Brand vollständig abzulöschen. Ein Übergreifen auf weitere Teile des Gebäudes konnte gerade noch verhindert werden. Was Ursache für das Feuer war, ermitteln nun die Fahnder der Kripo Erding.

Aufgrund des Alarmstichworts „Enorme Verrauchung in großer Industriehalle“ war die Dimension des Einsatzes sofort klar. Im Kellergeschoss des Unternehmens war ein Feuer ausgebrochen, das rasch für eine starke Verrauchung gesorgt hatte. Wie lange der Brand im Lager eines der Betriebe schon gewütet hatte, konnte zunächst nicht festgestellt werden. Die Rolltore im Untergeschoß musste die Feuerwehr erst einmal aufbrechen, um überhaupt zum Brandort zu gelangen. Dem ersten Atemschutztrupp, der unverzüglich nach dem Eintreffen des ersten FFW-Fahrzeugs mit der Personensuche und Brandbekämpfung begann, schlugen bereits Flammen und dichter, schwarzer Rauch entgegen.

Völlig erschöpfte Feuerwehrleute.

Nur mühevoll konnten sich die Freisinger Kräfte – mittlerweile war ein weiterer Atemschutztrupp parallel mit einem zweiten C-Rohr im Einsatz – vorankämpfen und das Feuer ablöschen. Gut 30 Minuten dauerte es, bis die Atemschutztrupps „Feuer unter Kontrolle“ und „Feuer aus“ an die Einsatzleitung melden konnten. Weitere Atemschutztrupps waren anschließend knapp zwei Stunden damit beschäftigt, letzte Glutnester im Kellerbereich abzulöschen. 

Aufgrund der enormen Hitzeentwicklung musste zeitweise sogar Schaum eingesetzt werden, um das Feuer einzudämmen. Außerdem war der Kellerbereich – das Feuer hatte enormen Schaden an der Decke verursacht – bald mehr zu betreten. Eine Gefahr für die Einsatzkräfte bestand jedoch zu keinem Zeitpunkt. Insgesamt waren am Ende drei C-Rohre und fast ein Dutzend Atemschutzgeräteträger aus beiden Freisinger Wachen im Einsatz gewesen, um gegen das qualmende Inferno vorzugehen. Mit Hilfe von drei Überdrucklüftern wurde das Gebäude schließlich über geeignete Stellen „entraucht“.

Das Gelände glich einem wahren Rauch-Inferno.

Aufgrund des enormen Personal- und Fahrzeugaufwandes musste die Straße „Clemensänger Ring“ zeitweise komplett gesperrt werden, überdies nutzten die Freisinger Kräfte Teile eines angrenzenden Parkplatz eines Einzelhändlers, um dort die Fahrzeuge für die Einsatzleitung und Atemschutzsammelstelle – auch der Abrollbehälter „Atemschutz“ war zum Einsatz gekommen – zu stationieren.

Gut dreieinhalb Stunden nach der Alarmierung rückten die letzten Fahrzeuge von der Einsatzstelle wieder ab. Brandfahnder der Polizei nahmen noch am Samstag ihre Ermittlungen auf. „Der Brandort und die angrenzenden Lagerräume wurden bis auf weiteres gesperrt“, meldete gestern die Polizei.

Im Einsatz waren auch die Polizei das BRK mit zwei Rettungswagen und einem Einsatzleitfahrzeug.

Glücklicherweise war so früh noch niemand in dem Gebäude – es gab keine Verletzten. Der Sachschaden beträgt mindestens 100 000 Euro. 

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