Aufregung am frühen Morgen

Schule in Freising evakuiert

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Viel Staub aufgewirbelt hat die Reinigung der Kühlung an diesem Automat. Schulküchen-Chef Lutz Rüdiger – hier mit Schulleiterin Hedwig Stock-Archner – war zunächst gar nicht klar, dass er damit den Alarm ausgelöst hatte.

Freising - Große Aufregung am Dienstagmorgen im Josef-Hofmiller-Gymnasium. Ein Brandmelder hatte kurz vor Schulbeginn Alarm ausgelöst. Die Schule wurde evakuiert, die Feuerwehr rückte an.

Lehrer und Schüler, die gestern erst kurz vor Schulbeginn eintrafen, fuhr der Schreck in die Glieder: Rund ums Hofmiller-Gymnasium herrschte dichtes Gedränge, vor allem am vorgeschriebenen „Sammelplatz“ für Notfälle an der Joachamstraße. Die Freisinger Feuerwehr rückte an. Und die Polizei. Was war passiert?

Im Grunde sehr wenig. Es war – im Nachhinein betrachtet – so etwas wie die jährliche Feuerübung an der Schule. Dieses Mal nur unter sehr realen Bedingungen. Denn gegen 7.45 Uhr hatte ein Brandmelder im JoHo Alarm ausgelöst, der sofort an die Integrierte Leitstelle und die Polizei-Einsatzzentrale in Ingolstadt übermittelt wurde.

Mit vier Fahrzeugen und 25 Mann rückte die Freisinger Feuerwehr an, wie Stadtbrandinspektor Anton Frankl berichtete. Die Polizei raste mit ebenfalls vier Einsatzfahrzeugen zur Schule. Doch schon beim Eintreffen vor Ort gab es Entwarnung. Henning, Arndt, der zuständige Sicherheitslehrer am JoHo, berichtete, dass kein Feuer ausgebrochen sei. Wie sich rasch herausstellte, war der Fehlalarm von einem Brandmelder über einem Automaten mit Getränken und Süßwaren ausgelöst worden. Der Leiter der Schulküche, Lutz Rüdiger, hatte die Kühlung des Automaten mit einem Kompressor gereinigt – „und das sehr effektiv“, wie im Nachhinein Schulleiterin Hedwig Stock-Archner schmunzelte. Eine Staubwolke war direkt in den Brandmelder, der zwischen Rauch und Staub nicht unterscheidet, gezogen. Alarm!

Und der hat es am „JoHo“ wahrhaftig in sich. Der Dauerheulton ist so durchdringend, dass er selbst ein paar Häuserblocks weiter bestens zu hören ist. Er gellte los, als die Schulchefin gerade auf dem Weg ins Lehrerzimmer war: „Ich wusste sofort: Das ist kein Probealarm“, berichtte Hedwig Stock-Archner, „das war ernst zu nehmen“. Zusammen mit ihren Lehrerkollegen – „die meisten hatten ein Fragezeichen im Gesicht“ – wurden die Schüler aus dem Gebäude gelotst. Stock-Archner: „Das ging ruckzuck. Sehr viele unserer 928 Schüler waren um diese Zeit ja noch nicht da.“ Dafür herrschte dann vor dem Gymnasium schon „eine kleine Aufregung“, wie Stock-Archner vorsichtig formuliert. 7.45 Uhr – das ist nämlich genau der Zeitpunkt, wo ein Schulbus nach dem anderen vor dem Gymnasium eintrifft. „Alle staunten“, so die Schulleiterin, „und viele wollten gar nicht glauben, dass es so früh am Morgen schon einen Feueralarm geben konnte“. Trotzdem lief alles ab wie am Schnürchen: „Die Schüler sammelten sich selbst klassenweise, marschierten zum Sammelplatz – und meldeten sogar, wenn eine Klasse vollständig war“, berichtet die Schulleiterin stolz: „Ich bin total begeistert. Großes Lob für alle Schüler!“ Dass alles so perfekt klappte, dürfte freilich auch an den vier Schulstunden gelegen haben, in denen zum Start ins neue Schuljahr in allen Klassen Fragen erörtern wurde wie: ,Wie verhalte ich mich bei einem Feueralarm?‘´

In kürzester Zeit also stand die komplette „JoHo“-Schulfamilie am Sammelplatz. Da die Schüler fast noch alle ihre Jacken anhatten, machte es auch nichts, dass es ziemlich kalt war. „Ich fror allerdings schon“, berichtete Stock-Archner. Die Schulleiterin, die meist schon um sieben Uhr ihren Dienst antritt, hatte längst ihren Mantel im Direktorat abgelegt.

Fazit: Am JoHo könnte man sich die nächste Feuerwehrübung eigentlich sparen – schließlich hat alles perfekt geklappt. Die Schüler, sagte gestern Stadtbrandinspektor Anton Frankl, hätten schon einen sehr guten Eindruck davon bekommen, „wie das im Ernstfall ausschaut“. „Allerdings“, gibt Stock-Archner zu bedenken, „wurde die Schule ja nicht komplett geräumt, weil noch nicht alle da waren“. Der Sicherheitsbeauftragte Henning Arndt müsse nun entscheiden, ob man sich den jährlichen Probealarm sparen kann.

Eine weitere Erkenntnis des turbulenten Morgens ergibt sich für künftige Wartungsarbeiten an Getränkeautomaten. Schulküchen-Chef Rüdiger war gar nicht klar, dass er den Alarm ausgelöst hatte. Doch da kann man offenbar viel Staub aufwirbeln.

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