So erlebten Einsatzkräfte den Unfall

A92: „Das glich einem Schlachtfeld“

Freising/Eching – Sie gaben alles: Der Busunfall vom Mittwoch war für die Freisinger Rettungskräfte einer der größten Einsätze der vergangenen Jahre. Über 200 Helfer kümmerten sich um die verletzten Kinder und Betreuer. So etwas wirkt nach.

Den Freisinger Stadtbrandinspektor Anton Frankl, der Einsatzleiter vor Ort war, erreichte die Nachricht während der Planungsausschuss-Sitzung. Wenige Minuten später habe sich ihm am Einsatzort ein dramatisches Bild geboten: „Das glich einem Schlachtfeld.“ Sofortige Entscheidungen waren gefragt, erläuterte am Donnerstag der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr: „Vor allem die Eingeklemmten brauchten schnelle Hilfe.“

Über 200 Einsatzkräfte – auch aus dem Landkreis – waren vor Ort. Die FFW-Kräfte rückten aus Freising, Attaching, Eching, Neufahrn und München an. Bald hatte man die Lage im Griff, meinte Frankl: „Man schnauft durch und sieht die Betroffenen. Was haben die gerade erleben müssen!“ Und: „Man denkt aber auch sofort an die eigenen Kinder.“

Kinder bei Busunfall auf der A92 verletzt

„Wichtig war es, den betroffenen Kindern Geborgenheit und Schutz zu geben“, kommentiert Christine Rattenhuber. Die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung war die erste, die als Einsatzleiterin für das Kriseninterventionsteam (KIT) am Unfallort eintraf: „Nach der medizinischen Versorgung war es wichtig, die Kinder möglichst schnell in einen geschützten Raum zu bekommen.“ Und der war im Großraum-Rettungsrettungswagen der Berufsfeuerwehr München eingerichtet worden. Inzwischen waren auch ihre Kollegen eingetroffen: „Im FFW-Bus konnten wir uns voll und ganz den Kindern widmen.“ Denn jeder hatte das Erlebte anders verarbeitet: „Die einen saßen nur da und weinten, andere wiederum verfolgten interessiert die Arbeit der Retter. Christine Rattenhuber weiß: „Wie stark betroffen jeder wirklich ist, wird sich erst später herausstellen.“

„Gott sei Dank ist nicht mehr passiert“, meint Andreas Dörner, Sprecher des BRK Freising. Er war selbst vor Ort: „Trotz der Menge an Verletzten verlief alles reibungslos. Rund 50 Sanis waren aus der Region Freising, dem Kreis Erding und aus München angerückt: „Die Koordination lief prima.“ Das bestätigte Philip Rudolf, Sprecher des THW Freising: „Es war unglaublich, was dort vor Ort geleistet wurde“. Das Hilfswerk selbst hatte einen Bergekran und zwei weitere Fahrzeuge im Einsatz.

Wolfgang Schnetz

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