Extremes Waffenarsenal

Frau ruft für sich Krankenwagen - Einsatz nimmt bedrohliche Wendung, als man in die Wohnung schaut

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Handgranaten und Gewehre: Bei einer Frau (56) aus Freising stieß die Polizei auf ein wahres Waffenlager.

Sie wurden gerufen, um bei einem medizinischen Notfall zu helfen. Statt Rettungsassistenten kamen in Freising am Ende jedoch Sprengstoffexperten zum Einsatz.

Freising – Der Notruf, der alles ausgelöst hat, geht bei der Integrierten Leitstelle in Erding am 15. Juli gegen 11.30 Uhr ein, wie Michael Ertl, stellvertretender Leiter der PI Freising, berichtet. Eine 56-jährige Deutsche, die im nördlichen Freisinger Stadtgebiet lebt, funkt SOS. Sie befinde sich in einer medizinischen Notlage. Neben den Rettungskräften rückt auch eine Polizeistreife an. „Das ist üblich, wenn es sich um eine schwerere Geschichte handelt, oder wenn etwa Angst besteht, dass man nicht in die Wohnung kommt“, erklärt Ertl.

Mit dem Szenario vor Ort haben die Einsatzkräfte aber nicht gerechnet. Die Person, die den Notruf getätigt hat, befindet sich nicht mehr im Haus. Das, was die Beamten durch die von der Mitbewohnerin geöffneten Wohnungstüre entdecken, sorgt indes für eine böse Überraschung, wie Ertl schildert: „In der Wohnung waren augenscheinlich mehrere Waffen zu sehen, unter anderem eine Pistole.“

Waffenarsenal in Freisinger Wohnung: Sogar ein Sturmgewehr finden die Polizisten

Die Polizisten schalten sofort: Sie rufen eine weitere Streife zur Unterstützung herbei und kontaktieren das Amtsgericht Landshut. Kurze Zeit später betreten sie auf richterliche Anordnung die Wohnung. Das, was die Beamten bei der Wohnungsdurchsuchung finden, übersteigt alle Erwartungen: Sie stoßen auf zahlreichen Waffen. Das Arsenal reicht vom Schlagring und kleinen Klappmessern über Pistolen, Schreckschusswaffen mit Schalldämpfer, Softairwaffen und Luftdruckgewehren bis hin zu augenscheinlichen Handgranaten. Insgesamt werden 41 Gegenstände sichergestellt.

Sogar ein Sturmgewehr lagert bei der 56-Jährigen. Vor allem Letzteres könnte der Frau zum Verhängnis werden. „Ob es sich bei dem Sturmgewehr um eine funktionsfähige Waffe handelt, wird derzeit beim Landeskriminalamt (LKA) geprüft“, berichtet der Vize-Polizeichef. „Wird dies bejaht, handelt es sich um eine Kriegswaffe. Das wäre dann ein Verbrechen, das in der Regel mit einer Haftstrafe nicht unter einem Jahr geahndet wird.“

Waffund in Freising: Sprengstoffexperten öffnen verdächtigen Tresor

Das aber ist noch nicht alles. Die Ermittler stoßen auch auf einen Tresor. Die Aufschrift auf dem Safe: „Sprengstoffgesichert“. Die Polizisten rechnen mit dem Schlimmsten, fordern eine Sondereinheit des LKA an. „Die haben den Tresor geöffnet“, sagt Ertl. Die Experten geben Entwarnung, zumindest teilweise: Der Tresor ist nicht mit Sprengstoff versehen. Allerdings stoßen die Ermittler auf Imitationshandgranaten und Nebelwurfkörper.

Die optisch echt wirkenden Handgranaten stellen sich zwar als Attrappen heraus. „Das heißt aber nicht, dass es sich dabei um Spielzeug handelt“, betont Ertl. Dabei könne es sich um Übungsmunition handeln, aber auch um unbrauchbar gemachte echte Waffen. „Das muss das Gutachten zeigen.“

Polizei: Indizien sprechen für rechtsradikalen Hintergrund der Freisingerin

Wo die 56-Jährige abgeblieben ist, kommt schnell heraus: Die Frau hat sich – offenbar aufgrund eines tatsächlichen medizinischen Notfalls – selbstständig ins Klinikum Freising begeben. Klären muss die Polizei nun die Herkunft und den Grund für die Lagerung der Waffen. Indizien deuten auf eine rechtsgerichtete Gesinnung bei der Freisingerin hin. „Es gibt aber keinen Hinweis darauf, dass die Frau in nächster Zeit mit den Waffen etwas anstellen wollte“, betont Ertl. „Manche finden es einfach toll, von solchen Sachen umgeben zu sein. Allerdings sind in der Regel eher Männer die Waffennarren.“

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