Ursprung noch unbekannt

Giftige Chemikalien in bayerischem Fluss entdeckt: Behörden warnen vor Verzehr von Fischen

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Bei Wildfischen aus der Moosach haben Behörden besorgniserregende chemische Rückstände festgestellt. Nun wird vom Verzehr von Moosachfischen abgeraten.

Erneut wurden im Fluss Moosach bei Freising giftige Chemikalien entdeckt. Fische gelten als kontaminiert. Für Menschen könnte dies gefährlich werden.

Hangenham – Die Mitteilung kam am späten Mittwochnachmittag: Das Wasserwirtschaftsamt München (WWA) hat im Rahmen eines großflächigen Überwachungsprogramms (Monitoring) perfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), sprich: Industriechemikalien in der Moosach bei Hangenham (Gemeinde Marzling, Landkreis Freising) festgestellt. In den daraufhin vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) durchgeführten Untersuchungen von wildlebenden Fischen in der Moosach wurden unterschiedliche hohe Gehalte von Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) festgestellt.

Chemikalien in Moosach bei Freising entdeckt: Fische nicht essen!

Letztere wird unter anderem als Imprägniermittel verwendet. Diese Substanzen können durch industrielle Anwendung – beispielsweise über Abwässer – in die Umwelt gelangen. Die Untersuchung stehe aber „in keinem Zusammenhang mit den im Landkreis festgestellten Vorkommen von Malachitgrün und Leukomalachitgrün“, heißt es ausdrücklich in der Info aus dem Landratsamt.

Wie die Kreisbehörde in Übereinstimmung mit den beiden Fachämtern übermittelte, sei „ein gelegentlicher Verzehr gesundheitlich nicht bedenklich“, langfristiger und regelmäßiger Verzehr der untersuchten Fische könne jedoch negative Auswirkungen wie etwa eine Erhöhung des Gesamtcholesterins im Blut hervorrufen. „Vom häufigen Verzehr von Fischen aus der Moosach wird daher abgeraten.“

Freising/Moosach: Mit Chemikalien belasteter Fisch entdeckt

Die bayerische Wasserwirtschaft betreibt ein umfangreiches chemisches und biologisches Monitoring, um den Zustand der Gewässer zu überwachen. Eines davon ist das Projekt „Monitoring-Offensive Schadstoffe“ (MOSAIC). Dabei werden die jährlich etwa 90 zu untersuchenden Messstellen mit den Wasserwirtschaftsämtern abgestimmt und mehrmals pro Jahr auf die unterschiedlichsten Schadstoffe wie zum Beispiel Pflanzenschutzmittel und weitere industrielle Problemstoffe analysiert. Bei den für heuer ausgewählten Messpunkten ist unter anderem die Entnahmestelle Hangenham an der Moosach enthalten, wo nun die PFOS-Gehalte festgestellt wurden.

Nach Mitteilung des WWA liegen dem Amt derzeit keine näheren Erkenntnisse zu den Ausmaßen sowie zum Ursprung der Kontamination vor. Das WWA führt daher derzeit weitere Ermittlungen zur Erforschung der Ursachen der festgestellten Belastung durch.

Verzehr von giftigen Fischen: Gesundheitsgefährdung möglich

Die Substanzen reichern sich in Körpern von Menschen und Tieren an. Für Rückstände von PFAS in Lebensmitteln sind weder auf EU-Ebene Höchstwerte noch national Grenzwerte festgelegt worden. Aufgrund ihrer negativen Wirkung auf die Gesundheit sind diese Substanzen in Lebensmitteln jedoch generell unerwünscht. Durch den kurzfristigen Verzehr der vom LGL untersuchten Fische ergeben sich nach dortiger Auskunft keine gesundheitsschädlichen Wirkungen. 

Beim langfristigen, regelmäßigen Verzehr derart belasteter Fische würde sich für einen Erwachsenen aber eine mehrfache Überschreitung des unbedenklichen Werts ergeben. Danach sei laut LGL davon auszugehen, dass „negative gesundheitliche Wirkungen“ hervorgerufen werden könnten.

Gesundheitsschäden durch Fische: Chemikalien in bayerischem Fluss

Das Landratsamt Freising will nun gemeinsam mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit „Untersuchungen von Lebensmitteln tierischer Herkunft auf die gefundenen Substanzen“ durchführen. Ergebnisse hierzu lägen jedoch derzeit noch nicht vor.

Die ohnehin vom Malachitgrün-Skandal gebeutelten Fischzüchter aus dem Landkreis zeigten sich in einer ersten Reaktion geschockt von den Untersuchungsergebnissen. Detailliert konnten sie sich nicht dazu äußern, aber die Warnung vor Moosachfischen sei ein erneuter Schlag, den er jetzt zu verkraften hätte, meint etwa der Freisinger Züchter Peter Baumgartner. „Ein weiterer Hammer ist das.“ Zum wiederholten Mal müsse er um seine Existenz bangen. Er und sein Neufahrner Mitbewerber Benjamin Nadler hoffen, dass nun schnellstmöglich die Hintergründe aufgeklärt würden.

Auch lesenswert: Wer in diesen Tagen auf der Isar unterwegs ist, den erwartet im Kreis Freising ein gefährliches Hindernis im Wasser. Der Kanu-Verband warnt alle Bootsfahrer.

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