Streit eskaliert - zwei Polizisten verletzt

Mutter mit Spiritus übergossen

Freising - Zwei Polizistinnen wurden bei einem Einsatz verletzt und mussten ins Klinikum: Ein 25-Jähriger war durchgedreht und hatte Salzsäure- sowie Salpeter-Flaschen geworfen. Zuvor hatte er daheim randaliert und die Eltern bedroht.

Dienstagvormittag lief die Pressekonferenz von Innenminister Joachim Herrmann, in der die Zunahme gewalttätiger Übergriffe auf Polizeibeamte Thema war – da wurden gerade zwei Freisinger Beamtinnen (22 und 28 Jahre alt) aus dem Klinikum entlassen. Sie und ihre Kollegen waren in der Früh in Lerchenfeld zur Zielscheibe eines gefährlichen Randalierers geworden.

Kurz nach 1 Uhr war es zum heftigen Streit in einer Wohnhaus im Zentrum von Lerchenfeld gekommen. Ein 25-jähriger Freisinger war aus bislang ungeklärter Ursache mit seinen Eltern aneinandergeraten, wie Polizeihauptkommissar Thomas Ritzer vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord mitteilte. Dann eskalierte die Situation: Der 25-Jährige wurde gewalttätig und begann, Teile der Wohnungseinrichtung zu zerstören.

Danach wurde er brutal gegen seine Eltern: Er übergoss seine Mutter mit Spiritus und drohte damit, sie anzuzünden. Die Eltern flüchteten daraufhin aus dem Haus und der junge Mann verbarrikadierte sich in seinem Zimmer im Obergeschoss. Inzwischen waren vier Polizeistreifenwagen vorgefahren. Die insgesamt acht eingesetzten Beamten bedrohte der 25-Jährige zunächst verbal, dann wurde es gefährlich: Der Randalierer warf mit selbstgebauten Brandsätzen und Flaschen mit Salpeter und Salzsäure nach den Beamten. Er traf sie glücklicherweise nicht, aber die Flaschen barsten auf dem Boden. Zwei Polizeibeamtinnen atmeten die Dämpfe ein und mussten zur Beobachtung ins Klinikum Freising.

Während die Polizeikräfte den Gefahrenbereich rund um das Wohnhaus absperrten, gab der Täter plötzlich auf und kam mit erhobenen Händen aus dem Haus. Er ließ sich widerstandslos festnehmen. Da begann er plötzlich zu erzählen, dass er überall im Haus Sprengfallen und Säure ausgelegt habe, woraufhin umgehend auch die Bewohner des Nachbarhauses evakuiert wurden.

Daraufhin mussten Spezialkräfte des Landeskriminalamtes angefordert werden, die das gesamte Haus durchsuchten. Sie konnten jedoch nach einiger Zeit Entwarnung geben: Sprengfallen existierten nicht. Die Feuerwehr Freising übernahm später die Dekontamination der ausgelaufenen Säure.

Nach seiner Festnahme wurde der Tatverdächtige sofort ins Bezirkskrankenhaus eingeliefert. Das Motiv des jungen Mannes, insbesondere, ob eine psychische Erkrankung Grund für den nächtlichen Ausraster war, ist derzeit noch nicht bekannt, meldete die Polizei. Die Ermittlungen laufen bereits.

„Den beiden Polizeibeamtinnen geht es wieder gut“, gab sich am Dienstag Freisings Polizeichef Anton Hemmer, erleichtert: „Die beiden haben den heftigen Einsatz doch ganz gut weggesteckt.“ Die 28-jährige Polizeiobermeisterin gehöre bereits zu den erfahrenen Einsatzkräfte in der Mannschaft an der Haydstraße. Die 22-jährige Polizeimeisterin ergänzt erst seit kurzem das Team der PI Freising: „Aber auch sie macht einen gefestigten Eindruck“, so Hemmer.

Wolfgang Schnetz

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