Einsatz mit Gewalt und Blessuren

Asyl-Protestmarsch in Freising von Polizei gestoppt

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Da sich die Asylsuchenden und ihre Unterstützer massiv wehrten, ging der Polizeieinsatz laut den Beamten nicht ohne Gewalt und Blessuren über die Bühne

Freising - Ein Großaufgebot der Polizei hat am Sonntag in Freising den Protestmarsch von Asylsuchenden in die Landeshauptstadt gestoppt. Rund 140 Beamte standen 40 Flüchtlingen gegenüber. Sie waren über zwei Stunden lang eingekesselt, es gab auch Verletzte.

Die Szenerie mutete gespenstisch an. Mitten in im Freisinger Stadtteil Lerchenfeld riegelte die Polizei am Sonntagmittag die Ismaninger Straße weitläufig ab. Knapp 30 Kleinbusse und Streifenwagen säumten die umliegenden Straßen. Polizeibeamte hatten den Protestmarsch von Asylsuchenden am Sonntag kurz nach dem Aufbruch um 10.30 Uhr Epiphanias-Zentrum in Lerchenfeld aufgehalten.

„Nur um ihre Personalien und ihre Aufenthaltsgenehmigung zu überprüfen“, wie Einsatzleiter Thomas Zäpfel am Ort des Geschehens mitteilte. Die Flüchtlinge hatten in einer evangelischen Einrichtung in Lerchenfeld übernachtet hatten. Sie waren gerade auf dem Weg zu ihrer nächsten Zwischenstation in Neufahrn. Also nicht mehr weit von ihrem Ziel, der Landeshauptstadt, entfernt.

Polizei: Flüchtlinge haben sich "unkooperativ" verhalten

Auf die Frage, warum man Verstärkung angefordert, die Bereitschaftpolizei und Sondereinsatzkräfte eines Unterstützungskommandos (USK) hinzugezogen hatte, antwortete Zäpfel „die Herrschaften“ hätten Widerstand geleistet und sich alles andere als „rechtsstaatlich konform“, sich „unkooperativ“ verhalten.

Gewalt und Blessuren bei Polizeieinsatz

Die Flüchtlinge waren auf engstem Raum von den Sonderkräften eingekreist, saßen auf dem Boden und skandierten: „Wir sind friedlich, was seid ihr?“. Sie schimpften auf den „Polizeistaat“, schrien den Beamten Beleidigungen wie „Fuck you“ entgegen. Die Polizisten zogen einen nach dem anderen aus dem Pulk heraus. Ohne Gewaltanwendung und ohne Blessuren ging das nicht ab. „Die langen ganz schön grob hin“, erklärte einer der unabhängigen Begleiter des Protestmarsches. Bisweilen waren mehrere Beamte nötig, um die sich nach Kräften wehrenden Demonstranten unter Kontrolle zu bringen, um ihnen Handschellen anzulegen. Einzeln brachte man die Asylsuchenden dann in Einsatzwagen, nahm ihnen die Ausweispapiere ab und kontrollierte ihre Aufenthaltsgenehmigungen: „Lass ich den jetzt gehen?“, fragte ein Kriminalbeamter seinen Chef. „Hier steht 27.7., auf der anderen Seite 27.9. Außerdem ist unklar, ob er aus Bayern oder der Oberpfalz kommt“, fügte er an.

"(...) entweder zurückgeschickt oder in Gewahrsam genommen"

Inzwischen säumten Passanten den Ort des Geschehens, die Reihen der Demonstranten lichteten sich. „Sie werden entweder zurückgeschickt oder in Gewahrsam genommen“, erklärte Zäpfel zu den Teilnehmern, die ihre Residenzpflicht verletzt hatten. Die anderen dürften ihren Weg fortsetzen, versprach er. „Sie könnten schon eine Stunde unterwegs sein, wenn sie sich anders verhalten hätten.“

von Alexander Fischer

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