Internationaler „Braupakt“ zwischen Bayern und Kalifornien

Weihenstephan und Sierra Nevada verkaufen neues Bier! So schmeckt es

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Großes Interesse bestand an der gemeinsamen Hopfengabe. Zollo und Jennings schütteten fünf Eimer „Amarillo“ und „Chinook“ in den Sudkessel.

Der Pakt zwischen der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan und der US-Brauerei Sierra Nevada ist beschlossene Sache. Am Dienstag haben die beiden Braumeister das gemeinsame Bier vorgestellt – der sinnige Name: „Braupakt“.

Freising – Die Idee zu einem gemeinsamen Projekt entstand auf der Sidney-Beer-Week 2016, erzählte Exportleiter Markus Englet am Dienstag bei der Biervorstellung. Besiegelt wurde das ganze dann im Mai 2017 in Washington – „ab dann wurde der Braupakt wunderbare Realität“.

Scott Jennings, Braumeister von Sierra Nevada, war extra angereist, um bei der Vorstellung dabei zu sein: „Es ist eine tolle Möglichkeit, mit einer der berühmtesten Brauereien der Welt zusammenzuarbeiten.“ Das Kompliment gab Tobias Zollo, Jennings Pendant von Weihenstephan, direkt zurück: „Die Qualität und traditionellen Werte verbinden uns.“

So schmeckt der „Braupakt“

Doch was haben die beiden Braumeister eigentlich zusammengemischt? Grundsätzlich ist der Braupakt ein Weißbier mit sechs Prozent Alkoholgehalt. Dabei wollte man aus beiden Brau-Kulturen etwas einfließen lassen – beispielsweise wurden zwei Hopfensorten für den Braupakt verwendet. Einerseits kommt das grüne Gold aus der Hallertau, die Sorte Amarillo besticht mit einen fruchtigen Pfirsich- und Aprikosengeschmack. Der amerikanische Chinook bringt eine Grapefruit-Note mit rein. Der traditionell leicht bananige Geschmack des Weißbieres liegt an der Hefe. Scott Jennings: „Das Besondere ist aber definitiv das intensive Hopfenaroma.“

Ab 1. März international im Handel

Übrigens: Das gemeinsame Bier gibt es ab 1. März zu kaufen, in den USA wird es einige Wochen später erhältlich sein. Außerdem wird es in 31 weitere Länder exportiert. Und dann heißt es schnell sein: „Das ist ein One-Off Projekt“, sagte Englet. Heißt: Ist der Braupakt ausverkauft, gibt es ihn auch nicht mehr. Allerdings sei die Zusammenarbeit ein Zeichen, dass man „bei traditionellen Bieren nicht stehen bleiben darf“. Sie zeigt außerdem, „dass unsere Braumeister richtig was drauf haben“. Das Bier wurde auch nur in Freising – und nach dem deutschen Reinheitsgebot – gebraut.

Es riecht schon richtig gut: Die beiden Braumeister (v. l.) Tobias Zollo und Scott Jennings prüfen ihr Produkt.

Dass die Zusammenarbeit so gut funktioniert, liegt auch daran, dass die beiden Brauereien auf einer Wellenlänge liegen: „Wir sind nicht weit weg voneinander.“ Klar: Das Reinheitsgebot wird in den USA nicht immer beachtet, erklärte Scott Jennings. Dafür sei man in den Staaten vielleicht ein wenig offener für Innovationen. Unterschiede gebe es also gar nicht so viele. Was Zollo an den Amerikanern aber richtig gut gefällt: „Die wollen immer was lernen, den Konkurrenzgedanken gibt es da nicht so. Das Motto ist: ’Wir sind doch alle Brauer‘.“ Und vielleicht ist der Braupakt nur der Auftakt für eine wunderbare Brauerei-Freundschaft. Denn: Das nächste Projekt steht schon in den Startlöchern. Auch in den USA soll ein gemeinsames Bier gebraut werden, „mit dem Rezept haben wir schon angefangen“, verriet Zollo.

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