Prozess vor dem Amtsgericht

Freispruch nach Todesfahrt

Ein Bild des Schreckens: Der total zerstörte Mercedes des 51-Jährigen an der Unfallstelle bei Schlacht. Foto: Gaulke

Glonn - Handwerker (51) verliert bei einem Unfall seine Frau und steht wegen fahrlässiger Tötung vor dem Ebersberger Amtsgericht.

Die Schuld am Unfalltod seiner Frau (50) wurde einem 51-Jährigen aus dem westlichen Landkreis Ebersberg angelastet. Deshalb musste er sich nun vor dem Amtsgericht Ebersberg verantworten.

Der Handwerker war im Juli 2014 am Steuer seines Mercedes zwischen Schlacht und Glonn in einer Linkskurve ins Schleudern geraten. Der Fahrer eines entgegenkommender BMW konnte nicht mehr rechtzeitig reagieren und erfasste den Mercedes frontal an der Beifahrerseite. Dort saß die Ehefrau des Beschuldigten, die durch den Aufprall schwer verletzt wurde und noch am Unfallort verstarb. Die beiden Insassen des BMW erlitten nur leichte Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann vor, er habe wissentlich zu alte Reifen an das Fahrzeug montiert und forderte daher, eine Geldstrafe von 4500 Euro zu verhängen.

Ein Sachverständiger bestätigte, dass vor allem die Hinterreifen des Fahrzeugs mit 14 Jahren zu alt gewesen seien und damit das Material an Griffigkeit verloren habe.

Er schränkte jedoch ein, dass die Reifen kein Grund gewesen seien, das Fahrzeug als fahruntauglich einzustufen, da das Profil in Ordnung gewesen sei. Auch seien sie nicht die einzige Ursache für den Unfall gewesen. Vielmehr habe eine Verkettung von äußerst unglücklichen Umständen zum Tod der Frau geführt.

So sei die Straße feucht und abgefahren gewesen. Außerdem seien Heckantrieb und Automatikgetriebe des Mercedes weitere Faktoren gewesen, die zu dem Unglück beigetragen hätten. Beim Gasgeben am Ende der Kurve habe das Getriebe wohl automatisch heruntergeschaltet, zu stark beschleunigt und so das Ausbrechen des Hecks begünstigt. „Ich wäre da auch so gefahren“, bekannte der Gutachter abschließend. Überrascht zeigte er sich vom weiteren Unfallhergang. Die erste Kollision habe dazu geführt, dass der Motor selbstständig in den Rückwärtsgang schaltete und beschleunigte. Deshalb sei der Mercedes noch mehrmals mit dem Heck gegen den BMW gekracht, bis er aufgrund der durchtrennten Kraftstoffleitung ausging. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, schüttelte er den Kopf.

Der Verteidiger folgerte aus den Erläuterungen, dass dem Angeklagten kein fahrlässiges Verhalten vorgeworfen werden könne. Dieser Meinung schloss sich Richterin Vera Hörauf an und sprach den sichtlich mitgenommenen Witwer frei. ts/ja

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