Prozess vor dem Landgericht Landshut 

Freundin (10) der Stieftochter vergewaltigt

Ein 33 Jahre alter Erdinger steht im Verdacht, ein Kind nicht nur sexuell bedrängt und vergewaltigt, sondern es mit dem Tod bedroht zu haben. Nächste Woche beginnt der Prozess.

Erding – Es ist eine Horrorvorstellung für alle Familien: Man lässt mit bestem Gewissen das eigene Kind bei einer Freundin übernachten. Dort wird es erniedrigt, bedroht und vergewaltigt. Genau ein solcher Fall soll sich in der Nacht auf den 13. März 2016 in Erding abgespielt haben.

Kripo Erding und Staatsanwaltschaft Landshut haben erschütternde Fakten zusammengetragen. Ab Mittwoch kommender Woche muss sich der Tatverdächtige vor der Jugendkammer des Landgerichts Landshut verantworten. Insgesamt sechs Verhandlungstage hat die Kammer unter dem Vorsitz von Richter Oliver Dopheide vorerst angesetzt. Der 33-Jährige befindetsich seit dem Tag nach der Tat in Untersuchungshaft. Ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe.

Der Übergriff soll sich in der Nacht abgespielt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, sich zu dem 2005 geborenen Mädchen ins Bett gelegt und es im Intimbereich berührt zu haben. Auch soll er versucht haben, mit dem Finger in das Kind einzudringen. Die damals Zehnjährige wehrte sich und schubste den Mann weg.

Danach soll es zu einer zweiten, erheblich schwerwiegenderen Sex-Attacke gekommen sein. Er soll das Schulkind in einen anderen Raum gelotst und Geld dafür geboten haben, wenn es ihn an seinem Geschlechtsteil anfasse. Doch das Kind weigerte sich. Daraufhin drohte der Mann, das Mädchen umzubringen, falls es schreie. Töten werde er auch die, die während des Übergriffs ins Zimmer kämen. Weil sich die Kleine nicht zu helfen wusste, nahm sie das Glied des 33-Jährigen in die Hand. In der Folge zwang er sie zum Oralverkehr. Zuvor hatte er noch einmal damit gedroht, das Kind und deren Familie zu töten. Immerhin gelang es der Kleinen mit einer List, den vaginalen Geschlechtsverkehr zu verhindern.

Als er mit ihr fertig war, eröffnete er dem Mädchen, dass es nächste Woche wieder zu ihm kommen müsse. Wenn nicht, werde er sie aufsuchen – und töten.

Die Kleine tat das einzig Richtige – und vertraute sich Erwachsenen an. Die alarmierten die Polizei, die den 33-Jährigen am 14. März 2016 festnahm. Seither befindet er sich in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Erding.

Verantworten muss er sich wegen Vergewaltigung sowie schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern. Die Frage ist, ob der Angeklagte die Tat einräumen wird. So könnte dem Kind eine neuerliche Aussage erspart werden. Der Richter hat zudem die Möglichkeit, alleine mit dem Kind zu reden. Der Prozess wird nicht zuletzt Aufklärung darüber geben, ob sich der Mann auch seiner Stieftochter sexuell genähert hat.

Rubriklistenbild: © dpa

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