So retten sie Baby-Leben

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Gesundes Baby, glückliche Mama: Kathrin Motschenbacher hat am Projekt teilgenommen.

München - Jeden Tag kommen in Bayern durchschnittlich 285 Babys zur Welt. Einige erblicken als Frühchen das Licht der Welt. Ein neues Frühchen-Programm sagt erhöhten Sterberaten nun den Kampf an.

Meist sorgen sie für strahlende Elternaugen und unendliche Freude. Manchmal beschert ein neuer Erdenbürger aber auch Sorgen und Ängste: 23 von 285 Babys sind Frühchen. Das sind knapp 8,5 Prozent! Eine Frühgeburt ist belastend - für Mutter und Kind. Drei von fünf Frühgeborenen kommen mit einer Behinderung zur Welt. Auch deren Sterberate ist höher. Die DAK hat Frühgeburten den Kampf angesagt. Unter dem Namen Willkommen Baby werden Schwangere noch besser betreut. Mit Erfolg: Die Frühchen-Rate der teilnehmenden Frauen liegt konstant bei 7,4 Prozent - mehr als einen Prozentpunkt unter dem Durchschnitt.

Die Ebersbergerin Kathrin Motschenbacher (36) hat am kostenlosen Programm teilgenommen - als 5000. Mutter in Bayern. Vor vier Monaten kam Tochter Anna zur Welt. „Ihr geht’s super“, sagt die stolze Mama. „Frühgeburt war kein Thema. Anna hat sogar länger auf sich warten lassen.“ Mehr Untersuchungen bedeuten auch mehr Sicherheit. Kathrin Motschenbacher: „Gerade in der Schwangerschaft reagiert man oft sehr sensibel. Da tut es gut zu wissen, dass alles in Ordnung ist.“ Das Programm wurde in Bayern entwickelt. Beteiligt daran sind 720 Frauenärzte und zusätzlich neun Einrichtungen zur Versorgung von Früh- und Neugeborenen. Auf die werdenden Mütter warten zusätzliche Untersuchungen. Doch das Lächeln eines gesunden Babys entschädigt für alles.

Das sagt der Experte Dr. Peter Hausser, Vorsitzender vom Berufsverband der Frauenärzte Bayern:

Gynäkologe Dr. Peter Hausser

„Das Programm Willkommen Baby hilft, -Risikofaktoren bei Schwangeren frühzeitig zu erkennen. Ein Blutzuckerbelastungstest etwa schafft Sicherheit in Fragen Schwangerschaftsdiabetes. Dementsprechend können Arzt und Patient reagieren, etwa mit einer Umstellung der Ernährung.
Ein anderer Test stellt Scheideninfektionen fest, eine weitere häufige Ursache für Frühgeburten. Das Angebot der DAK verbessert die bisherige Versorgung deutlich, die Rückmeldungen sind hervorragend. So berichten Frauen vom Gefühl, ,Premiumschwangere‘ zu sein.“

RFE

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