Traditionslokal im Umland

An diesem beliebten Gasthaus hängt ein „Betriebsurlaub“-Schild - doch es ist alles ganz anders

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Für den Landgasthof in Buchendorf sucht der Eigentümer einen neuen Betreiber. Der bisherige Wirt hat seine Sachen gepackt.

Der Landgasthof Haller in Buchendorf ist seit Wochen geschlossen. „Betriebsurlaub“ will ein Zettel am Eingang dem Passanten weismachen. Tatsächlich wird der bisherige Wirt Roman Valo nicht, wie angekündigt, zum 1. März zurückkommen. Er hat den Pachtvertrag gekündigt und seine sieben Sachen bereits gepackt.

Buchendorf– Eigentümer Robert Haller war genauso überrascht wie die Buchendorfer. Der bisherige Wirt des Landgasthofes Haller hat seinen Pachtvertrag vorzeitig gekündigt und hat den Gautinger Ortsteil verlassen. Seine Sachen hat er bereits aus dem Gasthaus geräumt. Haller: „Mir tut das sehr leid, dass Herr Valo aufhört. Denn er hat das Lokal gut geführt.“ Persönliche Gründe haben den Wirt wohl zu diesem Schritt bewogen, vermutet Haller. Genaues weiß er nicht.

Der erfahrene Gastronom hatte das Traditionslokal erst im April 2016 von Vorgängerin Michaela Pijahn übernommen. Gemeinsam mit seiner Frau Denisa führte Roman Valo das Landgasthaus mit acht Fremdenzimmern. Den Buchendorfern war der Wirt gut bekannt. Denn zuvor hatte Valo das florierende „Vier Jahreszeiten“ im Gartencenter Kiefl geleitet. Unter ihm sei der Landgasthof mitten in Buchendorf „gut gelaufen“, betont Eigentümer Rudolf Haller. Das gelte auch für den Übernachtungsbetrieb.

Stammgäste schwärmen vom guten Preis-Leistungsverhältnis: Bei Valo, der den Gastraum mit 70 Plätzen hell und ansprechend renoviert hatte, gab‘s den reschen bayerischen Schweinebraten mit Kartoffelknödeln und Krautsalat für 9,80 Euro. Ausflügler, die mit dem Fahrrad unterwegs waren, schätzten auch den Wirtsgarten mit mehr als 60 Plätzen. Mit Valo, der vor über zwei Jahrzehnten aus der Slowakei nach Bayern gekommen war, ist Rudolf Haller „im Guten auseinandergegangen“, betont der Eigentümer. Er habe den Gautinger Gastronomie-Berater Norbert Merkel mit der Neuverpachtung beauftragt. „So wie es aussieht, haben wir einen Nachfolger. Darüber spreche ich erst, wenn die Unterschrift unterm Vertrag trocken ist“, so Haller.

Dem Gautinger liegt das Traditionslokal sehr am Herzen „Schon 1856 übernahm mein Ururgroßvater die damalige Tafernwirtschaft“, wirft er den Blick zurück. Die Familie Haller stammt von der einstigen Hofmark Königswiesen. Bis auf die noch heute existierende St. Ulrich-Kapelle wurde die kleine Siedlung mit zwölf Höfen im 19. Jahrhundert abgebrochen – und die Flur wieder aufgeforstet. Denn als 1854 die Eisenbahnlinie von Pasing nach Starnberg gebaut wurde, verkaufte Christian Graf von Yrsch den größten Teil der Hofmark an den Staat. „Der letzte Bauer von Königswiesen war Anton Haller“, schreibt Ortschronist Karl Mayr. Anton Haller verkaufte schließlich „1857 das Bauerngut Königswies an Seine Erlaucht Herrn Graf von Bassenheim“, so der Chronist weiter. Und erwarb dann das Haus Nummer 24 in Buchendorf – die Tafernwirtschaft.

Christine Cless-Wesle

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