Fake News nach Randale in Hamburg

Aufregung um Facebook-Beitrag: JU entschuldigt sich bei Jusos

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Beim G20-Gipfel: Gewalt im Schanzenviertel.

Eine Facebook-Veröffentlichung der Jungen Union Bayern sorgt für Zoff bis in den Brucker Landkreis. Die JU Germering hatte den Beitrag mit einem gefälschten Tweet des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz geteilt und selbst mit einem umstrittenen Kommentar versehen.

Landkreis –  Der mittlerweile gelöschte Beitrag stieß den Jusos im Landkreis mächtig sauer auf. Sie sprechen von Fake News.

Das war passiert: Im Nachgang zu den Ausschreitungen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg hatte Schulz (der echte), die Randale via Twitter verurteilt. Dem hatte die JU Bayern einen Tweet mit der Aussage „Wir empfinden Linksextremismus als aufgebauschtes Problem“ gegenübergestellt und mit dem Hinweis „Was Schulz vor hat“ versehen. Dieser Tweet stammt aber nicht vom offiziellen Twitter-Auftritt von Schulz, sondern von dem Konto „@therealmartinschulz“.

Die JU Germering teilte den Beitrag und kommentierte das falsche Schulz-Zitat wie folgt: „Die SPD/Jusos Fürstenfeldbruck beziehen klar Stellung zu den schrecklichen Gewalttaten in Hamburg.“ Für den Juso-Kreisvorsitzenden Jonathan Grundmann wird damit der Eindruck erweckt, die Worte stammen von seinem Kreisverband. „Die Aussage wurde aber 2014 von Manuela Schwesig, damals Familienministerin in Mecklenburg-Vorpommern, getroffen.“ Sie habe sich zudem auf ein nicht wirkendes Programm zur Extremismusbekämpfung ihrer Vorgängerin Kristina Schröder (CDU) bezogen.

In Anbetracht der Tatsache, dass die JU im Juni eine Veranstaltung zum Thema Fake News abgehalten habe, sei es umso verwunderlicher, „dass sie nun selbst zu populistischen und postfaktischen Methoden greift“, sagt Grundmann. Sogar „beste Trump-Manier“ wirft SPD-Bundestagskandidat Michael Schrodi den GermeringerNachwuchspolitikern vor. Er erwarte von der CSU-Kandidatin Katrin Staffler, die bei der Fake-News-Veranstaltung mit auf dem Podium saß, „dass sie die Schmutzkampagnen ihrer Parteiorganisationen unterbindet“.

Die Germeringer JU hat ihren Post inzwischen gelöscht. Ortsvorsitzender Alexander Sichert bezeichnet den Beitrag als großen Fehler. Beisitzerin Thuy Tran schiebt den Vorfall auf die fehlende Erfahrung der jungen Mitglieder des Facebook-Teams. „So etwas darf natürlich nicht vorkommen.“ Die JU werde den Jusos Entschuldigung und Aussprache anbieten. 

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