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Nach exakt 50 Jahren: Beliebte Imbissbude verkauft -  Sogar OB wollte Inhaberin noch umstimmen

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Von: Peter Loder

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Gute Miene zum bösen Spiel: Christine Zill vor ihrem Stand auf dem Viehmarktplatz. Bald muss sie den Platz räumen. Von der Stadt fühlt sie sich gemobbt.
Der Stand ist bald Geschichte. © Peter LODER

In zwei Tagen endet nach exakt 50 Jahren die Historie der Imbissbude am Viehmarktplatz. Zwar kam noch einmal Bewegung in die Brucker Brotzeit-Affäre. Doch das ändert nichts mehr.

Fürstenfeldbruck – OB Erich Raff hatte sich persönlich eingeschaltet und der Noch-Inhaberin „aufgrund der umfangreichen Reaktionen in Presse und sozialen Medien“ ein Angebot unterbreitet. „Aber zu spät“, sagt die in Memmingen lebende Christine Zill. Am Mittwoch habe sie das Objekt an einen privaten Interessen verkauft. Künftig wird die Bevölkerung im schwäbischen Lautrach verköstigt. Schon in einer Woche wird die Bude samt Pergola auf zwei Lastwagen verfrachtet.

Brotzeit-Affäre in Fürstenfeldbruck verkauft: Anderer Standort?

Raff hatte in seiner Last-Minute-Aktion angeboten, dass der Imbisswagen bis zum im Mai 2023 geplanten Umbau des Viehmarktplatzes am Standort bleiben könne und die Stadt auf Pachtzahlungen verzichte. Allerdings: Der Betrieb müsse geschlossen bleiben, verkauft dürfe nichts mehr werden. Und: Falls Zill doch noch einen Nachfolger finden sollte, würde die Stadt versuchen, ihm einen geeigneten Standort am nördlichen Viehmarkplatz zu ermöglichen.

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Das hat sich nach dem Verkauf der Imbiss-Bude nun erledigt. Die Schließung hatte zuletzt auch den nichtöffentlich tagenden Arbeitskreis beschäftigt. Das Gremium befasst sich mit der Zukunft und dem Umbau des Areals. Nach Angaben von BBV-Stadtrat Christian Götz müsse sich die Pächterin nun nicht mehr um den Rückbau der Anlage kümmern.

Für Götz sieht es so aus, „als wären da ein paar Dinge zeitlich unglücklich zusammengefallen“. Dazu gehöre auch die Vermutung der Pächterin, dass ihr Geschäft einer geplanten Blinden-Führlinie im Weg stehen würde. In diesem Zusammenhang wurde auch von einer Ortsbesichtigung mit dem Behindertenbeirat gesprochen, die allerdings nach Angaben von dessen Vorsitzenden Uwe Busse nie stattgefunden habe. Sein Gremium sei lediglich um eine Stellungnahme gebeten worden.

Imbissbude in Fürstenfeldbruck verkauft - Hoffnung auf Nachfolge

Unklar bleibt, ob in den weiteren Planungen eine derartige Hilfe für Sehbehinderte berücksichtigt wird. Götz hofft, dass sich nach Fertigstellung des südlichen Viehmarktplatzes wieder jemand findet, der eine „klassische Würstlbude mit bezahlbaren Preisen und einfachen Gerichten betreibt“.

Bevor Zill diesen Freitag um 18 Uhr die letzte Bratwurst verkauft und die Bude dann für immer dicht macht, haben Stammgäste am Nachmittag eine Abschiedsfeier mit musikalischer Begleitung organisiert, die laut Anmeldezahlen durchaus größer ausfallen könnte. Fast schon symbolisch fegte am Mittwoch eine Windbö den letzten Sonnenschirm vom Platz.

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