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Taxifahrer aus Region München wird zum Lebensretter: Unter Anleitung Rentner reanimiert

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Von: Peter Loder

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Florian Drechsler (Mitte) hat Herrmann M. das Leben gerettet. Er und seine Frau Lieselotte sind sehr dankbar. f:lo
Florian Drechsler (Mitte) hat Herrmann M. das Leben gerettet. Er und seine Frau Lieselotte sind sehr dankbar. © Loder

Ohne Florian Drechsler wäre Hermann M. wohl nicht mehr am Leben. Mit einer Druckmassage hat der Brucker Taxifahrer das Herz des Rentners wieder zum Schlagen gebracht.

Fürstenfeldbruck – Zunächst scheint es für Florian Drechsler ein ganz normaler Arbeitstag zu sein. Wie drei Mal pro Woche üblich will sich Hermann M. (83) von seinem Stamm-Chauffeur ins Dialyse-Zentrum nach Emmering fahren lassen. Pünktlich wie vereinbart um 12.50 Uhr steht der Taxifahrer auch an diesem verregneten Freitagmittag vor der Haustür des Rentners am südwestlichen Stadtrand von Fürstenfeldbruck. Dessen Ehefrau Lieselotte (82) begleitet ihn zum Auto und wartet, bis Drechsler den Rollator im Kofferraum verstaut hat.

Taxifahrer aus Fürstenfeldbruck retten Rentner das Leben: Brucker verschluckt Zunge

Gerade will der Taxler anfahren, als sich der 83-Jährige stöhnend an die Brust greift und im Sitz zusammensackt. Drechsler erfasst die Situation sofort, stoppt abrupt und tippt die Notrufnummer 112 ins Handy. Gleichzeitig eilt bereits die erschrockene Gattin herbei. Gemeinsam ziehen sie den Patienten wieder aus dem Auto und legen ihn auf die Straße. Herrmann M. droht zu ersticken, seine Frau holt die bereits verschluckte Zunge aus dem Rachen. „Er war im Gesicht schon blau angelaufen“, erinnert sich Drechsler, der weiterhin im direkten Kontakt mit der Rettungsleitstelle steht.

Taxifahrer wird von der Rettungsstelle angeleitet: Dafür gibt es einen Leitfaden

Am anderen Ende der Leitung nähert sich der Dienst von Sabine K. (33) bereits dem Ende, als sie den Anruf von Florian Drechsler annimmt. Für derartige Fälle gibt es in der Rettungsleitstelle einen Leitfaden, wie Nothelfer ohne größere Vorkenntnisse mit der Situation umgehen können. „Auch ich hatte Angst, etwas falsch zu machen“, so der Taxifahrer. „Mein letzter Erste-Hilfe-Kurs liegt schon etliche Jahre zurück.“

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Doch Drechsler macht alles richtig, schaltet den Handy-Lautsprecher ein und beginnt mit der Herzdruckmassage. Telefonisch gibt die seit zwölf Jahren in der Rettungsleitstelle beschäftigte Sabine K. den Rhythmus an. „Am Handy zählte sie die Sekunden vor, wann ich drücken muss“, erinnert sich der Taxifahrer.

Auch für Sabine K. war das keine alltägliche Situation. „Es ist aber immer wieder faszinierend, wie viele Leute sich trotz der Unsicherheit zur Rettungstat animieren lassen.“

Taxifahrer aus Fürstenfeldbruck kann mit Herzdruckmassage Rentner wieder zurückholen

Als der Rentner gerade zu Bewusstsein kommt, trifft der Notarzt samt Rettungswagen ein und übernimmt die weitere Lebensrettung. Auch Polizei und Feuerwehr eilen zum Unglücksort. Drechslers Job ist getan. „Ich konnte nicht mehr, mein ganzer Körper hat gezittert.“ Zwar hat er dem Rentner durch die Herzdruckmassage zwei Rippen gebrochen, doch das ist eher nebensächlich. Der Notarzt bestätigt der Kollegin in der Rettungsleitstelle, dass „der Retter seinen Job einwandfrei gemacht hat“.

Herrmann M. wird ins Krankenhaus gebracht und dort acht Tage lang behandelt. Inzwischen ist er wieder daheim und voller Dankbarkeit: „Wenn Florian Drechsler nicht gewesen wäre, hätte ich das nicht überlebt.“

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