Die tz auf Baustellen-Tour

So funktioniert der neue Flughafen-Satellit

+
Abflug im Jahr 2015: Dann eröffnet das neue Satelliten-Gebäude, das mit einer U-Bahn mit dem dahinter liegenden Terminal 2 verbunden ist

München - Derzeit entsteht am Flughafen ein neues Gebäude für 650 Millionen Euro, das durch eine U-Bahn mit dem Terminal 2 verbunden wird. Die tz inspizierte die XXL-Baustelle und erklärt, wie das High-Tech-Gebäude funktioniert.

Der Abflug in die Zukunft am Münchner Airport erfolgt über den Satelliten: So heißt das neue Gebäude, das derzeit für 650 Millionen Euro errichtet und mittels einer eigenen U-Bahn mit dem Terminal 2 verbunden wird. Die tz inspizierte am Mittwoch die XXL-Baustelle und erklärt, wie das High-Tech-Gebäude funktioniert, wenn es 2015 in Betrieb geht.

1.) Willkommen im U-Bahnhof: Von hier aus geht es von Terminal 2 zum Satelliten

Die wichtigste Frage zuerst: Wieso braucht es dieses 605 Meter lange und 52 Meter breite Mega-Bauwerk? Ganz einfach: Das Terminal 2 platzt aus allen Nähten, hat mit 25 Millionen Passagieren pro Jahr seine Kapazitätsgrenzen erreicht. Über den „Bypass“ Satellit können weitere 11 Millionen abgefertigt werden. Das Terminal 1 (besteht seit er Eröffnung 1992) zählt ebenfalls knapp über 11 Millionen. Der Flughafen Franz-Josef Strauß kratzt künftig also an der 50 Millionen-Marke. Zum Vergleich: Deutschlands größter Flughafen in Frankfurt zählte im Vorjahr 56,4 Millionen.

2.) Im Untergrund: 400 m lang ist der Tunnel, auf dem drei automatische Züge fahren

Der Satellit ist auf dem „Landweg“ nicht zu erreichen. Er ist mit einem 400 Meter langen Tunnel mit dem Terminal 2 verbunden. Von dort bringen drei Züge mit je vier Waggons bei Tempo 30 bis zu 9000 Fluggäste pro Stunde zum Abflug – und genauso viele wieder zurück. Vollauto­mtisch, einen Fahrer gibt es nicht.

Das Satelliten-Gebäude selbst bietet den wartenden Passagieren alles, was das Reiseherz begehrt: Eine Erlebniswelt mit Gastronomie, Geschäften und komfortablen Warteräumen hinter einer futuristischen Glasfassade, die einen Ausblick auf Vorfeld und Landebahn ermöglicht.

Wer einen Flug vom Satelliten erwischt, hat’s gut: Der lästige Transfer mit Bussen zum Flieger entfällt. An 27 Parkpositionen können die Maschinen direkt über 52 Abfluggates abgefertigt werden.

3.) Über das Rollfeld auf die Baustelle: Die Zufahrtsschneise zum Satelliten

„Diese Baustelle ist eine Operation am offenen Herzen“, beschreibt Wolfgang Lohde, Geschäftsführer der Flughafen München Bau GmbH, das Projekt. Denn mitten in der hochsicherheitsmäßig umzäunten Baustelle steht der Tower. Darunter laufen die Leitungen mit der Gepäckabfertigung. Ein falscher Baggerhub – und der Flughafen würde für Stunden stillstehen.

Während der Rohbau des Satelliten mit sieben Ebenen 20 Meter aus dem Boden gestampft wird, war der Tunnel bereits während des Baus von Terminal 2 (in Betrieb seit 2003) errichtet worden. In weiser Voraussicht für die jetzt nötige Erweiterung und für besseren Hochwasserschutz des darüberliegenden Rollfelds. Übrigens gibt es neben der U-Bahn-Röhre noch zwei weitere Tunnel: Einen für die Gepäckabfertigung – und einen, um den Satelliten später sogar mit der S-Bahn verbinden zu können.

4.) Voll im Plan: Flughafen-Bauchef Wolfgang Lohde vor dem Tower

Betreiber des neuen Satelliten sind – wie in Terminal 2 – die Flughafen München GmbH (FMG) und die Lufthansa. Sie teilen sich die 650 Millionen Euro Kosten in einem Verhältnis 60:40.´
Nach dem Desaster beim Bau des Berliner Flughafens: In München kennt man solche Probleme nicht. Sieben Monate nach der Grundsteinlegung liegen die Logistiker optimal im Zeitplan. Geplanter Abflug: 2015!

Stefan Dorner

Auch interessant

Meistgelesen

Lkw-Fahrer an seinem Geburtstag gestoppt: Drogen und Elektroschocker
Lkw-Fahrer an seinem Geburtstag gestoppt: Drogen und Elektroschocker
Einbrecher will in Dachauer Reihenhäuser - und erntet Spott statt Beute
Einbrecher will in Dachauer Reihenhäuser - und erntet Spott statt Beute
In Flughafen-Nähe: Auto bricht durch Leitplanke - defekter Lkw kommt hinzu
In Flughafen-Nähe: Auto bricht durch Leitplanke - defekter Lkw kommt hinzu
Dieses Traditionsgasthaus wird abgerissen - und dann neu aufgebaut
Dieses Traditionsgasthaus wird abgerissen - und dann neu aufgebaut

Kommentare