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Verein in Nöten

Chaos-Tage beim SC Fürstenfeldbruck: Präsident löst ganze Abteilung auf

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Abfahrt ins Ungewisse. Das Ü50-Team der Alten Liga machte sich am Mittwochabend auf den Weg zum Punktspiel nach München. Unklar ist, ob die Elf noch ein Spielrecht hat.

Jakob Ettner hat seine Drohung wahr gemacht: Der Fußballpräsident des immer noch insolvenzbedrohten SC Fürstenfeldbruck hat die einflussreiche 60-köpfige Alte-Liga-Abteilung mit sofortiger Wirkung aufgelöst.

Fürstenfeldbruck – „Die Vorstandschaft beschließt die sofortige Auflösung der Abteilung Alte Liga.“ Dieses Schreiben erreichte am Mittwoch ohne Unterschrift die Tagblatt-Redaktion. SCF-Präsident Jakob Ettner bestätigte dann auf Nachfrage den Inhalt, wollte sich allerdings nicht dazu äußern, wer an dem Beschluss mitgewirkt hat. „Nur soviel: Wir waren beschlussfähig.“ Namen der Beteiligten will er nicht nennen. Fest steht: Ehrenpräsident Albrecht Huber, ein erbitterter Gegner Ettners und Sprachrohr der Alten Liga, war nicht dabei. Auch einige weitere auf der (veralteten) Homepage des Vereins aufgeführte Vorstandsmitglieder fehlten.

Huber hat mittlerweile den auf Vereinsrecht spezialisierten Germeringer Rechtsanwalt Claus Heigl eingeschaltet. Der Ex-Präsident des eishockey-orientierten EV Fürstenfeldbruck hält regelmäßig Referate im Auftrag des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV) und will sich nach Akteneinsicht nächste Woche zum SCF äußern.

Steffen Enzmann, der BLSV-Kreisvorsitzende aus Gröbenzell, ist ebenfalls schon seit Monaten mit dem SC Fürstenfeldbruck beschäftigt. Er betont, dass die Auflösung einer Abteilung die Mitgliedschaft jedes Einzelnen beim Verein nicht tangiert. „Sollen auch sie ausgeschlossen werden, müssen sie zuvor angehört werden. Einfach rausschmeißen geht nicht.“

Enzmann will bei der Rechtsabteilung des BLSV ferner prüfen lassen, ob die „personenbezogene Zweckgebundenheit von Spendengeldern“ mit dem Verbandsrecht vereinbar ist. Hintergrund: Der Insolvenzverwalter hatte den Mitgliedern mitgeteilt, dass die rettenden 100 000 Euro nur dann zur Verfügung stehen, wenn Ettner wieder gewählt wird. Denn die Spenden seien an ihn gebunden.

Bei der Alten Liga herrschte  am Mittwoch helle Aufregung. Am Abend brach die Ü50-Elf zu einem Punktspiel nach München auf. Die Altstars reagierten entsetzt auf die Nachricht der Auflösung. Max Lachauer: „Es ist der Wahnsinn.“ Der früher auch beim TSV 1860 aktive Christian Obermeier: „Ein absoluter Witz. Wir wollen doch nur Spaß haben und Fußball spielen.“ Unklar ist, ob die Alte Liga mit der sofortigen Auflösung auch ihr Spielrecht beim Bayerischen Fußballverband verloren hat. Pressesprecher Patrick Domanski: „Die sehr komplexe Sache wird von unseren Experten geprüft.“

Am Dienstag hatte Ettner im Stadtrat um Gehör gebeten, wurde aber im öffentlichen Teil der Sitzung nicht berücksichtigt. Hinterher, so erklärte der Präsident dem Tagblatt, habe er einige Stadträte („Wer genau es war, weiß ich nicht“) über „die wahren Verhältnisse beim SCF“ aufgeklärt. OB Erich Raff dementierte entschieden, wonach „die Stadt“ Ettner zur Auflösung der Abteilung geraten habe.

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