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G7-Gipfel in Elmau: Schüler müssen in Distanzunterricht - und Eltern haben wieder mal ein Betreuungsproblem

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Von: Josef Hornsteiner

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Wegen des G7-Gipfels im Schloss Elmau müssen alle Schüler des Landkreises Garmisch-Partenkirchen für drei Tage in den Distanzunterricht.

Isartal – Die Überlegung war da. Doch hat Jutta Teschner sie recht schnell wieder verworfen. Denn ein angedachter Präsenzunterricht für ihre 113 Schüler an den Grundschulen in Krün und Wallgau während des G7-Gipfels im benachbarten Schloss Elmau ist einfach nicht machbar. Die Rektorin kann nicht garantieren, dass die Lehrkräfte zum Schulgebäude kommen. Gleiches gilt für die Schüler. Schließlich kontrollieren Polizisten zwischen dem 24. und 28. Juni penibel alles und jeden. Zudem soll die Protokollstrecke zwischen Garmisch-Partenkirchen und dem Austragungsort im Elmauer Tal frei bleiben.

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G7-Gipfel auf Schloss Elmau: Wallgauer Eltern haben um Präsenzunterricht gebeten

Der Busverkehr wird also enorm eingeschränkt. Somit verwarf Rektorin Teschner ihre Überlegung, auch wenn sie weiß, dass nicht alle Isartaler damit zufrieden sind. Besonders in Wallgau hätten Eltern die Bitte ihr gegenüber geäußert, Präsenzunterricht zu machen. Schließlich könnten die Schüler dort zu Fuß zum Schulhaus. Und viele Elternteile sind entweder beruflich oder ehrenamtlich bei Feuerwehr, Rot-Kreuz, Wasser- oder Bergwacht an den Gipfeltagen eingebunden und hätten sich gefreut, wenn ihre Kinder außer Haus wären.

G7-Gipfel auf Schloss Elmau: Alle Schüler müssen in den Distanzunterricht

Doch folgen nun auch die Grundschulen in Krün und Wallgau den landkreisweiten Vorgaben: Es wird an den Gipfeltagen Distanzunterricht geben, die Schulhäuser geschlossen bleiben. Am Freitag, 24. Juni, Montag, 27. Juni, sowie Dienstag, 28. Juni, gibt es Unterricht nach Stundenplan – aber nur Online. „Wir haben ja bereits viel Erfahrung damit“, sagt Teschner. Eine der wenigen Vorteile der Corona-Pandemie. Ein jeder ist es mittlerweile gewohnt, von zuhause aus zu unterrichten und zu lernen. „Ich bin mir sicher, dass das gut klappen wird.“ Ab Mittwoch, 29. Juni, nimmt alles wieder seinen gewohnten Lauf.

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Verwirrung wegen G7-Gipfel in Elmau: Vater will zur Verwandtschaft ziehen

Kurzzeitig herrschte Verwirrung bei den Eltern, vor allem bei jenen aus den Ortsteilen Klais und Gerold, als es hieß, sie müssten ihre Kinder doch zur Schule schicken. „Wir wissen nicht, wie das gegangen wäre“, sagt Familienvater Klaus Rosenberger aus Klais, der nur einen Steinwurf weit weg vom Sicherheitsbereich um Schloss Elmau wohnt. Jetzt überlegt er, während der Gipfeltag zur Verwandtschaft außerhalb des Isartals zu ziehen. Dank des Distanzunterrichts könnten die Kinder dort am Computer den Unterricht verfolgen und dem G7-Trubel in der Nachbarschaft entgehen.

G7-Gipfel in Elmau: Abschlussprüfungen finden vor Ort statt

Nur jene Schüler, die an den beiden Gipfeltagen Montag und Dienstag, 27. und 28. Juni, Abschlussprüfungen schreiben, müssen ins Schulgebäude. „Doch sind für jeden individuelle Lösungen gefunden worden“, sagt Gisela Ehrl, Schulamtsdirektorin des Landkreises Garmisch-Partenkirchen. Das bedeutet, dass die Prüflinge der Mittel- und Realschulen auf insgesamt sieben Standorte im Landkreis aufgeteilt werden. Beispielsweise muss ein Klaiser, der dieses Jahr Abschluss schreibt, nicht nach Garmisch-Partenkirchen in die Schule fahren, sondern nach Mittenwald. Hierfür erhält er eine Ausnahmegenehmigung, damit er ohne Probleme bis zu Mittenwalder Mautstraße kommt.

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