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G7-Gipfel: Webcam der Olympiaschanze wird verpixelt — „Sensibler Sicherheitsbereich“

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Von: Jennifer Battaglia

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Für den G7-Gipfel wird jetzt sogar eine Webcam verpixelt. Im Garmischer Skistadion entsteht ein provisorisches Polizeizentrum, das Stadion ist deshalb ein „sensibler Sicherheitsbereich“.
Für den G7-Gipfel wird jetzt sogar eine Webcam verpixelt. Im Garmischer Skistadion entsteht ein provisorisches Polizeizentrum, das Stadion ist deshalb ein „sensibler Sicherheitsbereich“. © Screenshot GaPa Tourismus GmbH/ Sehr (Collage Merkur.de)

Für den G7-Gipfel Ende Juni entsteht im Garmisch-Partenkirchner Skistadion ein provisorisches Polizeizentrum. Aus Sicherheitsgründen muss die Livecam der Olympiaschanze derzeit in diesem Bereich verpixelt werden.

Garmisch-Partenkirchen - In knapp zwei Monaten ist es so weit: Vom 26. bis 28. Juni findet in Schloss Elmau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen der G7-Gipfel statt. Das bereits zum zweiten Mal und wie 2015 droht auch jetzt wieder der absolute Ausnahmezustand.

Wenn sich die Staats- und Regierungschefs der sieben mächtigsten westlichen Industrienationen treffen, heißt das für die Einheimischen in und um Garmisch-Partenkirchen vor allem eines: massive Einschränkungen. Gesperrte Straßen, Personenkontrollen, dazu tausende Polizisten und Demonstranten. Für den Schulbetrieb zwischen Karwendel und Staffelsee hat das Kultusministerium schon mal vorsorglich drei Tage Homeschooling angeordnet.

Noch mehr aktuelle Nachrichten rund um das Gipfeltreffen 2022 finden Sie auf Merkur.de/G7-Gipfel Elmau

G7-Gipfel: Vorbereitungen aufwendig, aber auch kurios

Die Vorbereitungen für das Treffen sind so aufwendig wie auch zum Teil fragwürdig. So mussten kürzlich über 50 Bäume auf einem Wanderparkplatz weichen, der zu einem asphaltierten Hubschrauberlandeplatz umgebaut wird. Die Bäume waren erst nach dem letzten Gipfel dort gepflanzt worden. Nach dem Gipfel, der nicht länger als 72 Stunden dauert, wird der Asphalt wieder entfernt und es werden neue Bäume gepflanzt.

Auch die Webcam der Garmisch-Partenkirchner Olympiaschanze ist von den Vorkehrungen für den G7-Gipfel betroffen. Normalerweise hat man von der Internetseite der GaPa Tourismus GmbH einen herrlichen Blick über Garmisch-Partenkirchen, hinüber zum Wank und zum Kramer. Zwar sieht man die Berge auch weiterhin, aber inmitten des Bildes klafft jetzt eine runde Verpixelung: Der Bereich um das Skistadion ist derzeit nicht live einsehbar.

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G7-Gipfel: Webcam der Skischanze wird aus Sicherheitsgründen verpixelt

Im Stadion entsteht für den Gipfel ein temporäres Polizei- und Justizzentrum — inklusiver Arrestzellen für mutmaßliche Straftäter oder Verdächtige. Das Stadion ist deshalb ein „sensibler Sicherheitsbereich“, wie die Polizei auf Nachfrage von Merkur.de betont. „Hier werden sicherheitsrelevante polizeiliche Maßnahmen getätigt, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind.“ Der Bereich unterliege einem besonderen Schutz, weshalb die Livecam in diesem Bereich verpixelt wurde.

In den sozialen Medien stößt die Maßnahme auf wenig Gegenliebe. Ein User in der Facebook-Gruppe „Du kommst aus Garmisch, wenn“ postete Screenshots der Webcam und versieht ein Bild provokant mit der Frage: „Was soll hier verheimlicht werden? Obwohl man von der Straße aus alles sieht!“. Im verpixelten Bereich steht dazu der Spruch „G7-Gipfel wirft seine Schatten voraus“. Ein weiteres Bild wird mit der Aufschrift „Sinnlose Geldvergeudung“ kommentiert. Darauf sieht man das im Stadion provisorisch aus Containern bestehende Polizeizentrum.

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G7-Gipfel: User sozialer Medien reagieren verwundert auf die Verpixelung

Der Post des Users wird einige Male geliket und kommentiert. Ein Nutzer schreibt ironisch: „Naja, der ganze Aufwand wird ja auch immerhin für 1,5 Tage betrieben“ und schiebt die Frage hinterher, warum das G7-Gruppenfoto nicht jährlich auf einem US-Flugzeugträger geschossen wird. Ein andere sieht das ganze als affig an und ist der Meinung, dass bei dem Treffen „eh wieder nix“ rauskommt.

Ab wann man das Bild der Webcam wieder ohne Verpixelung genießen kann, ist derzeit noch nicht klar. Vonseiten der Webseiten-Betreiber heißt es auf Nachfrage von Merkur.de: „Dieser Bereich wird wieder sichtbar sein, sobald es die behördlichen Anordnungen nach dem G7-Gipfel wieder gestatten.“ (jb)

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