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G7-Staatschefs haben optisch etwas gemeinsam: Beobachter sieht auf Elmau-Bild „Ende einer Ära“ gekommen

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Die G7 Teilnehmer bei einem Pressefoto am Sonntag. Der Journalist Matthew Yglesias will auf dem Bild das „Ende einer Ära“ erkannt haben.
Die G7 Teilnehmer bei einem Pressefoto am Sonntag. Der Journalist Matthew Yglesias will auf dem Bild das „Ende einer Ära“ erkannt haben. © JONATHAN ERNST / POOL / AFP

Auf dem G7-Gipfel 2022 in Elmau bleibt kein Detail unbeobachtet. Dabei geht es nicht immer nur um inhaltliche Themen, sondern manchmal auch um Stilfragen. Ein Foto soll nun das „Ende einer Ära“ zeigen.

Garmisch-Partenkirchen - Ukraine-Krieg, Corona-Pandemie, Ernährungssicherheit und die Klimakrise - noch nie gab es bei einem G7-Gipfel so viele schwerwiegende Themen auf einmal. Die Staats- und Regierungschefs der Gruppe der Sieben stellen die Weichen für den Lauf der Welt. Trotzdem bekommen oft auch scheinbar nebensächliche Momente des G7-Gipfel 2022 in Elmau Beachtung.

G7-Gipfel 2022 in Elmau: Das „Ende einer Ära“?

Beim letzten G7-Gipfel in Deutschland, der ebenfalls auf Schloss Elmau stattfand, blieb vor allem das ikonische Foto von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem US-Präsidenten Barack Obama auf einer Bank in Erinnerung. Ebenso legendär wurde der Moment, als Obama auf einer Bierbank saß, Weißbier trank und Merkels Ehemann Joachim Sauer ihn lehrte, wie man eine Weißwurst mit Besteck isst.

Beim diesjährigen Gipfel rückte nun eine Stilfrage ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Der Journalist Matthew Yglesias stellte in einem Twitter-Beitrag fest, dass alle sieben Staats- und Regierungschefs auf einem der wichtigsten Treffen der Welt keine Krawatte trugen. „Für Krawatten steht es null zu sieben auf dem G7-Gipfel“, schrieb Yglesias und ergänzte: „Das Ende einer Ära.“

G7-Gipfel 2022 in Elmau: Zeitenwende in Stilfragen seit dem vergangenen G7-Gipfel im Jahr 2015

Donald Tusk, Japans Ministerpräsident Shinzo Abe, Kanadas Premierminister Stephen Harper, US-Präsident Barack Obama, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident François Hollande, Großbritanniens Premierminister David Cameron, Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker
EU-Ratspräsident Donald Tusk, Japans Ministerpräsident Shinzo Abe, Kanadas Premierminister Stephen Harper, US-Präsident Barack Obama, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident François Hollande, Großbritanniens Premierminister David Cameron, Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker beim G7-Gipfel 2015. ©  Michael Kappeler dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Zwar nicht auf dem G7-Gipfel, aber auf dem internationalen politischen Parkett trat der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis als einer der Ersten ohne Krawatte auf. Dazu trug er häufig Lederjacke oder ließ seine Hemden lässig über die Hose hängen - schnell bekam er den Spitznamen „George Clooney Athens“. Das war im Jahr 2015, als auch der letzte G7-Gipfel in Deutschland stattfand. Dort ging es zur gleichen Zeit noch deutlich konservativer zu. Alle männlichen G7-Teilnehmer - Donald Tusk, Shinzo Abe, Stephen Harper, Barack Obama, François Hollande, David Cameron, Matteo Renzi und Jean-Claude Juncker - trugen ausnahmslos Krawatte. Nur die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel stach mit ihrem blauen Blazer aus der Gruppe hervor.

Im Jahr 2022 war es dann US-Präsident Joe Biden, der sich mit einem kleinen Detail von seinen Kollegen absetzte: „Bidens Einstecktuch ist amerikanischer Exzeptionalismus“, meinte Yglesias dazu. Ein weiterer Kommentar unter dem Twitter-Beitrag zielte dann doch noch auf etwas Substanzielleres ab als auf reine Stilfragen. „Vor ein paar Jahren wären in dieser Gruppe zwei Frauen gewesen“, hieß es dort.

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