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G7-Gipfel: Nach Mini-Demo am Schloss heftige Kritik – „Demonstration der Verachtung“

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Von: Patrick Huljina, Lukas Schierlinger

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Der G7-Gipfel 2022 auf Schloss Elmau sorgt für intensive Momente. Auch am zweiten Tag fanden Proteste statt.

Update 28. Juni, 8.48 Uhr: Das dreitägige G7-Gipfeltreffen in Elmau geht am heutigen Dienstag zu Ende. Wie reist Joe Biden ab?

Update 27. Juni, 22.22 Uhr: Der letzte Tag des G7-Gipfels in Elmau steht an. Am Dienstag, 28. Juni, folgen unter anderem die Abschlusserklärung sowie eine abschließende Pressekonferenz. Gleichzeitig plant das Organisationsbündnis „Stop G7“ wieder verschiedene Kundgebungen und Demonstrationen.

Unklar ist aktuell, wie weitreichend die Sperrungen und Verkehrsbehinderungen durch die Abreise der G7-Teilnehmer sein wird. Sicher ist aber, dass die meisten Staats- und Regierungschefs am Dienstag abreisen werden – startet doch direkt im Anschluss der Nato-Gipfel in Madrid.

Update 27. Juni, 19.40 Uhr: 500 Meter vom Schloss entfernt und im Straßengraben: Die Auflagen zur Demo im Rahmen des G7-Gipfels in Elmau sorgen für heftige Kritik vonseiten der Organisatoren. „Absolut entwürdigend“sei es gewesen.

Update 27. Juni, 19 Uhr: Es könnte ungemütlich werden in Garmisch-Partenkirchen: Der Deutsche Wetterdienst warnt aktuell mit Stufe drei vor schwerem Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel für die Region.

Update 27. Juni, 15.19 Uhr: Die Versammlung in Sichtweite des Schlosses ist inzwischen offiziell beendet. Vereinzelt werden wütende Demonstranten von der Polizei weggetragen, nachdem sie sich auf den Boden geworfen hatten.

G7-Demo nahe Schloss-Elmau - Aktivisten stocksauer: „Kann doch nicht wahr sein“

Update 27. Juni, 14.49 Uhr: Unser Reporter vor Ort ist mit den wenigen Demonstranten, die in die Nähe des Schlosses Elmau fahren durften, am dortigen Demo-Platz angekommen. Für die Protestler eine Ernüchterung: „Das kann doch nicht wahr sein!“ Sie regen sich auf, weil ihnen die Fläche zu klein ist und sie keine Möglichkeit haben, ihre Banner aufzustellen oder aufzuhängen. Eine Aktivistin nennt die Situation „eine Demonstration der Verachtung“.

Nur wenige Demonstranten durften in die Nähe des Schlosses Elmau fahren, um ihre Forderungen vorzubringen.
Nur wenige Demonstranten durften in die Nähe des Schlosses Elmau fahren, um ihre Forderungen vorzubringen. © Hornsteiner

Update 27. Juni, 14.06 Uhr: Für die Anwohner sind es spannende Tage, mitunter auch anstrengende. Die Garmisch-Partenkirchener sind während des G7-Gipfels auf Schloss Elmau mittendrin im Geschehen - ob sie wollen, oder nicht. Viele klagen jetzt über das „Dauergeknatter“ der Hubschrauber.

Update 27. Juni, 11.56 Uhr: Der G7-Gipfel auf Schloss Elmau geht in die nächste Runde. Zwischen dem engmaschigen Tagesplan werden die Politiker fürstlich umsorgt. Diese dekadenten Gerichte stehen auf der Speisekarte.

Wirtshausbesuch mit Partnerinnen: Ex-Ski-Star Neureuther gibt sich geheimnisvoll

Update 27. Juni, 11.03 Uhr: Ex-Skirennläufer Christian Neureuther (73) hat sich beim Partnerprogramm am Rande des G7-Gipfels nach eigenen Angaben schnell mit den Frauen der Regierungschefs angefreundet. „Wir haben so einen Spaß gehabt“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Montag. „Die sind so reizend, das war so herzlich. Das war, als ob wir uns schon lange kennen.“ Man habe sich auch sofort geduzt. Neureuther, seine Schwiegertochter Miriam und Enkelin Lotta hatten Kanzlergattin Britta Ernst, die Ehefrau des französischen Präsidenten, Brigitte Macron, Boris Johnsons Ehefrau Carrie und Amélie Derbaudrenghien, die Frau von EU-Ratspräsident Charles Michel beim Nordic Walking um den oberbayerischen Ferchensee begleitet und sollten auch am Montag wieder mit ihnen zusammentreffen.

Gemeinsam ging‘s am Sonntag auch noch ins Wirtshaus. Vor allem dort sei die Stimmung hervorragend gewesen: „Es war wirklich sehr lustig“. Warum? „Das kann ich jetzt nicht erzählen.“

Update 27. Juni, 10.45 Uhr: Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben am Rande des G7-Gipfels auf Schloss Elmau eine Botschaft auf den Waxenstein im Wettersteingebirge projiziert. Mit bloßem Auge war der Schriftzug „G7: End Fossil Fuels now! Greenpeace“ (etwa: „Fossile Brennstoffe jetzt beenden!“) am frühen Montagmorgen kaum zu erkennen - Fotografen fingen die Aktion aber mit Kameras ein. Die Aktivisten hatten den Schriftzug mit einem großen Projektor von einem Wohnmobil aus in Grainau auf die Berge gestrahlt.

Update 27. Juni, 10.36 Uhr: Der geplante Schienenersatzverkehr nach Klais fällt flach. Wer nicht radeln oder wandern kann bzw. will, wird von der Polizei gefahren. „Ob in Polizeibussen ist noch nicht klar“, sagt Organisator Haslbeck in seiner Ansprache kurz vor Start der Demo.

Aktivist kritisiert Übermacht der Polizei: Erneut Proteste gegen G7-Gipfel auf Schloss Elmau

Update 27. Juni, 10.26 Uhr: Demo-Organisator Franz Haslbeck empfindet die Proteste bislang gegen den G7-Gipfel als „perfekt gelaufen“ an. Er stört sich lediglich an der geballten Übermacht der Polizei. Mit der Teilnehmer-Zahl zeigt er sich zufrieden. 100 sind insgesamt angemeldet.

Update 27. Juni, 9.58 Uhr: Um 10 Uhr soll der Sternmarsch zum Tagungsort beginnen. „Kurz vor Start sind augenscheinlich nur wenige Teilnehmer am Treffpunkt. Die einen sind für eine Wanderung gewappnet, die anderen machen sich mit dem Fahrrad auf den Weg“, berichtet unsere Reporterin vor Ort.

Update 27. Juni, 9.39 Uhr: Markus Söder sorgte mit seinem Outfit beim Empfang von Joe Biden vorm G7-Gipfel auf Schloss Elmau bereits für Aufsehen. Nun ist im Netz eine ganz andere Diskussion entbrannt; die über die Ausstattung des Begrüßungskomitees. Zahlreiche Menschen in Tracht standen am Flughafen München Spalier, als Biden und Söder vorbeiliefen. „Deutsche ziehen sich nie so an, wenn ich komme“, schrieb der britische Journalist Ian Bremmer auf Twitter. „Das sind Bayern und sie sind sehr besondere Deutsche“, antwortete ihm jemand.

Söder-Show am Münchner Flughafen? „G7-Gipfel findet in Deutschland statt“

Das bemerkenswerte Fazit eines Users: „So stellt man sich Deutschland bei den Simpsons vor.“ Ein anderer moniert - auch in Richtung Söder: „Will Deutschland sich nicht als modernes Land präsentieren? Nichts gegen traditionelle Kleidung, aber an passender Stelle. Der G7-Gipfel findet vor allem in Deutschland statt.“

Update 27. Juni, 6.28 Uhr: Die Polizei hat bei der Demonstration gegen das G7-Treffen in Garmisch-Partenkirchen am Sonntag sechs Verstöße gegen das Versammlungsgesetz festgestellt. Anhänger des sogenannten „Schwarzen Blocks“ hätten Transparente verknotet, Rauchtöpfe gezündet oder sich vermummt.

Proteste gegen G7-Gipfel auf Schloss Elmau: Polizist bei Festnahme verletzt

Unter denjenigen, deren Personalien festgestellt wurden, seien auch eine Frau und ein Minderjähriger gewesen. Beide hätten während der Kontrolle angegeben, unter Kreislaufproblemen zu leiden. Darum sei der Rettungsdienst gerufen worden. Das Protestbündnis „Stop G7 Elmau“ meldete dagegen, dass fünf Menschen festgenommen worden und zwei von ihnen „wegen „Verstößen gegen das Versammlungsrecht“ in Haft“ seien, einer davon minderjährig.

Insgesamt seien die Proteste friedlich verlaufen, teilte die Polizei am frühen Montagmorgen mit. Ein Polizist sei aber bei der Festnahme eines 38-Jährigen verletzt worden und nicht mehr dienstfähig. Der Mann habe die Einsatzkräfte beleidigt, nachdem er die Demo bereits verlassen hatte. Er habe bei seiner Festnahme massiv Widerstand geleistet und sei dabei auch selbst verletzt worden.

Weiterer Protest gegen G7-Gipfel - Demonstranten dürfen in Schlossnähe

Gegner des G7-Gipfels im oberbayerischen Elmau wollen am Montagvormittag ihren Protest gegen das Treffen der Spitzenpolitiker fortsetzen. Es ist ein Sternmarsch (ab 10 Uhr) auf mehreren Routen zum Tagungsort auf Schloss Elmau geplant. Letztlich wird aber nur ein Teil der Demonstranten überhaupt in die Nähe des Schlosses kommen.

Es ist vorgesehen, dass eine 50-köpfige Delegation von der Polizei in Bussen in Sichtweite des Gipfelortes gebracht wird, um dort eine Kundgebung abhalten zu können. Die restlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden ihre Protestmärsche in größerer Entfernung zum Schloss beenden müssen.

Demos auch am zweiten Tag – Sternmarsch zum Schloss Elmau geplant

Erstmeldung vom 26. Juni: München - Der G7-Gipfel 2022 ist am Sonntag gestartet. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat seine Kollegen aus den USA, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan im oberbayerischen Elmau empfangen. Wenn sich die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen am Montag im Luxushotel Schloss Elmau erneut zusammensetzen, wird es in der Region wieder zu Protesten und Demonstrationen kommen.

G7-Gipfel auf Schloss Elmau: Nur 50 Demonstranten dürfen in die Nähe

Am Montagvormittag ist ab 10 Uhr ein Sternmarsch auf mehreren Routen zum Tagungsort auf Schloss Elmau geplant. Letztlich wird aber nur ein Teil der Demonstranten überhaupt in die Nähe des Schlosses kommen. Es ist vorgesehen, dass die Polizei eine 50-köpfige Delegation in Bussen in Sichtweite des Gipfelortes bringt. Dort können die Demonstranten dann eine Kundgebung abhalten. Die übrigen Teilnehmer werden ihre Protestmärsche gegen den G7-Gipfel in größerer Entfernung zum Schloss beenden müssen.

Bereits am Wochenende haben in Garmisch-Partenkirchen und in München größere G7-Demonstration stattgefunden. Bei beiden Veranstaltungen ging es größtenteils friedlich zu. Die Teilnehmerzahlen blieben bislang allerdings deutlich hinter den Erwartungen zurück.

G7-Gipfel: Demos in Garmisch-Partenkirchen und München kleiner als erwartet

In Garmisch-Partenkirchen gingen wesentlich weniger Menschen auf die Straße als noch beim G7-Gipfel vor sieben Jahren. Damals kamen laut Polizei 3600 Leute zu dem Demo-Zug. Am Sonntag versammelten sich laut Polizei nur rund 800 bis 900 Menschen zur G7-Demo. Die Organisatoren sprachen hingegen von 2000 Teilnehmern.

Tags zuvor war eine Groß-Demo gegen den G7-Gipfel in München angekündigt. Die Einsatzkräfte rechneten mit mindestens 20.000 Teilnehmern. Letztlich waren es laut Polizei allerdings nur rund 4000 Menschen, die sich auf der Theresienwiese versammelten. Auch hier sprachen die Organisatoren von mehr Demonstranten – 6000 sollen es den Angaben zufolge gewesen sein.

Bei der G7-Demo in München kam es zudem zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und einem sogenannten „Schwarzen Block“. Insgesamt elf Aktivisten wurden während und nach der Demonstration festgenommen. Darüber hinaus wird auch gegen einen Polizisten ermittelt. (ph/dpa)

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