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Ärger auf Aldi-Parkplatz: Kundin kauft zu lange ein – und erhält Verwarnung

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Von: Melina Staar

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Damit alle Kunden „zu jeder Zeit“ einen Parkplatz finden, schränkt Aldi die Parkdauer ein – auch vor der Filiale in Gaißach.
Damit alle Kunden „zu jeder Zeit“ einen Parkplatz finden, schränkt Aldi die Parkdauer ein – auch vor der Filiale in Gaißach. © ARP

Weil sie mehrmals zu lange auf dem Aldi-Parkplatz parkte, erhielt eine Kundin Verwarnungen. „Nicht gerade kundenfreundlich“ findet ihr Mann die eingeschränkte Parkzeit. Der Konzern erklärt, wieso er so vorgeht.

Gaißach/Bad Tölz – Überwacht und nicht gerade kundenfreundlich behandelt fühlte sich ein Leser unserer Zeitung dieser Tage bei seinen Einkäufen in der Aldi-Filiale in Gaißach. Nach den jüngsten Einkäufen flatterte dem Ehepaar ganze viermal ein Bescheid ins Haus, wonach die Parkzeit auf dem Aldi-Parkplatz überschritten worden sei und somit jeweils 30 Euro fällig seien.

Aldi: Parkzeit auf Parkplatz auf 90 Minuten beschränkt – Kundin erhält Verwarnung

Denn die Parkzeit ist seit April auf 90 Minuten beschränkt. Darauf wird auch hingewiesen, allerdings, wie der Leser anmerkt, „in kleinen Lettern auf mittelgroßen Schildern an der Einfahrt zum Parkplatz“. Er ist sich sicher: „Keiner liest sich das durch.“ So auch nicht seine Frau. „Mich ärgert diese Beschränkung“, sagt er. „Was ist mit älteren Leuten, vielleicht mit Beeinträchtigung? Die schaffen es möglicherweise nicht, in der Zeit einzukaufen.“

Aldi ist dabei nicht der einzige Discounter, der die Parkzeit einschränkt. Eine Leserin aus Karlsfeld (Landkreis Dachau) schilderte erst kürzlich in der Heimatzeitung ihre Erfahrungen mit Lidl. Auch sie war aufgrund von Parkzeit-Überschreitung zur Kasse gebeten worden – 50 Euro hätte sie bezahlen sollen. Als Stammkundin war sie zu Recht erbost.

Aldi äußert sich zu Vorgehen

Zuständig für die Parküberwachung auf beiden Parkplätzen ist die Münchner Firma „ParkDepot“. Auf Anfrage äußern sie sich nicht zum Fall in Gaißach, zum Fall in Karlsfeld antworteten sie lediglich, sie hätten als Servicepartner „keine Freigabe, uns dazu zu äußern“.

Auskunftsfreudiger ist da die Pressestelle von Aldi. „Die jeweilige Höchstparkdauer richtet sich nach den Gegebenheiten vor Ort“, schreibt Regina Tran Van auf Anfrage. Dabei greife der Discounter auf jahrelange Erfahrung zurück. Doch warum wird die Parkzeit eingeschränkt?

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Bei der Einfahrt wird das Kennzeichen erfasst

„Unsere Priorität ist es, dass alle Kundinnen und Kunden bei Aldi Süd zu jeder Zeit einen Parkplatz finden“, so die Unternehmenssprecherin. Grundsätzlich sei das Parken für Kunden kostenfrei. „Häufen sich allerdings die Beschwerden von Kunden, die keinen freien Parkplatz mehr finden, können unsere Filialen mit unterschiedlichen Maßnahmen reagieren – zum Beispiel mit der Installation einer Schranke, der Einführung einer Parkscheibenpflicht, der Installation von Bodensensoren oder einer Kennzeichenerkennung.“ Letztere wird in Gaißach eingesetzt: Beim Einfahren wird das Kennzeichen erfasst, ebenso beim Ausfahren. Dies sei, so Aldi, „eine sehr kundenorientierte Lösung, da keine Parkscheiben oder Tickets genutzt werden müssen“, sagt Regina Tran Van.

„Ich verstehe ja, wenn man gegen Dauerparker vorgeht“, zeigt der Kurier-Leser Verständnis. „Aber man sollte vielleicht abwägen, um wie viel die Parkzeit überzogen wurde.“ Tatsächlich, so die Pressestelle, gebe es eine Kulanz-Regelung. Man habe „Verständnis, dass in Ausnahmefällen Einkäufe länger dauern können“. Hier handle der Discounter in der Regel kulant, „wenn der Einkauf in der Filiale durch die Vorlage des Kassenbelegs nachgewiesen werden kann und die maximale Parkdauer nur geringfügig überschritten wurde“. So habe man auch für den Fall in Gaißach die Tickets storniert.

Die betroffene Kundin in Karlsfeld hatte da weniger Glück: Sie konnte ihre längere Einkaufsdauer nicht mehr nachweisen, denn sie hatte ihre Kassenzettel bereits weggeworfen.

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