Frontalzusammenstoß

Nach tödlicher Kollision: Unfallkommission hat „die B13 im Auge“

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Nach einer Frontalkollision auf der B 13 musste die Feuerwehr am Donnerstag zwei Frauen aus ihren Fahrzeugen befreien. Für eine 29-Jährige kam jede Hilfe zu spät. 

Bei einem  Unfall am Donnerstagabend auf der B 13 zwischen Bad Tölz und Lenggries ist eine Frau aus München (29) ums Leben gekommen.  Auch wenn jede Hilfe zu spät kam: Den Ersthelfern gebührt aus Sicht der Feuerwehr Lob und Anerkennung.

Update Montag, 18. März: Der tödliche Unfall vom vergangenen Donnerstag ist nicht der erste schwere Unfall, der sich an dieser Stelle auf der B 13 ereignet hat. Im Gegenteil: Auf Höhe des Gaißacher Fußballplatzes kommt es immer wieder zu schweren Kollisionen.  Erst am 11. März hatte es dort ebenfalls einen  Zusammenstoß eines Wagens mit dem Gegenverkehr gegeben, der aber weit glimpflicher ausging. Im Juli 2018 hatte sich dort eine Kollision mit fünf Verletzten ereignet, ein Auto brannte aus. Im Oktober 2018 wurde ein Motorradfahrer dort schwerst verletzt. „Es ist ein Unfallschwerpunkt, und wir haben die B 13 im Auge“, sagt Lars Werner, Verkehrsexperte der Tölzer Polizei. Gerade nach tödlichen Kollisionen werde das Geschehen von der zuständigen Kommission im Landkreis genau analysiert. Dass in vielen Diskussionen sofort ein Tempo-80-Limit oder ein Überholverbot an dieser Stelle gefordert wird, weiß Werner. Ob derartige Anordnungen dazu geeignet sind, Unfälle zu verhindern, könne man aber nur erkennen, wenn man deren Ursachen analysiere. „Im aktuellen Fall gibt es beispielsweise keinen Anhaltspunkt für ein Überholmanöver“, sagt Werner. Wie es zu dem tödlichen Unfall kam, wird erst ein unfallanalytisches Gutachten zeigen.

Update Sonntag, 17. März, 16 Uhr: „Trotz des schlimmen Ausgangs möchten wir das Verhalten der Ersthelfern nochmals besonders loben“, betont Stefan Kießkalt. Dem Pressesprecher der Kreisbrandinspektion zufolge wurden die Verunglückten beim Eintreffen der Rettungskräfte bereits so gut wie möglich betreut. „Erste-Hilfe-Material lag bereit oder wurde eingesetzt.“ Auch die Unfallstelle war  bereits gesichert worden. Nicht zuletzt halfen die Ersthelfer den Rettungskräften dabei, sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen. „Die Einsatzkräfte der Feuerwehr danken für den vorbildlichen Einsatz und die Zivilcourage“, sagt Kießkalt. „Wir hoffen sehr, dass diesem Beispiel noch viele weitere folgen.“

Update Freitag, 15. März, 12.25 Uhr: Die Polizei hat eine schriftliche Mitteilung zu dem tödlichen Unfall am Donnerstagabend auf der B13 herausgegeben. Die Darstellung des Unfallhergangs entspricht den Angaben von Donnerstagabend. Demnach ist weiterhin unklar, aus welchem Grund die 29-jährige Renault-Fahrerin gegen 17.20 Uhr auf die Gegenfahrbahn geriet, wo sie mit dem entgegenkommenden VW einer Lenggrieserin (79) kollidierte. 

Laut Polizei starb die 29-Jährige gegen 18 Uhr an den Folgen ihrer schweren Verletzungen an der Unfallstelle. Ihr Lebensgefährte (31), der als Beifahrer im Auto saß, sowie die Lenggrieserin wurden schwer verletzt per Hubschrauber in Kranenhäuser transportiert.

Noch keine genauen Angaben hatte es am Donnerstag zu einem dritten beteiligten Fahrzeug gegeben. Nun teilt die Polizei mit, dass es sich um den Jeep eines Lenggriesers (53) handelte, der hinter dem VW der Lenggrieserin unterwegs war. Als sich vor ihm der Unfall ereignete, leitete er eine Vollbremsung ein und versuchte auszuweichen. Dabei kam er von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Er wurde nicht verletzt.

Der Sachschaden, der an den drei Autos entstand, summiert sich auf etwa 27.000 Euro. 

Bericht von Donnerstag, 20.15 Uhr:

Gaißach– Nach Angaben der Polizei war die Münchnerin mit ihrem Renault von Lenggries kommend in Richtung Bad Tölz unterwegs. Sie bewegte sich dabei offenbar in einer Fahrzeugkolonne, als sie gegen 17.20 Uhr plötzlich auf die linke Fahrbahn ausscherte.

Aus welchem Grund sie das tat, war am Donnerstagabend noch unbekannt. Auf der Gegenfahrbahn kam dem Renault eine 79-jährige Lenggrieserin mit ihrem VW entgegen.

Durch die Kollision waren beide Fahrerinnen in ihren Autos eingeklemmt. Die Feuerwehren Gaißach, Lenggries und Bad Tölz rückten an. Als Kreisbrandrat Alfred Schmeide als erster am Unglücksort eintraf, befand sich der schwer verletzte Beifahrer der Münchnerin außerhalb des Autos und wurde von Passanten betreut.

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Die Befreiung der Fahrerinnen war laut Schmeide eine schwierige Aufgabe. Der VW lag auf der Seite und musste zunächst aufgerichtet werden. Noch komplizierter war die Befreiung der Münchnerin aus dem Renault. „Mit dem Rettungszylinder ist es gelungen, auf der Fahrerseite eine kleine Öffnung zu schaffen, durch die die Frau herausgezogen werden konnte.“ Schmeide ist voll des Lobes, dass es den Kameraden gelang, beide Personen binnen zehn Minuten zu befreien.

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Zu einem dritten beteiligten Fahrzeug, das ebenfalls von der Fahrbahn abkam, gab es am Donnerstag noch keine gesicherten Auskünfte. In diesem Wagen wurde offenbar ebenfalls eine Person verletzt, wenn auch wohl weniger gravierend.

Die B 13 war nach dem Unfall mehrere Stunden gesperrt. Die Feuerwehr Gaißach richtete eine Umleitung ein und leuchtete bis in die vorgerückten Abendstunden die Unfallstelle für die Arbeit des unfallanalytischen Gutachters aus.

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