Das ganze Taschengeld für Sammelbildchen

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Wecken Sammelleidenschaft: Klebebildchen zur diesjährigen Fußball-EM

München/Olching - Sarah Wagner aus Olching hat sich an tz-Bürgeranwalt Dietmar Gaiser gewandt. Sie hat das Gefühl, dass ihre Kinder zu viel Geld in Sammelbildchen investieren und bittet um Tipps.

Ich habe drei Kinder und alle sind im Sammelbildchenfieber. Die gibt es ja überall. Im Supermarkt bekommt man sie an der Kasse, und dann gibt es ja noch die Paninibildchen mit Starwars oder Fußballern drauf. Ich habe das Gefühl, dass meine Kinder nun zwei Jahre ihr ganzes Taschengeld in solche Bildchen investiert haben. Jetzt habe ich bemerkt, dass mein 14-jähriger Sohn sogar im Internet fehlende Bildchen ersteigert hat. Ich habe lange mit ihm geredet, dass das Geldverschwendung ist, und er war auch ein wenig einsichtig, glaube ich. Haben Sie ein paar mehr Tipps und Argumente für mich, wie wir in der Familie mit der Sache weiter verfahren können?

Sarah Wagner, Olching

Eine Lösung könnte sein, mit den Kindern einen festen Etat zu vereinbaren, der in die Bildchen investiert werden darf, und sich dann daran zu halten, wie es die Verbraucherzentrale empfiehlt. Denn diese Klebebildchen haben keinerlei materiellen Gegenwert. Mit Freunden die Karten zu tauschen ist eine sinnvolle und geldsparende Lösung. Doch ob man sich so tatsächlich ganze Serien erobern und die Hefte vollbekommen kann, ist eher fraglich.

Verbraucherschützer kritisieren Panini seit Langem und werfen dem Unternehmen beispielsweise immer wieder vor, es würde bestimmte Karten systematisch verknappen. Diese Vorwürfe weist die Firma regelmäßig zurück und versichert, alle Klebebilder würden in der gleichen Stückzahl gedruckt.

Wenn man davon ausgeht, dass das so ist, muss man trotzdem einen ganzen Stapel von Karten kaufen, um ein Heft vollzubekommen. Spiegel-Autor Holger Dambeck hat das 2011 anhand des Sammelbuches zur Frauen-Fußball-WM ausgerechnet: Nach seiner Wahrscheinlichkeitsrechnung müsste man 2141 Aufkleber kaufen, um die 350 verschiedenen Sammelbildchen zu bekommen. Kosten: 257,40 Euro. Die kann man durch erfolgreiches Tauschen zwar ein wenig senken, außerdem kann man bei Panini bis zu 50 fehlende Bilder für 18 Cent pro Stück nachbestellen.

Aber trotzdem ist und bleibt es ein Batzen Geld, der in die Sammelleidenschaft gesteckt wird. Hilfreich ist es oft, wenn man den Kindern vorrechnet, was sie sich für das Geld sonst alles leisten könnten, wenn sie es lange genug sparen. Ein guter Anreiz ist auch, wenn die stolze Mama in Aussicht stellt, ein bisserl was oben drauf zu legen, wenn das mit dem Sparen klappt.

svs

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