Ganz Oberpframmern weint

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„Ich werde dich nie vergessen“, hat ein Freund des verunglückten Buben auf ein Blatt Papier geschrieben und es zusammen mit einem Teddybär an die Unglücksstelle gelegt. Viele andere Oberpframmerner zündeten Kerzen an.

Oberpframmern - Eine ganze Gemeinde im Schockzustand: Oberpframmern trauert um den zehnjährigen Buben, der am Montagabend bei einem tragischen Unfall von einem Traktor getötet worden war. Seine Familie, aber auch die Schulkameraden werden psychologisch betreut.

Nichts ist mehr wie vorher: „Wir hatten das Kriseninterventionsteam der Kirche in beiden Schulhäusern“, schildert die Schulleiterin der Grundschule Oberpframmern-Egmating, Barbara Gnilka, die Reaktion ihrer Einrichtung auf das Drama.

Am Dienstag fiel der Unterricht aus, es fand in den beiden Schulhäusern je eine Andacht statt, Kerzen wurden angezündet. „Die Schüler sollten die Möglichkeit erhalten zu trauern, schöne Erlebnisse mit ihrem Klassenkameraden wieder aufleben zu lassen.“ Schulleitung und Lehrer waren bemüht, den „Kindern altersgerechte Hilfe“ anzubieten. „Wir haben den ganzen Vormittag an dem Thema gearbeitet und versucht, das aufzufangen“, schildert Pfarrer Wolfgang Lehner seinen seelsorgerischen Einsatz. „Viele Kinder haben geweint“, berichtet Gnilka, die Lehrer habe der Tod des Schülers ebenfalls sehr getroffen. „Auch mir fällt es schwer, darüber zu sprechen.“

Bilder vom Unfallort

Bub (10) von Traktor überrollt: tot

„Furchtbar. Mein erster Gedanke war, alles abzublasen.“ Arndt Valbert, Jugendleiter des TSV Oberpframmern, kannte den Buben, der im Verein kickte. Valbert ist schockiert. Dennoch musste er am Dienstag eine Entscheidung treffen, von der er wusste: „Wie man es macht, man macht es verkehrt.“ Zwar sagte er alle Kleinfeldspiele des Vereins für die nächsten Tage ab. Doch eine Frage wurde lange diskutiert: Soll der Verein das am Sonntag anstehende Kreisfinale im Merkur CUP wie geplant ausrichten? Natürlich unter veränderten Rahmenbedingungen, ohne Musik, mit Trauerflor, Kondolenzbuch und Gedenkminute. „Wir haben hin und her überlegt und glauben, dass der Bub hätte spielen wollen.“ Auch gehe es dem Verein darum, „für die anderen Kinder vermehrt da zu sein, ihnen Ablenkung zu geben“. „Fußball spielen ist jetzt vielleicht genau das Richtige, oder das Verkehrte. Ich weiß es nicht“, sagt Valbert.

Hin und hergerissen zwischen Spielen und Absagen war zunächst auch TSV-Chef und Vize-Bürgermeister Andreas Lutz. Die Entscheidung fiel letztlich im Vorstand: „Wir sagen das Kreisfinale ab.“ Spielgruppenleiter Rudi Simbeck zeigt dafür Verständnis. „Jetzt schauen wir einmal, ob wir einen anderen Termin finden oder einen anderen Ausrichter.“ (hw/mps/ac)

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