Erst Garagen, jetzt eine Scheune - Feuerteufel gesucht

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Eine Feldscheune am Lorenzweg in Neufahrn brannte in der Nacht auf den Pfingstmontag lichterloh

Neufahrn - In Neufahrn haben am Sonntag mehrere Garagen gebrannt. Sieben Fahrzeuge fielen den Flammen zum Opfer. Am Pfingstmontag brannte eine Scheune lichterloh. Die Kripo vermutet, dass hinter den Bränden ein Feuerteufel steckt.

Pfingstsonntag, 0.47 Uhr: Bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord ging die Mitteilung über einen Garagenbrand am Moosmühlenweg in Neufahrn ein. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, schlugen die Flammen aus dem geschlossenen Garagentor, berichtete Ernest Lang, Oberlöschmeister der Feuerwehr Neufahrn. Da die Türautomatik wegen des Feuers nicht mehr funktionierte, musste das Tor der neben einem Mehrfamilienhaus gebauten Duplexgarage aufgeschnitten werden. Trotz der schnell eingeleiteten Löscharbeiten konnte nicht verhindert werden, dass das Feuer auf die sechs abgestellten Autos übergriff.

Die Floriansjünger hatten gerade drei der zerstörten Fahrzeuge aus der Garage gezogen und waren dabei, die Schlauchleitung abzubauen, als um zirka 1.40 Uhr die nächste Alarmierung folgte: Feuer in einer Garage an der Rudi-Ismayr-Straße. Die Wehr verständigte vorsorglich die Kollegen aus Eching und Mintraching und raste zum Brandort.

Feldscheune in Neufahrn brennt lichterloh

Feldscheune in Neufahrn brennt lichterloh

Das Auto in der Garage in der Rudi-Ismayr-Straße in Neufahrn wurde von den Flammen komplett zerstört

Die Flammen schlugen schon hoch über die Garage hinaus in den Dachstuhl des angebauten Nachbarhauses, sagte Lang. Während die Einsatzkräfte den Garagenbrand schnell im Griff hatten – aber auch hier war das Auto nicht mehr zu retten – gestalteten sich die Löscharbeiten am Haus als augesprochen schwierig. „Durch die Hinterlüftung des Dachs entstand ein starker Kamineffekt, das Feuer erfasste in kürzester Zeit das halbe Dach“, erklärte Lang. Und Neufahrns Feuerwehrkommandant Reinhold Kratzl ergänzte: „So etwas habe ich in vier Jahrzehnten Feuerwehrdienst noch nicht erlebt. Wir konnten die Flammen mit dem Löschwasser von oben nicht erreichen und auch nicht durch den Innenangriff mit Pressluftatmern, weil das Dach innen gänzlich mit Rigips verkleidet war“. Zusammen mit dem ebenfalls anwesenden Kreisbrandmeister Reinhold Jasch forderte Katzl Verstärkung durch weitere Atemschutzgeräteträger an. Die Feuerwehren aus Dietersheim und Günzenhausen rückten an.

Garagenbrände - Kripo vermutet Feuerteufel

Garagenbrände - Kripo vermutet Feuerteufel

Erst als es gelang, die Drehleiter der Feuerwehr Eching in der engen Gasse von der Westseite in Position zu bringen, bekamen die Feuerwehrleute den Brand unter Kontrolle. Die Höhensicherungsgruppe der Feuerwehr Neufahrn deckte daraufhin das Dach ab und konnte so den Brand gegen vier Uhr morgens endgültig ablöschen, berichtete Lang. Am Sonntagvormittag sicherte eine Gruppe der Neufahrner Feuerwehr noch lose Teile und deckte den zerstörten Dachstuhl mit einer großen Plane gegen Regen ab.

Doch bei den zwei Einsätzen blieb es nicht. Pfingstmontag stand den Feuerwehrkräften die nächste schlaflose Nacht bevor. Gegen 0.30 Uhr brannte eine Feldscheune in der Verlängerung des Konrad-Lorenz-Wegs auf freiem Feld in Neufahrn. Das Feuer breitete sich laut Ernest Lang rasend schnell aus. Der Ladewagen und die anderen landwirtschaftlichen Geräte in der Scheune seien nicht zu retten gewesen. Wegen der in dem Gebäude gelagerten Reifen kam es zudem zu einer sehr starken Rauchentwicklung.

100 Feuerwehrleute kämpften rund fünf Stunden gegen die Flammen

Da zur Wasserversorgung lange Schlauchleitungen zu den nächsten Häusern notwendig wurden, hatte die Leitstelle auch die Feuerwehren aus Mintraching, Achering und Fürholzen alarmiert. Insgesamt waren Montagnacht rund 100 Feuerwehrleute und eine Bereitschaftswache des Rettungsdienstes fast fünf Stunden im Einsatz.

In allen drei Fällen hat die Kriminalpolizei Erding die Ermittlungen aufgenommen. Bei den beiden Garagenbränden entstand ein Sachschaden im jeweils sechsstelligen Bereich, bei der Scheune wird er bisher auf 10 000 Euro geschätzt, berichtet Michaela Grob, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Man geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Ob ein Zusammenhang der Taten mit dem Scheunenbrand besteht, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. Aber auch in diesem Fall sei Brandstiftung nicht auszuschließen.

Die Polizei sucht jetzt dringend Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Sie werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Erding unter Tel. (0 81 22) 96 80 zu melden.

Von Mieke Meimbresse

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