Eine Supernova

Neues atemberaubendes Planetarium vor den Toren Münchens: 10 Fragen, 10 Antworten

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Zurücklehnen und in fremde Welten eintauchen: Das Planetarium ist das Highlight des ganzen Gebäudekomplexes. 

Es könnte ein neuer touristischer Anziehungspunkt in der Region München werden: Das ESO Supernova Planetarium und Besucherzentrum. Das erwartet Besucher dort. 

Garching - An dem gigantischen Projekt wurde seit 2015 gebaut, die Kosten werden auf rund 30 Millionen Euro geschätzt: An diesem Donnerstag (26. April) öffnet das ESO Supernova Planetarium und Besucherzentrum mit einem Festakt, wie Merkur.de bereits berichtete

(Wir wollten die Präsentation im Live-Video zeigen. Es gab jedoch Verbindungsprobleme, wir bitten diese zu entschuldigen. Am Freitag (27. April) wird es ein Video geben, das die Präsentation zusammenfasst.)

Ab dem 28. April können dann alle Interessierten rein. Wir beantworten die 10 wichtigsten Fragen und erklären, wieso das ESO Supernova Planetarium und Besucherzentrum eine besondere Attraktion wird. 

1. Wieso wurde das ESO Supernova Planetarium und Besucherzentrum ausgerechnet in Garching gebaut? 

Die Europäische Südsternwarte, kurz ESO, hat ihren Hauptsitz in der kleinen Gemeinde im Landkreis München. Das Forschungsinstitut bietet Astronomen seit 1962 die Möglichkeit, den Südsternhimmel zu untersuchen. Hier wird astronomische Spitzenforschung betrieben. Das neue Erlebnis-Planetarium steht direkt neben dem ESO-Hauptquartier am südlichen Rand des Garchinger Campus.

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2. Warum sieht das Gebäude so futuristisch aus? 

Die Architekten des Gebäudes wollten zwei Sternen kurz vor einer Supernova-Explosion nachempfinden. Die beiden Gebäudeteile ähneln einem Doppelsternsystem, bei dem Masse von einem kleineren Stern auf den anderen Stern übertragen wird. Letztlich führt diese Konstellation dazu, dass der schwerere Stern in einer Supernova explodiert. Solche Ereignisse können von der Erde aus nur sehr selten beobachtet werden. Zuletzt konnte eine Supernova 1604 bestaunt werden, unter anderem von Galileo Galilei und Johannes Kepler. Eine Supernova leuchtet für eine kurze Zeit heller als die übrigen Sterne am Nachthimmel. 

Wie zwei Sterne kurz vor einer Supernova-Explosion. 

3. Warum könnte das Planetarium zu einem echten Besuchermagneten werden? 

In Deutschland gibt es rund 100 Planetarien, doch der Neubau in Garching bietet viel mehr als die meisten anderen. Die ESO rechnet mit 50.000 bis 200.000 Besuchern jährlich. Das Planetarium und Besucherzentrum soll ein interaktiver Lernort werden, der für die Astronomie begeistern kann. Die Angebote richten sich an alle Altersgruppen: von Kindergarten-Gruppen über Familien bis hin zu Oberstufen-Klassen. Hier soll man das Universum mit allen Sinnen erleben können, echte astronomische Artefakte berühren dürfen und auch selbst Experimente durchführen können. Auch an internationale Touristen wurde gedacht: Alle Angebote sind zweisprachig in Deutsch und Englisch. Für private Veranstaltungen oder Firmenfeiern können Räume in der ESO-Supernova angemietet werden, bis zu 600 Gäste finden dann Platz.

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4. Was ist das absolute Highlight? 

Ganz klar: das Planetarium mit der 360-Grad-Kuppel, 110 Sitzplätzen, einer Neigung von 25 Grad und 14 Metern Durchmesser! Es ist das größte geneigte Planetarium in Deutschland. Die ESO bewirbt diese Attraktion auf ihrer Homepage so: „Der Besucher bekommt das Gefühl, er würde selbst zu den Sternen und sogar bis an den Rand des Universums fliegen.“ In Multimediashows mit moderner Projektionstechnik wird man in die Geheimnisse des Universums eingeführt, hierzu gibt es auch Live-Shows mit Vorführern. Die Shows haben Titel wie „Eine Tour durch das Sonnensystem“, „Ist da draußen jemand?“ oder „Die Jagd nach der dunklen Materie“. In mehreren Shows täglich kann man in ferne Welten eintauchen.

5. Was bietet die Ausstellung? 

Neben dem Planetarium ist die Dauerausstellung „Das lebendige Universum“ auf fast 2200 Quadratmetern Fläche das zweite Highlight. Die Ausstellung beginnt im Erdgeschoss, führt spiralförmig über eine 255 Meter lange Rampe bis in den zweiten Stock und letztlich wieder ins Besucherzentrum zurück. Auf dem Weg werden 13 astronomische Themen präsentiert. Auch zahlreiche beeindruckende Fotos, aufgenommen von den modernsten Teleskopen der ESO, werden gezeigt. Neueste Forschungsergebnisse werden präsentiert, Exponate zum Anfassen sowie interaktive Medien ermöglichen ein Lernerlebnis mit allen Sinnen. Auch ein kleines 3D-Kino ist Teil der Ausstellung. 

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6. Was ist das Geheimnis des „Welt-Raums“? 

Der Weltraum ist nicht nur das sich durchziehende Thema des ganzen Zentrums, sondern der „Welt-Raum“ ist auch ein eigener Abschnitt im Gebäudekomplex. Der gleichnamige 15 Meter hohe Raum bietet eine 360-Grad-Tapete mit der Milchstraße als XXL-Motiv. Unterhalb des Glasdachs stellen die Lichter an der Decke die 22 Sternbilder der südlichen Hemisphäre dar. Man kann diese Sternbilder des Süd-Nachthimmels zum Leuchten bringen. 

Im „Welt-Raum“ können Sie Sternbilder zum Leuchten bringen. 

7. Wie viel zahlt man denn für den Eintritt? 

Die beste Nachricht: Alles ist kostenfrei! Weder für das Planetarium noch für die Ausstellung oder die Führungen wird ein Eintritt verlangt. Es empfiehlt sich jedoch zukünftig, Tickets für die speziellen Angebote wie beispielsweise die Shows im Planetarium zu reservieren. Auf Grund des begrenzten Sitzplatzangebots werden hier nämlich trotzdem kostenlose Tickets benötigt. Eine Reservierung soll nach der Eröffnung auch über die Supernova-Homepage möglich sein

8. Ist das Planetarium auch für einen Schlechtwetter-Ausflug am Wochenende geeignet? 

Grundsätzlich schon. Am Wochenende öffnet das ESO Supernova Planetarium und Besucherzentrum von 12 bis 17 Uhr. Allerdings ist vor allem in den ersten Monaten mit einem starken Besucherandrang zu rechnen. Alternativ kann man mittwochs bis freitags von 9 bis 17 Uhr in das Planetarium und Besucherzentrum. Jedoch ist an Werktagen vormittags wohl mit zahlreichen Schulklassen zu rechnen, die Exkursionen dorthin machen werden. 

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9. Wie komme ich zum ESO Supernova Planetarium und Besucherzentrum? 

Das ESO Supernova Planetarium und Besucherzentrum befindet sich in der Karl-Schwarzschild-Straße 2 in Garching. Zu empfehlen ist die Anreise mit dem Öffentlichen Nahverkehr. Der Campus ist gut an den ÖPNV angebunden. Es gibt eine direkte Bahnverbindung mit der U6 zwischen dem Münchner Marienplatz und dem Campus (Haltestelle: Garching-Forschungszentrum). In unmittelbarer Nähe des Planetariums befindet sich auch die Bushaltestelle Boltzmannstraße. Die Buslinien 230, 292 und 690 halten hier. Vor der ESO Supernova gibt es außerdem eine beschränkte Anzahl an Parkplätzen. 

10. Und wenn der kleine Hunger sich meldet? 

Im Gebäudekomplex selbst gibt es einen „Picknickbereich“ mit großen Tischen und Bänken. Man kann sich Essen selbst mitbringen oder Snacks an Automaten ziehen. Auf dem Campus gibt es weitere Imbissbuden und Restaurants für eine Stärkung nach den Ausflügen ins All.

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