Großbrand in Garching-Hochbrück

Millionenschaden bei Feuer in Recyclinganlage: Löschwasser muss jetzt untersucht werden

Eine Lagerhalle in München Garching stand in der Nacht zu Samstag in Flammen.
+
Eine Lagerhalle in München Garching stand in der Nacht zu Samstag in Flammen.

Nach dem verheerenden Brand einer Lagerhalle in der Recyclinganlage in Hochbrück am vergangenen Samstag, muss jetzt geklärt werden, was mit dem Löschwasser passiert. 

  • Am Samstag gab es einen Großeinsatz in Garching-Hochbrück.
  • Eine Lagerhalle stand in Flammen.
  • Der Schaden geht wohl in die Millionen.
  • Löschwasser wird untersucht.

Update vom 3. Januar, 13.55 Uhr: Nach dem verheerenden Brand in der Recyclinganlage in Hochbrück, wird nun untersucht, ob das Löschwasser in die Kanalisation der Stadt Garching eingeleitet werden darf oder einer separaten Entsorgung zugeführt werden muss. Zu diesem Ergebnis kamen laut Pressemitteilung Vertreter des Landratsamts München, der Stadt Garching sowie des Wasserwirtschaftsamts München bei einer Besprechung am Donnerstag. Bei einer Ortsbegehung machten sich die Vertreter der drei Behörden ein Bild von der Situation vor Ort. Auch Beschäftigte des Betreibers waren bei dem Termin anwesend. Ziel des Ortstermins war es, eine Vorgehensweise festzulegen, wie mit dem Löschwasser zu verfahren ist. Die einhellige Meinung: Zunächst muss das Löschwasser dahingehend untersucht werden, ob es der Kläranlage Garching zugeführt werden darf. Soweit nach der Untersuchung eine Ableitung über die Kanalisation nicht zulässig sein sollte, muss das Wasser bei einem geeigneten Fachbetrieb entsorgt werden. Aktuell wird das Löschwasser in Großraumcontainer gepumpt und zwischengelagert, bis die endgültigen Untersuchungsergebnisse vorliegen. Solange darf dieses Wasser nicht in die Kanalisation der Stadt Garching eingeleitet werden. Die entsprechende Pumpenanlage wurde zu diesem Zweck durch die Stadtwerke Garching verplombt.

Lesen Sie auch: Die schweren Unwetter in Bayern hatten am Samstagabend verheerende Auswirkungen: Einen Großbrand auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Beuerberg. Ein Blitz war in ein Heulager eingeschlagen.

Auch in Nürnberg ist es zu einem schlimmen Wohnungsbrand gekommen. Eine Frau starb in den Flammen. Die Einsatzkräfte waren teils durch Falschparker behindert worden.

Update vom 30. Dezember, 12.35 Uhr: Die Polizei geht mittlerweile von einem Schaden in Millionenhöhe aus. Nach den ersten Ermittlungen brach der Brand mit hoher Wahrscheinlichkeit im Bereich der Elektroschrottlagerung aus. Hinweise auf eine vorsätzliche Tat liegen derzeit nicht vor. Die Ermittlungen dauern an. Ein Brandsachverständiger wurde hinzugezogen.

Wie bereits berichtet, stellte ein Wachmann einer Recycling-Firma in Garching- Hochbrück, am Samstag, 28.12.2019, gegen 1.40 Uhr, einen Brand in einer Halle fest und verständigte sofort den Notruf. Die Flammen griffen im weiteren Brandverlauf auf zwei weitere Hallen über, ein Übergreifen auf eine vierte Halle konnte durch die Feuerwehr verhindert werden. Die Brandbekämpfung zog sich über mehrere Stunden hin. An den Löscharbeiten waren mehrere Feuerwehren, das Technische Hilfswerk und der ABC-Zug des Landkreises München beteiligt.

Bei einem Feuer in Neubiberg bei München ist am Neujahrstag ein Carport samt vier Autos abgebrannt. Der Schaden ist immens. Die mögliche Brandursache sollte aber zu denken geben.

Brand in Garching: Über 330 Einsatzkräfte vor Ort

Update vom 29. Dezember 2019, 11 Uhr: Um 1.30 Uhr wurde die Feuerwehr Garching über die automatische Brandmeldeanlage alarmiert, dass es in der Recyclinganlage an der Ingolstädter Landstraße brennt. „Als unser erstes Fahrzeug wenig später dort ankam, brannte eine Halle zur Hälfte lichterloh, wir mussten zwei Mal Kollegen der Umgebung nachalarmieren“, berichtet Einsatzleiter David Ward. Über 330 Einsatzkräfte waren im Einsatz, gegen 10 Uhr hatten sie die Flammen unter Kontrolle, bis in den späten Abend werden noch Brandnester bekämpft.

Großeinsatz der Feuerwehr bei Brand in Garching - neue Details

Die Recyclinganlage gehört seit gut zwei Jahren der Firma RM Recycling München, einer der Geschäftsführer ist Martin Görner. „Wir hatten seit 23. Dezember Betriebsurlaub, da wurde also nichts mehr aufbereitet oder geshreddert, weder Holz noch Kunststoff“, sagt Görner. Da das Unternehmen, das in Garching unter dem Namen „Die Umweltmeister“ arbeitet, Heizkraftwerke täglich mit Restmüll-Nachschub beliefern muss und auch die Holzindustrie mit Holzschnipseln für die Spanplattenproduktion, wurden diese Stoffe laut Görner auch am 27. Dezember noch verladen. „Dabei entsteht aber keinerlei Hitze oder Funkenflug, als ich das Werk um 16 Uhr verlassen habe, war alles in Ordnung“, sagt Görner der ergänzt, dass man zwei Jahre lang – im Gegensatz zu den vorherigen Betreibern – keinerlei Brand hatte. Selbst die Nacht- und Brandwache des Unternehmens, die jede Stunde alle Winkel auf dem großen Hof kontrollieren und quittieren muss, stellte um 1 Uhr nachts noch absolut nichts fest. „Eine halbe Stunde später brach dann wohl dieses gewaltige Feuer aus, wie mir die Feuerwehr berichtete. Ich kann es mir überhaupt nicht erklären warum. Doch wenn die Holzschnitzel erst einmal brennen, dann gibt es gemeinsam mit den langen Gummi-Transportbändern, die quer durch die Halle wie eine Zündschnur führen, kein Stoppen mehr“, sagt Geschäftsführer Görner. Er schaltet nachts sein Smartphone immer aus und wurde am frühen Morgen wie viele andere auch durch den ausgelösten „KATWARN“-Alarm aufgeschreckt.

Großbrand in Garching bei München: „Das Feuer breitete sich rasend schnell aus“

David Ward, der Kommandant der Feuerwehr Hochbrück und Einsatzleiter, bestätigt Görners Einschätzung. „Das Feuer breitete sich rasend schnell aus, daher haben wir auch so viele Kollegen zum Löschen gebraucht.“ Die halbe Produktionshalle ist eingestürzt, alles was darin war – Holz, Müll, Kunststoff, Elektro, Transportbänder und Maschinen – völlig zerstört. „Durch die vielen unterschiedlichen Stoffe kam es zu einer ungeheuren Rauchentwicklung, doch der ABC-Zug München-Land hat kontinuierlich Luftmessungen vorgenommen und für die Bevölkerung im Umland absolute Entwarnung gegeben“, betont Ward.

Insgesamt waren über 330 Feuerwehrleute der Wehren aus Hochbrück, Garching, Aschheim, Badersfeld, Ismaning, Oberschleißheim, Riedmoos, Unterschleißheim, Dietersheim aus dem Nachbarlandkreis Freising sowie aus Gräfelfing, Grasbrunn, Kirchheim, Ottobrunn, Taufkirchen und Unterföhring wie auch die Werkfeuerwehr des Helmholtz-Zentrums im Einsatz. Experten des THW mit schweren Radladern aus den Ortsverbänden München-Land, Dachau, München-Ost sowie Augsburg unterstützten sie dabei. „Gegen 10 Uhr hatten wir alle Flammen im Griff, doch mitten in der Halle gibt es noch einige Glutnester, die wir jetzt mit den Radladern mühsam zerlegen und nach außen fahren müssen, wo sie mit Wasser abgelöscht werden“, sagte Einsatzleiter Ward. Er rechnet damit, dass die letzten Löscharbeiten bis in den Abend dauern werden, danach müsse man unbedingt noch zwei Tage und Nächte Brandwachen aufstellen. „Ich hoffe aber, dass das die Betreiberfirma übernimmt.“ Geschäftsführer Görner konnte noch keine Angaben zur Schadenshöhe machen, er vermutet aber einen recht hohen Schaden. „Ich muss erst mal sehen, was wir noch gebrauchen können. Bis 6. Januar haben wir noch Betriebsurlaub, wie es dann für unsere 100 Mitarbeiter weitergeht, weiß ich nicht“, sagt Görner. Zur Ermittlung der Schadensursache hat auch die Polizei die Arbeit aufgenommen.

Großbrand im Raum München: Behörden lösten KATWARN-Alarm aus - neue Details 

Update 10.13 Uhr: Eine Lagerhalle im Landkreis München ist in der Nacht zu Samstag in Flammen aufgegangen. Teile des Daches stürzten ein, wie eine Behördensprecherin am Samstagmorgen mitteilte. Über dem Areal einer Recycling-Firma war den Angaben zufolge zuvor stundenlang dichter, schwarzer Rauch zu sehen. „Gefahr für die Bevölkerung besteht nicht“, teilte die Sprecherin mit. 

Eine spezialisierte ABC-Einheit des Katastrophenschutzes mache laufend Luftmessungen. Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit mehr als 300 Helfern im Einsatz. Verletzt wurde niemand. 

Was das Feuer verursacht hat, sollen Ermittlungen der Polizei klären. „Sobald wir die Überreste der Halle sicher betreten können, starten wir mit den Untersuchungen“, sagte eine Polizeisprecherin.

Update 10.02 Uhr: Der Brand in Garching-Hochbrück ist offenbar weitgehend gelöscht. Wie die App KATWARN jedoch vermeldet, kann es durch Nachlöscharbeiten in der näheren Umgebung noch zu vereinzelten Geruchsbelästigungen kommen. 

Update 9.00 Uhr: Die Behörden haben sogar über die Warn-App KATWARN Alarm ausgelöst. „Großbrand in Garching-Hochbrück, starke Rauchentwicklung, der Rauch zieht aktuell nach oben ab. Daher derzeit keine akute Gefährdung für die Bevölkerung. Die Lage wird laufend durch Messungen überwacht“, heißt es auf katwarn.de.

Feuer lodert seit Stunden: Lagerhalle in Garching steht in Flammen - Starke Rauchentwicklung 

Unsere Erstmeldung vom 28. Dezember, 8.20 Uhr:

Garching - Ein Brand in einer Lagerhalle hat im Landkreis München zu einem Großeinsatz der Feuerwehr geführt. „Etwa die Hälfte des Gebäudes in Garching-Hochbrück steht in Flammen. Das Feuer ist derzeit noch nicht gelöscht“, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes am Samstagmorgen. 

Es komme zu starker Rauchentwicklung. Gefahr für die Bevölkerung bestehe aber nicht. Das Feuer auf dem Areal einer Recycling-Firma war nach ersten Erkenntnissen gegen 02.00 Uhr in der Nacht ausgebrochen. Die Schadenshöhe war zunächst unklar.

Ein Münchner ist auf der A8 mit seinem Mini auf einen Porsche aufgefahren - der Mini fing Feuer. Ein unbeteiligter Autofahrer verhinderte wohl Schlimmeres.

Stundenlang kämpfen die Feuerwehrleute in einem Neubaugebiet gegen die Flammen - dabei wird ihre Arbeit erschwert. In Düsseldorf ist in der Nacht zum Freitag in einem Betten-Lager zu einer Explosion gekommen. Bei den Löschversuchen sind zwei Feuerwehrleute schwer verletzt worden.

Eine Explosion gab es auch bei einem Brand in einer Waffenwerkstatt in Friedrichsthal. Dabei flogen den Einsatzkräften immer wieder Teile der Munition um die Ohren. 

In Berlin-Tegel kommt es im Mai 2020 zu einem Großbrand

dpa 

Auch interessant

Meistgelesen

Drama am S-Bahnhof: 15-Jähriger überquert Gleise und wird von Zug erfasst - Freunde müssen alles mitansehen
Drama am S-Bahnhof: 15-Jähriger überquert Gleise und wird von Zug erfasst - Freunde müssen alles mitansehen
Corona-Superspreaderin in Garmisch-Partenkirchen? Neue Details werfen anderes Licht auf den Fall
Corona-Superspreaderin in Garmisch-Partenkirchen? Neue Details werfen anderes Licht auf den Fall
Fahndung nach Unfall auf A8: Schwarzer Golf GTI löst mit Horror-Manöver Crash mit Biker aus - und haut ab
Fahndung nach Unfall auf A8: Schwarzer Golf GTI löst mit Horror-Manöver Crash mit Biker aus - und haut ab
Flughafen München: Frau (18) bekommt plötzlich in 10.000 Metern Höhe Wehen - Flugzeug muss notlanden
Flughafen München: Frau (18) bekommt plötzlich in 10.000 Metern Höhe Wehen - Flugzeug muss notlanden

Kommentare