Talent-Schmiede in Garching

Vom Schulhof ins Rampenlicht: Diese Promis besuchten einst das Werner-Heisenberg-Gymnasium

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Talk-Moderatorin Sandra Maischberger

Nach dem Abitur haben sie es geschafft: Die Helden vom Werner-Heisenberg-Gymnasium (WHG) in Garching. Sie sind in verschiedenen Branchen durgestartet – im Musikbusiness, Sport, Film und Fernsehen. Wir stellen die prominenten Abiturienten vor.

Brigitte Hobmeier: Heute eine gefragte Schauspielerin

Sie bekam die Hauptrollen bei Kammerspiel-Produktionen und spielte mehrmals im Tatort oder in Kinofilmen von Marcus H. Rosenmüller mit – Brigitte Hobmeier (42),von Freunden auch einfach Gitti genannt, ist ein echtes Ismaninger Gewächs. Ihre Mutter betreibt eine Reinigung in Ismaning und ihr Bruder ist Bauamt-Chef in der Gemeinde. Zur Schule ging sie am Werner-Heisenberg-Gymnasium und erinnert sich: „In den Pausen Spaß, im Unterricht Ödnis.“

Nach dem Abi 1995, wollte sie etwas mit Kunst machen und arbeitete zunächst in einem Grafikbüro: „Nach einem Jahr hatte ich mich dann entschieden, es doch mit meinem eigentlichen Traum, nämlich der Schauspielerei zu versuchen.“ Und studierte an der Folkwang-Theaterschule in Essen – ihr Mut hat sich ausgezahlt.

Ruth Moschner: Traumberuf Schauspielerin - oder Chirurgin

Buchautorin Ruth Moschner

Hobmeiers Schulkollegin Ruth Moschner (42) ist als blonde, strahlende Fernsehmoderatorin zum Beispiel aus „Big Brother“ oder „Grill den Henssler“ bekannt. Moschner ist in Schwabing, Ismaning, Unterföhring und Garching aufgewachsen. Bis zur 11. Klasse ging sie am WHG in die Parallelklasse von Gitti Hobmeier: „Wir hatten unterschiedliche Freundeskreise“, erzählt sie und erinnert sich: „Ich mochte die Schule eigentlich ganz gerne. Nur die Mathe- und Physiklehrer waren demotivierend. Einer war sexistisch und gab Mädels aus Prinzip keine guten Noten, ein anderer riet mir nach der 10. mangels Talent die Schule zu beenden.“

Deshalb wechselte sie ans Luitpold-Gymnasium im Lehel und machte dort 1995 ihr Abitur. Danach absolvierte sie ein Volontariat bei einem regionalen Fernsehsender. „Ich wollte schon immer Schauspielerin oder Chirurgin werden. Heute bin ich froh, dass mich mein Weg zur Moderation geführt hat.“ Vor Kurzem hat sie ihr Buch „Total Detox – Was Sie schon immer mal loswerden wollten“ geschrieben.

Sandra Maischberger: Mit Abi-Durchschnitt „sehr zufrieden“

Sandra Maischberger (52) ist ebenfalls Moderatorin: Ihr Polit-Talk „Menschen bei Maischberger“ flimmert bundesweit über die Fernsehbildschirme. Die Journalistin und Produzentin wuchs in Frascati bei Rom – und in Garching auf. Dort machte sie 1985 ihr Abitur: Mit ihren Abinoten „Durchschnitt 2,0“ war sie „sehr zufrieden“, schreibt Maischberger.

Talk-Moderatorin Sandra Maischberger

Heute wohnt sie in Berlin, ihre Talkshow wird zum Teil auch in Köln gedreht. Mindestens einmal im Vierteljahr kehrt die Moderatorin und Wahl-Berlinerin aber nach Garching zurück, denn: „Meine Mutter lebt noch dort“, erzählt sie.

Sebastian Dollinger: Zu seiner Schulzeit schweigt er lieber

Sebastian Dollinger (34)hat seine Karriere als Profi-(Beach-)Volleyballer vor rund drei Jahren beendet. Er fing beim VfR Garching an und machte am WHG Garching auch sein Abitur. Später spielte er beim FT Adler Kiel, mit dem er sogar in die 2. Bundesliga Nord aufstieg.

Ex-Beachvolleyball-Profi Sebastian Dollinger

2011 wurde er im Beachvolleyball sogar WM-Neunter. Parallel zum Profi-Sport studierte er Materialwissenschaften und schloss als Ingenieur ab. Auf Anfrage des Müncher Merkurs wollte er keine Details aus seiner Schulzeit erzählen.

Michael Kumpfmüller: Er wollte sogar Lehrer werden - doch es kam anders

Michael Kumpfmüller (57)hat auch seine Leidenschaft zum Beruf gemacht: Er ist Schriftsteller und hat im vergangenen Jahr seinen sechsten Roman veröffentlicht – und er ist in Unterschleißheim aufgewachsen. Sein Abi hat er 1980 am WHG gemacht: „Ich wollte Lehrer für Deutsch und Geschichte werden, habe mich damals schon literarisch versucht und in späteren Jahren getraut, das Schreiben zu meinem Beruf zu machen“, erzählt er.

Kumpfmüller hat deutsche Literatur und Geschichte in Tübingen, Wien und Berlin studiert, parallel arbeitete er als freier Journalist. Seit über 30 Jahren lebt er in Berlin. Sein Roman „Nachricht an alle“ wurde mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet und sein Buch „Die Herrlichkeit des Lebens“ wurde in 25 Sprachen übersetzt. Derzeit schreibt er an seinem siebten Roman, der im Frühjahr erscheinen soll. Gelegentlich kommt der Autor noch in seine alte Heimat zurück: „Um meine Familie zu besuchen und am Hauptbahnhof eine richtig gute Leberkässemmel zu essen.“

Monika Peetz: Lehrer waren „vom Geist der 68er beseelt“

Buchautorin Monika Peetz

Monika Peetz (56): Ihr bekanntester Roman heißt „Die Dienstagsfrauen“ – der wurde auch verfilmt. Die Schriftstellerin und Drehbuchautorin ist während ihrer Schulzeit in Lohhof aufgewachsen und erzählt: „Ich wollte immer Schriftstellerin werden, auch wenn ich nicht gewagt habe, das laut zu verkünden.“ Sie erinnert sich, dass damals einige Lehrer am WGH „vom Geist der 68er beseelt“ gewesen sind: „Wir duzten unsere Lehrer, die eine Hälfte, tranken Wein in ihren Wohnzimmern, politisierten und gingen gemeinsam demonstrieren.“ Lehrer- und Schülerschaft spalteten sich damals „in unversöhnliche Lager“ – um Stoppt-Strauß-Anstecker in der Schule, Atomkraft, Aufrüstung und den neuen Flughafen, so Peetz.

Nach ihrem Studium arbeitete sie im Verlagswesen, war Dramaturgin und Redakteurin. Seit rund 20 Jahren lebt sie in Amsterdam, ist aber beruflich und privat noch viel in Deutschland. Ihr Bestseller „Die Dienstagsfrauen“ verkaufte sich im deutschsprachigen Raum über eine Million Mal. Mitte Februar erscheint der erste Band ihrer Serie „Das Herz der Zeit.“ Die Trilogie erzählt die Abenteuer eines Mädchens, das entdeckt, dass sie durch die Zeit zu reisen kann. Jüngst machte sie selbst eine Zeitreise: „Zu einer Lesung in Ismaning kamen eine ganze Reihe alter Mitschüler, und wir haben bis in die frühen Morgenstunden zusammengesessen und in alten Geschichten geschwelgt.“

Filip Albrecht: Er ist der heimliche Star hinter Karel Gott

Filip Albrecht und Karel Gott (rechts)

Filip Albrecht (41) hat für den tschechischen Schlagersänger Karel Gott über 25 Songs geschrieben, unter anderem „Engel so wie du“ oder „Das Lachen meiner Kinder“ – und Albrecht war sogar der heimliche Autor von Karel Gotts Autobiografie. Hanns Philipp Albrecht, das ist sein bürgerlicher Name, ist in Garching aufgewachsen, da machte er 1997 auch sein Abitur. „Noch wahrend meiner Gymnasialzeit fing ich an, Musiktexte zu schreiben“, erzählt er.

Seit rund 20 Jahren wohnt der Musikproduzent in Tschechien, weil seine Mutter von dort kommt: „Meinen Hauptwohnsitz habe ich in Prag, weitere Wohnsitze in Nizza an der Côte d’Azur und in Sachsen.“ Neben Karel Gott managt er tschechische Stars, wie Helena Vondrácková und Pavel Trávnicek, den Prinzen aus „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.

Außerdem besitzt Albrecht ein Unternehmen, das mit Lizenzen tschechischer Filme handelt und seit zwei Jahren veranstaltet er ein Märchenfilmfestival im sächsischen Annaberg-Buchholz. Nach München kommt er etwa einmal im Monat: „Meist nur kurz, ein, zwei Tage, mein Lieblingshotel ist der Bayerische Hof.“

Jan Zehrfeld: „Da gab es Wurstsemmeln mit Gurke!“

Jan Zehrfeld (42) verdient als Gitarrist, Jazzmusiker und Komponist sein Geld. Er wuchs in Schwabing und während seiner Schulzeit in Garching auf. 1996 hat er dort sein Abitur gemacht: „Beruflich schwebte mir jahrelang was mit Mathe und Naturwissenschaften vor, gleichzeitig entflammte in den letzten drei Schuljahren meine Begeisterung für die Musik, so dass die ursprüngliche Vision ins Wanken kam.“ Er sei gerne ans WHG gegangen: „Nicht zuletzt gab es da Wurstsemmeln mit Gurke.“

Jan Zehrfeld kann von seiner Musik leben.

Danach studierte er Jazzgitarre an der Kunstuniversität Graz. Seit rund 15 Jahren leitet er die Band Panzerballett: „Es handelt sich um instrumentalen Jazz-Metal, das ist zwar Nischenmusik, aber immerhin spielten wir schon in Wacken, New York, Los Angeles und Eriwan in Armenien.“ Mittlerweile wohnt Zehrfeld in Obersendling und sagt: „Musik ist das Beste. Dass ich damit Geld verdienen kann, empfinde ich neben der Gesundheit als das größte Geschenk.“ In Garching ist er noch „sehr häufig“, erzählt er, denn: „Meine Eltern leben noch dort, und ich vertraue ihnen gerne meinen kleinen Sohn (2) an.“

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