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Frau macht Sensationsfund im eigenen Garten - Forscher begeistert

In der Südschweiz und in Norditalien ist das Tier bekannt, das eine Garmisch-Partenkirchenerin in ihrem Garten entdeckt hat. Jetzt gibt es einen weiteren Nachweis, dass es auch in Oberbayern eingewandert ist. 

Garmisch-Partenkirchen – Tessy Lödermann führt Buch. Seit 40 Jahren trägt sie darin ein, welche Kreaturen an ihrem Haus und in ihrem Garten auftauchen. Die Schnepfe im Hof, der Sperlingskauz, der Steinadler oder die Siebenschläfer, die unter ihrem Dach wohnen. Jetzt kann die Tierschützerin und Umweltaktivistin einen neuen Eintrag verfassen. Die Garmisch-Partenkirchnerin hat in ihrem Natur-Teich auf dem Grundstück in der Nähe der Kreuzeck-Talstation einen Fund gemacht, der in Fachkreisen als Sensation gilt: Sie entdeckte eine Barrenringelnatter.

Gerne beobachtet die Grünen-Politiker die Tierwelt in ihrem Garten. Unter ihrer Terrasse beherbergt sie eine Wohngemeinschaft. Dort leben Ringelnattern, Eidechsen und Blindschleichen. Lödermann freut sich schon, wenn diese bald wieder ihre Köpfe rausstrecken. Oder wenn ihr Stammgast, eine alte etwa 1,20 Meter lange Ringelnatter wieder zu Besuch kommt. „Sie kennt uns schon“, sagt die Werdenfelserin. Mit „uns“ meint sie nicht nur sich und und ihren Mann, sondern auch Hund und Katz.

Eine Ringelnatter? Nein!

Sie wurde nun in Bayern genetisch nachgewiesen: die Barrenringelnatter.

In ihrem Teich, in dem im Frühjahr Erdkröten und Grasfrösche laichen und sich im Frühsommer die Ringelnattern paaren, war ihr im Juni 2018 ein fremdes Tier aufgefallen. Eine Schlange schwamm darin. „Ich habe nur den Kopf gesehen“, erinnert sich Lödermann. Als Frau vom Fach erkannte sie sofort, dass dieser die für Ringelnattern typischen weißen, gelben oder orangefarbenen Halbmondzeichen am Kopf fehlten. Dieses Exemplar aber hatte ein schwarzes Muster und eine andere Kopfform. „Ich wusste nicht, ob es eine ausländische Schlange war“, erzählt Lödermann. Etwa eine aus einem Terrarium oder eine ausgesetzte. Drei Monate später herrschte Gewissheit: Es handelte sich um eine Barrenringelnatter, die zur Natrix helvetica Alpenlinie gehört. Die 2017 als siebte eigenständige Schlangenart in Deutschland eingestuft wurde und für die man gerade in Bayern Nachweise sucht.

Diese erste Bestätigung und Gratulationen zu dem Fund erhielt sie vom Reptilienzoo in Oberammergau und der Reptilienauffangstation in München, an die sie Fotos geschickt hatte. Wie auch an das Bayerische Landesamt für Umwelt. Der Beweis aber folgte erst später.

Video: Schlange attackiert Radfahrer

Schlange häutete sich neben dem Teich

Die Schlange schaute erneut bei Lödermann vorbei. Sie lag am Teich, daneben Haut. Sofort kontaktierte sie Hans-Joachim Fünfstück, Vorsitzender der Regionalgruppe des Landesbunds für Vogelschutz, der eine Stunde später eintraf. Das Tier war zwar weg, die Haut aber noch da. Er tütete sie korrekt ein und leitete sie zur genetischen Untersuchung weiter. Auf das Ergebnis „waren wir riesig gespannt“, erzählt die Leiterin des Tierheims an der Schmalenau.

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Von der ungiftigen Barrenringelnatter, die mehr als einen Meter lang werden kann, gibt es im bayerischen Alpenraum nur fünf Fundstellen. Diese liegen in Sachrang, Nußdorf, Kiefersfelden und im Landkreis Garmisch-Partenkirchen am Riedboden und Isar-Aue südlich von Mittenwald sowie im Garten von Lödermann. All diese Orte befinden sich in unmittelbarer Grenznähe zu Tirol. Lödermann vermutet, dass das von ihr entdeckte Exemplar über das Inntal bei Imst über das Gurgelbachtal ins Loisachtal eingewandert ist.

Tierschützerin hofft auf erneuten Besuch der Schlange

Die Garmisch-Partenkirchnerin mit Forschungsdrang kann’s immer noch kaum fassen, dass das Tier ausgerechnet in ihrem Garten vorbeigeschneit war. „Das ist wie ein Geschenk“, sagt sie. „Die Natur kommt zu mir.“ Als ob es die Schlange erzüngeln konnte, dass ihr dort keine Gefahr droht, es dort Ruhe hat und auf viele andere Tiere trifft. Schon jetzt wartet Lödermann jeden Tag gespannt, dass die Barrenringelnatter wieder bei ihr auftaucht. Am liebsten wären ihr gleich zwei davon.

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Dabei hat die Grüne eine leicht-ausgeprägte Phobie vor den schuppigen Kriechern. Einmal, erzählt sie, musste sie eine Schlange abholen. Sie packte diese in eine Box und transportierte das Tier im Auto. Lödermann schwitzte bei der Fahrt. „Bei exotischen Schlangen“, gibt sie zu, „bekomme ich Schweißausbrüche.“ Auch Kreuzottern dürfen ihrem Garten gerne fernbleiben. „Die würde ich sofort weit wegfahren, damit Hund und Katze nicht gebissen werden.“ Auf diesen Eintrag in ihrem tierischen Besucher-Buch verzichtet Lödermann dann doch lieber.

Aufruf

Für die Erforschung der Barrenringelnatter werden interessierte Bürger gebeten, Fotos von Ringelnattern aus dem Allgäu und der Alpenregion Oberbayerns mit möglichst genauen Fundortangaben an die Staatlichen Naturwissenschaftliche Sammlungen Bayerns zu senden. Die Email lautet: ringelnatter@snsb.de.

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