„Iceman Ötzi Peak“

Streit um Ötzi-Gipfel: Südtirol plant Plattform wie in Garmisch-Partenkirchen - Heimatschützer protestieren

Die Aussichtsplattform AlpspiX gibt es bereits seit 10 Jahren. Nun soll ein ähnliches Projekt in Südtirol realisiert werden. 
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Die Aussichtsplattform AlpspiX gibt es bereits seit 10 Jahren. Nun soll ein ähnliches Projekt in Südtirol realisiert werden. 

Die in den Ötztaler Alpen geplante Aussichtsplattform „Iceman Ötzi Peak“ ist so gar nicht im Sinne des Südtiroler Heimatvereins. Dieser protestiert nun. 

  • In den Ötztaler Alpen soll eine neue Aussichtsplattform entstehen.
  • Der Südtiroler Heimatpflegeverband ist dagegen - und geht nun auf die Barrikaden.
  • Dabei gibt es in Garmisch-Partenkirchen* bereits ähnliche Plattformen. 

Ötztaler Alpen -  Der Südtiroler Heimatpflegeverband schäumt bereits. „Ihre Aussichtsplattform“, schreiben zwei Wortführer an die Adresse der Schnalstaler Gletscherbahnen AG, „verunziert den Gipfel der Grawand“. Sie sei „Ausdruck einer seit Jahren grassierenden Berg-Bespaßung und Inszenierung der Alpen“. Es geht um eine neue Aussichtsplattform in den Bergen, der Plattform „Iceman Ötzi Peak“ auf 3251 Metern Höhe, für Gralshüter des reinen Alpinismus nur eine „billige Anbiederung an Halbschuhtouristen“. 

Ötztaler Alpen: Heimatschützer sind gegen „Iceman Ötzi Peak“ - obwohl es schon ähnliche Plattformen gibt

Doch solche Plattformen sind keine Südtiroler Spezialitäten – wer mag, kann etwa von Garmisch-Partenkirchen aus auch zur Alpspitze hochschauen, wo es seit Juli 2010, also seit nun mehr zehn Jahren, das „AlpspiX“ gibt*, zwei X-förmig angeordnete Aussichtsplattformen, gegen die 2013 Profi-Bergsteiger Stefan Glowacz rebellierte. Oder auch zum „Fernrohr“, die begehbare Röhre am Karwendel hoch über Mittenwald. Der jüngste Aufreger ist jedoch jene Konstruktion, die derzeit auf der Grawandspitze hoch über den Schnalstal (nordwestlichvon Meran) entsteht. Tonnen von Stahl, eine Aussichtsplattform, dazu Fernrohre, die den Blick auf die umliegenden 3000er ermöglichen sollen. 

So in etwa soll die geplante Aussichtsplattform in den Ötztaler Alpen aussehen.

Eine Kabine auf der Plattform enthält Infos zum Ötzi, dem legendären Eismann*, den das Nürnberger Ehepaar Simon nicht weit weg von der Grawand 1991 gefunden hat – und der nun Namensgeber für den neuesten Gag der Südtiroler Tourismusindustrie ist. Thomas Stecher, Geschäftsführer der Gletscherbahnen, redet erst gar nicht lange herum: „Wir bespielen den Gletscher seit 45 Jahren“, sagt er. Kaum zehn Minuten entfernt vom neuen „Ötzi Peak“ ist die Bergstation der Gletscherbahn, daneben das Glacier Hotel Grawand. Die Gletscherbahnen bewerben es als „das höchstgelegene Hotel Europas“. Doch das Schnalstal ist nun mal etwas abgelegen – da ist eine neue Attraktion höchst willkommen. 

Bau des „Iceman Ötzi Peak“ hat bereits begonnen - eine Stahl-Lieferung verzögert sich jedoch

Und Baugenehmigung, Umweltprüfung, ein Gemeinderatsbeschluss – alles liegt vor. Der Bau hat begonnen, die Plattform steht schon. Nun wartet der Geschäftsführer ungeduldig auf Spezial-Stahl, der aus Deutschland geliefert wird– was sich wegen der Corona-Krise verzögert. Anfang August aber soll die Plattform eröffnet werden. Das wäre gerade noch rechtzeitig für die sehnlichst erwarteten Sommergäste aus Deutschland. Von der Bergstation wird ein gut ausgebauter Fußweg (mit Handlauf!) zum Gipfel führen. 

Der Heimatpflegeverband nennt das eine „billige Anbiederung an den internationalen Seilbahn-und Halbschuhtouristen“ – aber Geschäftsführer Stecher wäre froh, wenn denn nur einige Exemplare dieser Spezies tatsächlich kommen würden. Selbst zur Sommer-Hochsaison vor Corona fuhren am Tag höchstens 1000 Personen hoch. Für Südtiroler Verhältnisse ausbaufähig. „Unsere Bahn hat mehr Kapazität“, sagt Stecher. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks.

Übrigens: Vor wenigen Monaten wurden neue Erkenntnisse über Ötzi öffentlich. Weitere Informationen dazu erhalten Sie im nachfolgenden Video.

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